Présentations & compte-rendus

Lesereise Freya Klier

de Freya Klier
Abreißkalender

Warum hatte die DDR die zweithöchste Jugendselbstmordrate in Europa? Diese und viele andere Fragen ihrer DDR-Biographier versuchte die Regisseurin und Buchautorin Freya Klier - ihr älterer Bruder beging in den späten 70er-Jahren Selbstmord - mit Schülern des Friedrich-Eugens-Gymnasiums Stuttgart zu klären.

Freya Klier besuchte STuttgart zum Auftakt ihrer Lesereise durch Südwestdeutschland, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert und durchgeführt wird. Gespannt lauschten die Jugendlichen der Schilderung hinterhältigster Stasi-Attacken auf die Dissidentin und ihrer Familie.

Sei es der durch Zufall gescheiterte Fluchtversuch im Rostocker Freihafen - immerhin hatte es die junge Studentin schon auf ein schwedisches Schiff geschafft-. sei es der Mordanschlag auf sie und ihren Mann Stefan Krawcyk, immer wieder gelang es Freya Klier ein eindrückliches Bild von der Gefährlichkeit, aber auch von der Muffigkeit einer Deutschen Diktatur zu zeichnen. Die Regisseurin und Autorin berichtete von ihrem Werdegang in einem Staat, der die zweithöchste Jugendselbstmordrate der damaligen Zeit hatte. Der Vortrag warf ein anderes Licht auf das Bild der Zustände, die in der DDR herrschten als die so genannten DDR-Shows der letzten Jahre. "Natürlich gab es in der DDR auch Menschen, die sich mit diesem Staat arrangiert oder die sogar von ihm profitiert haben. Aber wir dürfen die von der Diktatur Verfolgten nicht vergessen und es muss in Erinnerung bleiben, mit welchen Methoden gegen sie vorgegangen wurde. "Wir bringen Zeitzeugen an die Schulen, damit die Jugend die Vergangenheit auch von der anderen Seite sieht", sagt Simone Iliou von der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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