Veranstaltungsberichte

Partner an der Ostsee mit Potential

von Tim B. Peters

Estland und Mecklenburg-Vorpommern

Perspektiven der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen der Republik Estland und dem Land Mecklenburg-Vorpommern sowie Fragen einer intensiveren Ostseekooperation wurden auf einem Symposium in Schwerin erörtert. Die Kooperationsveranstaltung wurde gemeinsam vom Bildungswerk Schwerin und der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Botschaft der Republik Estland, der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin sowie der Landeshauptstadt Schwerin organisiert und fand im gut besuchten Demmler-Saal des Rathauses statt.

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Dr. Silke Bremer, Landesbeauftragte der Konrad-Adenauer-Stiftung für Mecklenburg-Vorpommern und Leiterin des Bildungswerks Schwerin, Stephan Nolte, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Schwerin, Dr. Kaja Tael, Botschafterin der Republik Estland, Staatssekretär Christan Pegel, Chef der Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Taavi Kotka, Leiter des Bereichs Informationstechnologien bei der Regierung der Republik Estland. (v.l.n.r.)

Taavi Kotka, der in der estnischen Regierung für den Bereich Informationstechnologien zuständig ist, berichtete von den enormen Anstrengungen, die Estland in den letzten fünfzehn Jahren im Bereich der Digitalisierung gemacht habe. So gehören elektronische Unterschriften heute zum geschäftlichen Alltag. Ebenso ist es inzwischen möglich, bei Wahlen seine Stimme elektronisch abzugeben. All dies unterstreiche die hohe Innovationskraft der Esten.

Die Botschafterin Dr. Kaja Tael erläuterte dem Publikum den Umgang ihrer Landsleute mit der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise: Estland habe sich ganz bewusst für den Beitritt zur Euro-Zone entschieden und diesen im Jahr 2011 vollzogen. Durch die Erfahrungen in den 1990er Jahren wisse man, dass Reformen zwar zunächst schmerzlich sein könnten, aber letztlich doch zum Erfolg führen.

Staatssekretär Christan Pegel, der als Chef der Staatskanzlei die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns auf der Tagung vertrat, unterstrich die Chancen einer verstärkten Kooperation im Ostseeraum, etwa im Bereich des gemeinsamen Tourismus. Hier gelte es, die Ostseeregion als Ganzes zu stärken.

Die Potentiale einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Ostseeanrainer unterstrich auch Prof. Dr. Gunnar Prause, der an Universitäten in Tallinn und Wismar unterrichtet, in seinem Vortrag. Er gab einen Einblick in die estnische Wirtschaftsstruktur, die zahlreiche Anknüpfungspunkte für Mecklenburg-Vorpommern biete.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion, die von Jörg-Michael Schmidt vom NDR moderiert wurde, konnten die angesprochenen Themen weiter vertieft werden. Stadtpräsident Stephan Nolte berichtete dabei auch von den Erfahrungen der Städtepartnerschaft, die Schwerin und Tallinn miteinander verbindet und deren Anfänge bis in die 1970er Jahre zurückreichen. Hans Thon, Präsident der IHK zu Schwerin, zeigte sich in seinem Schlusswort dementsprechend zuversichtlich, dass sich die vielfältigen Kontakte zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Estland im Ostseeraum weiter intensivieren werden.