Présentations & compte-rendus

Neuntes deutsch-polnisches Seniorentreffen in Wollstein/Wolsztyn

Senioren als aktive Mitgestalter in Europa

Seminarbericht

In einem viertägigen Seminar des Bildungswerkes Potsdam der Konrad-Adenauer-Stiftung vom 18. bis 21. April 2012 in Wollstein/Wolsztyn in Polen tauschten sich deutsche und polnische Seniorenvertreter über das Thema der aktiven Mitgestaltung Europas auch durch die ältere Generation aus.

In Wollstein arbeitete und forschte von 1872 bis 1880, bevor er nach Berlin berufen wurde, der Mediziner Robert Koch (1843-1910). Das "Robert Koch Museum" verfügt dazu über eine umfassende Dokumentation. Und auch die Familie des bekannten deutschen Historiker Michael Wolffsohn stammt aus dem Ort, der etwa auf halber Strecke zwischen Grünberg und Posen liegt.

Themen des Seminars waren u.a.: "Vom Jugendkult bis zur Altersangst - Folgen des demgraphischen Wandels", "Fürsorge für Senioren in Polen am Beispiel der Stadt Wolsztyn", " Soziale Dienste und Kirche". Es ist das neute Seminar dieser Art in Folge und damit zu einer guten Tradition in der Arbeit der Adenauer-Stiftung in Brandenburg geworden. Teilnehmer aus Oldenburg, Niedersachsen, Brandenburg und Polen waren der Einladung des KAS Bildungswerkes gefolgt. Das Programm enthielt Themen, die in beiden Ländern die ältere Generation beschäftigen. Der demographische Wandel und die damit verbundenen Probleme spielten dabei ebenso eine Rolle, wie die Aktivitäten der "Universität des 3. Lebens (UTW)" und Fragen zu Betreuungs-, Vorsorgevollmachten. Der Wunsch nach einer Fortführung dieser Reihe wurde bei der Auswertung des Seminars deutlich.

Die Landtagsabgeordneten der CDU Brandenburg Frau Barbara Richstein und Frau Monika Schulz-Höpfner, Seniorenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, sprachen und diskutierten mit den Teilnehmern über Aspekte der Seniorenpolitik in Brandenburg. Dabei muss man davon ausgehen, dass in diesem Bundesland künftig jeder dritte Bewohner ein Rentner sein wird. Die Stärken und Schwächen der "Seniorenpolitischen Leitlinien der Landesregierung" wurden erörtert. Ausflüge in der Stadt und Umgebung gaben den Teilnehmern einen Eindruck über das heutige Polen.

Die Vorsitzende der "Uniwersytet Trzeciego Wieku" (UTW, Universität des dritten Lebensalters), Maria Koziocek, berichtete über die Struktur, die Finanzierung und die Vielfalt der Aktivitäten ihrer Vereinigung. Die Mitglieder bringen sich neben der Gestaltung ihrer Freizeit auch aktiv in die Kommunalpolitik ein. Das bestätigte der Bürgermeister von Wolsztyn in seinem Vortrag über die Entwicklung der Stadt mit rund 29.000 Einwohnern. Bürgermeister Andrzej Rogozinski stellte die wirtschaftliche Entwicklung und die Struktur seiner Stadt vor. Wolsztyn ist von der Bevölkerung her gesehen eine relativ junge Stadt mit einem Anteil von nur ca. 20 % über 60jähriger. Großen Anteil an der Wirtschaft haben landwirtschaftliche, handwerkliche und Einzelhandelsbetriebe, aber auch der Tourismus.

Nachdem Rechtsanwalt Klaus Ruppert (Präsident Deutsche Gesellschaft für Seniorenrecht und -medizin) aus Bad Nauheim zum Thema: "Bevor es zu spät ist - Wie ich es haben möchte zum Lebensende" die persönliche Interessenwahrung in Kontext mit rechtlichen und medizinischen Fragen erläutert hatte, sprach Pfarrer i.R. Norbert Schlabach aus Putlitz in der Prignitz zum Thema:"Christliche Wertevermittlung" - Soziale Dienste und Kirche im Dienst älterer Menschen. Dr. Röpke, Seniorenvertreter aus Brandenburg, der gemeinsam mit Eckard Ruminski von der Konrad-Adenauer-Stiftung die Leitung des Seminars inne hatte, trug u.a. zum Thema: "Vom Jugendkult bis zur Altersangst" zur thematischen Vielfalt bei.

Bei einem Rundgang, unter der sachkundigen Führung von Herrn Wojciech Lis aus Wolsztyn lernten die Teilnehmer sowohl etwas über die ersten Forschungsjahre des Bakteriologen und Nobelpreisträgers Robert Koch in Wolsztyn als auch das bekannte Lokmuseum und die schöne Innenstadt - auf einem Streifen zwischen zwei wunderschönen Seen gelegen - kennen. Mit einem historischen Dampflokzug fuhren die Seminarteilnehmer auch nach Rakoniewce, wo sie das Feuerwehrmuseum der Stadt besuchten. Die Einrichtung dieses Museums hatte auch den Erhalt und die Rekonstruktion einer herrlichen alten Fachwerkkirche zur Folge. Die Exponate aus der Geschichte der Brandbekämpfung begeisterten die Besucher.

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Interlocuteur

Stephan Georg Raabe

Stephan Georg Raabe bild

Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Brandenburg

Stephan.Raabe@kas.de +49 331 748876-0 +49 331 748876-15
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Einst Kirche, jetzt Feuerwehrmuseum in Wollstein/Wolsztyn KAS Potsdam