Présentations & compte-rendus

Mit Respekt überzeugen ... und die Energie des Gegners für sich nutzen!

Schlagfertig argumentieren: Asiatischer Schwertkampf und Rhetorik: Erfolgreich mit Wort und Klinge

Vom 22. Juni bis 24. Juni 2012 trafen sich unter der Leitung von Ingo Sramek und Matthias Rueß 14 Teilnehmer im Kloster Heiligkreuztal zum Seminar „Schlagfertig argumentieren! Asiatischer Schwertkampf und Rhetorik: Erfolgreich mit Wort und Klinge“, um ihre rhetorischen Fähigkeiten zu schärfen und die Klingen zu kreuzen.

Asiatischer Schwertkampf und Rhetorik? Passt das zusammen? Das Bildungswerk Stuttgart, Rhetorik-Trainer Ingo Sramek und Schwertkampf-Trainer Matthias Rueß wollten es genau wissen. Ebenfalls neugierig: 14 Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg. Immerhin. Mit Worten und Klingen kann man gleichermaßen Wunden schlagen. Aber die weiteren Gemeinsamkeiten?

Den Respekt vor dem Gegner zeigt Matthias Rueß gleich bei der ersten Partnerübung. Eine kurze Verbeugung vor dem Partner zu Beginn, eine weitere nach Abschluss der Übung. Wir ringen um die Sache, es geht nicht gegen die Person. Was tun, wenn die Frage aus dem Publikum scharf wie eine Klinge kommt? Wie reagiere ich auf (verbale) Angriffe meines Diskussionspartners? Und mehr noch, wie kann ich seine Energie für mich nutzen? All das waren Fragen, die Rhetoriktrainer Ingo Sramek und Kampfsportexperte mit Matthias Rueß, klären wollten.

Ingo Sramek, Rhetorik- und Kommunikationstrainer bereitete die Teilnehmer auf genau diese Situationen vor. Haltung, Überzeugungskraft und Verteidigung standen im Mittelpunkt des Rhetorikteils, aber auch Stimme, Mimik, Gestik und Körpersprache. Nicht nur das Auftreten eines Redners ist wichtig, sondern auch der Inhalt seiner Rede. Daher lernten die Teilnehmer, wie eine schlüssige Argumentation entsteht, wie mit konstruktiven Gegenargumenten umzugehen ist. Wie übt man, spontan und schlagfertig zu reagieren? Etwas Theorie, dann praktische Übungen, schließlich die Rückmeldung der Zuhörer.

Beim Eigenversuch wird klar: Wer versucht, den Gegner lautstark "totzureden", verspielt den Bonus guter Argumente. Das haben wir schon beim Schwertkampf gelernt: Wer unbedacht handelt, sich auf den Gegner, gar auf dessen Waffe statt auf das eigene Ziel konzentriert, zieht fast unweigerlich den Kürzeren.

Selbstvertrauen, Körperhaltung, Ruhe bewahren statt (verbal?) zu fuchteln. Den Rhetorik-Part ergänzte Matthias Rueß, seit über 20 Jahren aktiv in asiatischer Kampfkunst, durch das Schwert-Training. Bei strahlender Sonne erhielten die Teilnehmer auf den Wiesen des Klosters Heiligkreuztal erste Einblicke in den Umgang mit der "Katama", dem Samurai-Schwert (aus Holz!). Atmung, Haltung, Blick und Konzentrationsfokus sowie optimale Positionierung und Timing standen im Vordergrund. Immer wieder ziehen beide Trainer die Querverbindungen zwischen den Disziplinen. Matthias Rueß unternimmt kleine Exkursionen in die Geschichte asiatischer Kampfkünste. Immer im Vordergrund: die Wertschätzung des Gegners. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Am Abend des zweiten Tages gingen die Teilnehmer mit Gebrüll im Klostergarten und dem „Stuttgarter Kurzschwert“ (eine zusammengerollte regionale Zeitung) aufeinander los und konnten sich miteinander messen.

Lautstark, wenngleich weniger rhetorisch geschliffen, ging es am Abend in der Klosterklause zu, als die deutsche Mannschaft ins Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft einzog.

Die erste Rückmeldung der Teilnehmer auf die Kombination von Schwertkampf und Rhetorik war exzellent. Ebenso die Würdigung der Trainer. Ach ja... ein wenig Muskelkater gab es auch.

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