Das Erbe der Gewalt - Die Katastrophe des Ersten Weltkriegs

Ausgabe Sonderausgabe 1 | 7. April 2014

Der Erste Weltkrieg besitzt nicht erst seit den Ereignissen auf der Krim eine beklemmende Aktualität. In unserer Sonderausgabe debattieren namhafte Historiker über seine Folgen. Wo ist der europäische Frieden brüchig? Wie können wir Krisen vorbeugen? Wie werden wir 100 Jahre nach der blutigen Katastrophe den Millionen von Opfern gerecht? Das Erbe der Gewalt liegt vor allem in der Schaffung einer friedlichen Zukunft.Als Online-Leseprobe bieten wir unseren Leserinnen und Lesern den Essay von Sönke Neitzel zum Thema "Selektive Wahrnehmung - Erinnerung und Nachwirkung der Weltkriege in Europa", das Editorial sowie eine Chronologie des Ersten Weltkriegs an.Die Sonderausgabe der "Politischen Meinung" kann ab sofort bei gut sortierten Presse-Einzelhändlern sowie bundesweit bei Bahnhofs- und Flughafenverkaufsstellen zu einem Preis von 5,00 Euro käuflich erworben werden.

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Inhalt

Das Erbe der Gewalt - Die Katastrophe des Ersten Weltkriegs und was sein langer Schatten heute bedeutet

  • Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

    Der Erste Weltkrieg bildet die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts, wie der amerikanische Historiker und Diplomat George F. Kennan zutreffend bemerkt hat. Die folgenden Jahrzehnte, die Krisen und das Scheitern der Demokratien, der Aufstieg der Diktaturen und schließlich der Zweite Weltkrieg als grauenhaftester aller Kriege sind ohne den Ersten Weltkrieg nicht erklärbar. Insofern ist es tatsächlich eine Schlüsselfrage, wer für diese Urkatastrophe verantwortlich war. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Horst Möller

  • Menetekel für die Gegenwart?

    Was bedeutet 1914 für uns heute? Ist der Erste Weltkrieg ein ferner Erinnerungsort oder ist er, wie manche nun behaupten, ein Menetekel für das Europa der Gegenwart und seine Krisen? […] || Beitrag ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe enthalten!

    von Andreas Rödder

  • Krieg, Frieden, Integration

    Alle Welt fürchtet 1914 den Krieg. Doch Regierungen und Völker verfallen dem Rausch der Gewalt, glauben, damit ihre Konflikte lösen zu können. Angesichts der Ungewissheit über Sieg oder Niederlage denkt kaum jemand daran, wie die Friedenszeit und die Nachkriegsordnung Europas gestaltet werden sollen. Ein halbes Jahrhundert später, nach dem Mauerbau in Berlin 1961 und auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen Ost und West, streiten Historiker heftig über die Folgen des Ersten Weltkriegs. Trägt das Deutsche Reich durch imperialistisches Gehabe die alleinige Schuld am Kriegsausbruch oder trifft die europäischen Regierungen allesamt eine Mitschuld? […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe enthalten!

    von Hanns Jürgen Küsters

  • Gescheiterte Allianzen

    War der Erste Weltkrieg ein Ergebnis gescheiterter deutscher Bündnispolitik? Zerschellte das Bündnissystem Otto von Bismarcks an der Arroganz seiner Nachfolger? Oder war das Deutsche Kaiserreich durch die immer kompliziertere europäische Entwicklung schlichtweg überlastet? […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe enthalten!

    von Ulrich Lappenküper

  • Erbfeindschaft

    Kann man vor der Zeitenwende 1914 von einer deutsch-französischen „Erbfeindschaft“ sprechen? Nicht unbedingt. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe enthalten!

    von Georges-Henri Soutou

  • Selektive Wahrnehmung - Erinnerung und Nachwirkung der Weltkriege in Europa

    von Sönke Neitzel

  • Spotlights: Wie gedenkt...

    Wie wird in Polen, Ungarn, Großbritannien, Irland und in der Türkei des Ersten Weltkrieges gedacht? Fünf "Spotlights" geben einen Einblick. […] || Die Spotlights sind ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

  • Hin zu einer gemeinsamen Erinnerung

    Sechzig Jahre Frieden, das ist die größte und bedeutsamste Errungenschaft des Einigungswerkes Europäische Union. Der Friede ist eine zerbrechliche Errungenschaft. Politischer Radikalismus, Unduldsamkeit und Fanatismus können auch in unserem heutigen Europa die alten Feindschaften beleben und die Dämonen der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft holen. So bleibt das Friedensprojekt Europäische Union gefährdet. Deswegen ist es notwendig, alles zu tun, um den Menschen – insbesondere unserer Jugend – den Weg, der zur Einigung Europas führte, deutlich zu machen. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe enthalten!

    von Hans-Gert Pöttering

  • Auf der Suche nach dem europäischen Geist

    Thierry Maulnier, der französische Journalist und Schriftsteller, schüttelte in den ersten Maitagen des Jahres 1930 immer wieder unwillig den Kopf. Ein Europa, gegründet auf Massendemokratie und auf den Ideen des Liberalismus – für viele europäische Intellektuelle der Zwischenkriegszeit war das undenkbar. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Michael Böhm

  • Globaler Krieg und Globalisierung

    Schon der Name scheint es zu sagen: Noch während des Krieges sprachen die Deutschen vom "Weltkrieg", nachdem zunächst die Bezeichnung „Großer Krieg“ verbreitet war. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Wolfgang Tischner

  • "Aesthetismus und Militarismus" - ein Zwilling zerreißt die Zeit

    Sie lebten die Belle Époque, waren Zerrissene des Fin de Siècle, kosmopolitisch, visionär, der Kunst verfallen und ihr dienend: der legendäre Kunsthändler Alfred Flechtheim und der schillernde Chronist seiner Zeit, Harry Graf Kessler. Sie schlugen Brücken von der „Welt von gestern“ zur Nachkriegsmoderne, deren Durchbruch beide förderten und die sie mitprägten. 1914 aber ergriff auch sie der nationale Taumel. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Hilmar Sack

  • Interview: Soldat, Gesellschaft und Krieg

    "Was das politische Krisenmanagement betrifft, sind durchaus Lehren gezogen worden, die ich einmal mit dem Schlagwort einer 'Kultur rationaler Verantwortung' beschreiben möchte. Über die Anwendung von Gewalt wird heute zumindest in Europa wesentlich rationaler und vorsichtiger gedacht als einhundert Jahre zuvor. Sie muss das äußerste Mittel, die Ultima Ratio der Politik sein." […] || Das Interview ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Klaus Naumann

  • "Gas! Gas!"

    22. April 1915: eigentlich ein schöner Frühlingstag, leichter Ostwind. Relative Ruhe herrscht an der heiß umkämpften westflandrischen Front am Flüsschen Ijzer nahe den Städtchen Ypern, Bikschote und Langemark. Besondere Vorkommnisse sind nicht zu vermelden. Doch gegen 18 Uhr wird plötzlich über den deutschen Schützengräben eine grüngelbe Nebelwand sichtbar: In der zweiten Schlacht von Ypern kommt es zum ersten tödlichen Giftgasangriff. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Ulrike Hospes , Ulrike Hospes

  • "Vorwärts mit Gott"

    Nahezu bedingungslose Identifikation mit den nationalen Zielen und Staatsloyalität zeichnete die Haltung eines Großteils der deutschen Geistlichen im Ersten Weltkrieg aus. Weder der verheerende Kriegsverlauf noch die Not der Zivilbevölkerung bewirkten ein Umdenken der Theologen. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Christine Bach

Kommentiert

  • Aus der Katastrophe zur Einigung

    Bereits seit Monaten ist der Erste Weltkrieg Thema in den Medien, in den Feuilletons, in Buchveröffentlichungen, in populären Magazinen. Nicht selten hat die Erinnerung eine düstere Färbung. Eine neue Welle deutschen Kassandratums scheint ins Rollen zu kommen. Zwar geht es um die Vergegenwärtigung eines Absturzes, der vor einhundert Jahren eine lange europäische Friedensphase jäh beendete. Aber das erklärt nicht alles. Vielmehr entwirft die "Erinnerung" die Vergangenheit immer neu unter dem Eindruck der eigenen Gegenwart. […] || Dieser Essay ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Paul Nolte

Der Krieg in den Köpfen

  • Konrad Adenauer (1876-1967)

    Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war Konrad Adenauer Erster Beigeordneter seiner Heimatstadt Köln, der mit 600.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Königreichs Preußen. Als Mitglied der Deutschen Zentrumspartei hielt der katholische Rheinländer Distanz zum Borussianismus, Nationalismus und Militarismus. Die Folgen der französischrussischen Verständigung seit 1891/94 („Einkreisung“) hatte er früh erkannt und daraus Lehren gezogen. Den Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte er auf die Schuld aller oder ihre „Dummheit" zurück, wobei die eigene Staatsführung „eine ganze Armee von Gegnern gegen sich mobil gemacht“ habe. Der Finanzdezernent und Personalchef der Stadt verfiel nicht dem "Hurra-Patriotismus" der August-Tage 1914. […] || Dieses Porträt ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Rudolf Morsey

  • Matthias Erzberger (1875-1921)

    Einhundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zählt Matthias Erzberger – schwäbischer Katholik, leidenschaftlicher Publizist, agiler Zentrumsabgeordneter und staatsmännischer Reichsminister – zu jenen Größen deutscher Geschichte, mit denen sich weniger der Beginn als der Ausgang der Krieges und der Eintritt in die Demokratie von Weimar verbinden. […] || Dieses Porträt ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Christoph Kösters

  • Max Weber (1864-1920) | Alfred Weber (1858-1958)

    In den Kriegsjahren gehörten die Brüder Max und Alfred Weber zu der kleinen Zahl von Intellektuellen, die schon 1915 gegen Chauvinisten und Annexionisten einen Verhandlungsfrieden und im Innern eine grundlegende politische Neuordnung forderten. […] || Dieses Porträt ist ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Peter Molt

Ortsbesichtigungen

  • Sarajevo

    Friedhöfe können lebendige Zeugen der Geschichte einer Stadt sein. Der Erzengel-Georg-und-Gabriel-Friedhof nördlich des Zentrums von Sarajevo, im Volksmund als Koševo-Friedhof bezeichnet, spricht besonders anschaulich zu seinen Besuchern. […] || >> ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Michael Martens

  • Tannenberg

    Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen an den Ersten Weltkrieg sind es heute wohl allenfalls noch zwei Ortsnamen, die mit den großen Schlachten dieses Krieges verbunden werden: Verdun in Frankreich und Ypern in Flandern. Der Krieg im Osten ist in Deutschland dagegen in Vergessenheit geraten. […] || >> ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Guido Hitze

  • Brest-Litowsk

    Greifbare Spuren des „Friedens von Brest-Litowsk“, der als Sonderfrieden am 3. März 1918 zwischen Sowjetrussland und dem Deutschen Reich abgeschlossen worden ist, sind vor Ort schwer auszumachen. […] || >> ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Alexander Brakel

  • Südtirol

    „Man machte uns im Jahre 1914 vor, der Krieg sei unvermeidlich und das ganze Volk wolle ihn. Das war die erste große Lüge […] Auch die jodelnden und singenden Soldaten der Aufmarschzeit liefern keinen Gegenbeweis, denn das war Galgenhumor und Wirkung des Alkohols. Redete man mit dem einzelnen Soldaten, so wurde nicht gesungen; nur um nicht feige zu sein, gab er sich in der Masse anders.“ Geläutert gab sich am 1. Januar 1919 die christlichsoziale Tageszeitung Der Tiroler, die vier Jahre lang das glatte Gegenteil dieser nun neu gewonnenen Einsicht als Wahrheit verkündet hatte. […] || >> ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Frank Müller

  • Aachen

    Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Hochsommer 1914 bedeutete gerade auch für Aachen eine tief greifende Zäsur. […] || >> ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Heinrich Küppers

Gelesen

  • Beschreibung eines Kampfes

    Rezension: Christopher Clark: Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog / Ernst Jünger: Kriegstagebuch 1914–1918. Herausgeben von Helmuth Kiesel / Ernst Jünger: In Stahlgewittern. Historisch-kritische Ausgabe. Herausgegeben von Helmuth Kiesel || >> ausschließlich in der Druckfassung der Sonderausgabe verfügbar!

    von Jürgen Nielsen-Sikora

Chronologie

Über diese Reihe

Die Politische Meinung präsentiert sich seit 2013 „generalüberholt“ ihren Lesern: Das neue, ästhetisch anspruchsvolle Layout bietet ein klares und aufgelockertes Schriftbild, die Themenschwerpunkte werden facettenreicher und von Bildstrecken begleitet. Eine veränderte Erscheinungsweise von sechs Doppelausgaben jährlich mit jetzt 128 Seiten gibt dieser Fortentwicklung einen neuen Rahmen.

 

Die Zeitschrift bietet als Bezugspunkte fundierte Analysen historischer Hintergründe und eine der individuellen Eigenverantwortung verpflichtete, im christlichen Menschenbild verankerte Ethik.

BESTELLINFORMATIONEN

Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

Bestellinformationen

Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

Herausgeber

Wolfgang Bergsdorf, Hans-Gert Pöttering, Bernhard Vogel

ISBN

0032-3446