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Eine unmögliche Freundschaft. David Ben-Gurion und Konrad Adenauer

Veranstaltungsbericht

Online Vortragsveranstaltung 20.04.2021

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Nach der Begrüßung und thematischen Einführung durch den Leiter des Hermann-Ehlers-Bildungsforums Weser-Ems Manuel Ley, begann der Vortrag durch den Leiter der Hauptabteilung Wissenschaftliche Dienste Dr. Michael Borchard über die frühen deutsch-israelischen Beziehungen die ungmögliche Freundschaft zwischen den beiden Staatsmänner Konrad Adenauer und David Ben-Gurion, welche die Beziehungen der beiden Staaten bis heute prägt.

Zu Beginn beschrieb Borchard den aktuellen Stand der deutsch-israelischen Beziehungen. Als ehemaliger Leiter des Auslandsbüros in Jerusalem  betonte er, dass die aktuellen Beziehungen beider Länder sehr gut seien und viele Israelis eine hohe Meinung von Deutschland hätten. Dieser erfreuliche Zustand sei vor allem auf die mittlerweile jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Verteidigung zurückzuführen. Den Grundstein für diese enge Kooperation hätten Konrad Adenauer und David Ben-Gurion geschaffen, die mit ihrer persönlichen Freundschaft einen Maßstab für die Versöhnung ihrer Völker gelegt hätten. Borchard präsentierte die Beziehung der beidenin drei Phasen. Dabei spielte der erste Akt 1952 in Luxemburg. Dort schlossen Delegationen beider Länder nur sieben Jahre nach dem Krieg in einer unterkühlten Atmosphäre ein „Wiedergutmachungsabkommen“ ab. Möglich geworden war dies, da Ben-Gurion als pragmatischer Politiker jede Hilfe die er bekommen konnte für den Aufbau des jungen Staates Israel annahm, was eben auch deutsche Hilfe einschloss. Umgekehrt hatte Adenauer ein echtes Interesse an Aussöhnung mit Israel und sah diese zudem als essenziellen Schritt der Westintegration an. Der zweite Akt, so beschrieb Borchard, fand 1960 in New York statt. Hier trafen die beiden Staatsmänner das erste Mal direkt aufeinander. Diesmal war die Stimmung gelöst, die Chemie zwischen den beiden schien offenbar zu stimmen. Die entstandenen Bilder wurden zu Ikonen der deutsch-israelischen Beziehungen, und verdeutlichten, dass hinter den Kulissen schon seit Jahren vertrauensvoll und erfolgreich zusammengearbeitet wurde. Den dritten Akt beschrieb Borchard im zweiten Aufeinandertreffen der beiden 1966 auf dem Privatanwesen Ben-Gurions in Negev, im Kibbuz Sde Boker. Beide Staatsmänner waren mittlerweile zurückgetreten und die Herzlichkeit zwischen ihnen war noch einmal deutlich wahrnehmbarer als in New York gewesen. Eine zentrale Ursache für die (unmögliche) Freundschaft der beiden sieht Borchard in einer erst auf den zweiten Blick zu findenden Ähnlichkeit. Beide, so zitierte Borchard den deutschen Botschafter a.D. Niels Hansen, seien ähnlich in „ihrer mit sprödem, kantigen Charisma gepaarten streitbaren, jeder Routine abholden Führungsstärke und Entscheidungsfreude, in unbegrenzter zupackender Energie, gediegener Fachkompetenz und tiefem Pflichtbewusstsein, in ihrer Zähigkeit und Beharrlichkeit, in nüchternem, misstrauischem, unsentimentalem politischen Pragmatismus und taktischer Begabung, trotzdem aber, vor allem, in ihrer unbeirrbaren Grundsatztreue und dem Mut, auch gegen den Strom zu schwimmen“.

Im Nachgang an den Vortrag von Michael Borchard gab es ein moderiertes Gespräch, indem es über die aktuellen deutsch-israelischen Beziehungen, die Höhen und Tiefen in den Beziehungen in den Politikerpaarungen wie Golda Meira und Willy Brandt, Menachem Begin und Helmut Schmidt oder Yitzhak Rabin und Helmut Kohl und die Wissenschafts, Wirtschafts- und Kulturpartnerschaften zwischen Deutschland und Israel.

 

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