Öffentlich - Bewegen im gemeinsamen Raum

Eine Tendenz zu einer aktivistisch verstandenen Partizipation stellt diese längst infrage: Bewegungen wie "Fridays for Future" oder "Black Lives Matter" entfalten eine spontane Dynamik, die traditionelle Repräsentanten der Öffentlichkeit überfordert. Meist fällt ihnen wenig anderes ein, als auf diesen Wellen mitzureiten. Doch tun sich dadurch neue Spaltungen auf – etwa im Verhältnis zu „konventionellen“ Landwirten oder zu Polizisten, die sich nicht als „Müll“ beschimpfen lassen wollen.Die verallgemeinerte Partizipation schwächt die Autorität repräsentativer Instanzen und ihrer Vertreter. Aus der Defensive arbeiten sie hektisch an ihrer medialen Wirksamkeit – die ureigenen Stärken übersehend, denn ihre Lenkungsmacht erwächst gerade nicht allein aus dem Versenden von Botschaften. Ähnlich den Pressure Groups versucht man, Positionen zu „setzen“ und zu „besetzen“; es käme jedoch weit mehr darauf an, darzustellen, wie man im breiten Austausch vermittelnde Positionen „gewinnt“. Die Vorstellung einer einträchtigen Öffentlichkeit ist mehr denn je illusionär. Doch das Ideal einer „allgemeinen Willensbildung“, die Konflikte nicht übergeht und trotzdem integrierend wirkt, muss man deswegen nicht aufgeben, sondern im Gegenteil bestärken.

Inhalt

Christian Bermes: Jenseits des Eigenen. Über die Idee der Öffentlichkeit

Armin Nassehi: Demokratiegeneratoren? Ein soziologischer Erklärungsversuch über Protest

Juliane Stückrad: "Damit mal was los ist". Ethnographische Erkundungen über öffentliche Orte in Dörfern Ostdeutschlands

  • "Damit mal was los ist"

    Ethnographische Erkundungen über öffentliche Orte in Dörfern Ostdeutschlands

    by Juliane Stückrad

Barbara Pfetsch: Meinungsdemokratisch. Brauchen wir noch Meinungseliten?

Sönke Neitzel: Armee der Einheit. Jörg Schönbohm und die Auflösung der Nationalen Volksarmee der DDR

  • Armee der Einheit

    Jörg Schönbohm und die Auflösung der Nationalen Volksarmee der DDR

    by Prof. Dr. Sönke Neitzel

"Du bist bei Dir geblieben". Lilo Fuchs im Dialog mit Axel Reitel

  • "Du bist bei Dir geblieben"

    Die Psychologin Lilo Fuchs im Gespräch mit Axel Reitel über die Verhaftung und Haftzeit ihres Mannes

    by Lilo Fuchs, Axel Reitel

Die Politische Meinung und Team

Die Zeitschrift bietet als Bezugspunkte fundierte Analysen historischer Hintergründe und eine der individuellen Eigenverantwortung verpflichtete, im christlichen Menschenbild verankerte Ethik. Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

Dr. Bernd Löhmann

Chefredakteur "Die Politische Meinung"

Bernd.Loehmann@kas.de +49 30 26996-3603

Konstantin Otto

Geschäftsführer "Die Politische Meinung"

konstantin.otto@kas.de +49 30 26996 -3325

Dr. Ralf Thomas Baus

Referent "Die Politische Meinung"

Ralf.Baus@kas.de +49 30 26996-3503 +49 30 26996-3551