Seminar

„Schule der politischen Grundwerte III“

Kapazitätenaufbau der G17 PLUS Partei:

Von 18. bis 20. Juni fand in Belgrad unter Kooperation der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und der Eduardo Frei Stiftung (EFF) die dritte „Schule der politischen Grundwerte“ statt.

Details

Insgesamt 30 junge Politiker des Jugendnetzwerkes der G17 PLUS Partei hörten Vorträge sowohl zu aktuellen parteipolitischen Entwicklungen und Perspektiven der G17 PLUS als auch über generelle politische Themen und Fähigkeiten. Die Referenten waren: Predrag Markovic, Vorsitzender der Politikabteilung von G17 PlUS, Vladimir Ilic, stellvertretender Vorsitzender der Partei, Tomislav Damnjanovic, Leiter der Wahlkampagnen, Mladen Filipovic, Präsident des Jugendnetzwerkes und Ivana Grbic, ehemalige Sprecherin von G17 PLUS. Die EFF war mit Herrn Aart van Bochove, selbstständiger Politikberater, vertreten.

Nach den einführenden Worten zur Arbeit der KAS Belgrad auf dem Feld der politischen Bildung und zur Kooperation mit dem G17 PLUS Jugendnetzwerk hielt Herr Tomislav Damnjanovic, Leiter der Wahlkampfabteilung eine interaktive Vorlesung zum Thema „Web Marketing“. Der erfahrende Wahlkampfleiter stellte anhand des Beispiels der Obama-Kampagne 2009 die Chancen und Möglichkeiten des Onlinewahlkampfes heraus. Social Media wie Facebook, Twitter, etc. gewinnt auch in Serbien immer mehr Einfluss vor allem auf die Jugend, und es ist für eine moderne Partei wie G17 PLUS unerlässlich diese Kommunikationskanäle zu nutzen.

Am zweiten Tag des Seminars gab Herr Predrag Markovic, Vorsitzender der Politikabteilung von G17 PLUS, einen Überblick über die aktuellen Strategien der G17 PLUS und über die Geschichte der Gründung sowohl der G17 PLUS als auch „Union der Regionen“, in welchem Bündiss die G17 PLUS die wichtigste Rolle spielt.

Diesem Überblicksreferat folgte Herr Vladimir Ilic, stellvertretender Vorsitzender der Partei. In seinem Vortrag legte er den Fokus vor allem auf die Rolle der G17 PLUS Partei in der Wahlallianz „Union der Regionen“. Innerhalb dieses Bündnisses sei die Partei in einigen der letzten Kommunalwahlen teilweise sehr erfolgreich gewesen. Er arbeitete sowohl die Notwendigkeit zur Kooperation, als auch Herausforderungen in der Abstimmung mit den Partnerparteien heraus.

Mladen Filipovic, Präsident des Jugendnetzwerkes, legte in seinem Vortrag „Programm der Jugendorganisation“ besondere Betonung auf die aktuelle Strategie des Jugendnetzwerkes. Derzeit wird das serbische Ministerium für Jugend und Sport von einer G17 PLUS Ministerin geleitet. Somit kommt hier vor allem der Jugendorganisation der Partei eine besondere Bedeutung zu. Die Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, sich offen über ihre eigenen Erfahrungen und aktuellen Herausforderungen auf dem Feld der Jugendpolitik auszutauschen.

Die Vorträge sowie die damit verbundenen Diskussionen waren von großer Offenheit, sowohl von Seiten der Referenten als auch der Jungpolitiker geprägt. Es fiel auf, dass die Teilnehmer sehr viel Vorwissen und Interesse hinsichtlich ihres eigenen parteipolitischen Engagements, als auch hinsichtlich der aktuellen Situation von Partei, Regierungskoalition und Staat mitbrachten. Die Referenten hießen die Diskussionsbeiträge stets willkommen, was das Fazit eines konstruktiven Dialoges erlaubt.

Von der EFF war Herr Aart van Bochove als politischer Trainer zu Gast. Aufgrund seiner Tätigkeit als Inhaber einer Politikberatungsagentur und seines früheren politischen Engagements auf kommunaler Ebene konnte er aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen, der das Seminar besonders bereicherte. In seinem ersten Vortrag „Denk nach über Deine Rolle im Politischen Leben und wähle deine persönliche Metapher“ forderte er die Teilnehmer auf, sich über den eigenen Charakter Gedanken zu machen und sich daraus abgeleitet ein bildliches Symbol für sich zu überlegen. Hauptsächlich wählten die jungen Politiker Metaphern aus dem Tierreich. Herr van Bochove forderte schließlich dazu auf, die Wahl des Symbols vor der Gruppe zu erläutern und teilte daraus abgeleitet die Teilnehmer in Funktionsgruppen innerhalb einer Partei ein: So braucht eine Partei selbstbewusste „Anführer“, loyale „Arbeiter“ und idealistische „Freidenker.“ In dieser Analyse stellte der Referent fest, dass die Gruppe eine gute Mischung aller drei Charaktergruppen aufweist. In seinem zweiten Beitrag „Demokratie heißt Deine Vorstellungskraft zu benutzen“ stellte Herr van Bochove zunächst acht Grundsätze westlicher Christdemokratie dar. Anschließend sollten Freiwillige aus der Gruppe jeweils ein Ideal auswählen und dieses mit einem der impressionistischen Bilder, die der Referent vorher aufgehängt hatte, verknüpfen. In der anschließenden Erklärung vor der Gruppe wurde deutlich, dass die Teilnehmer ganz unterschiedliche Prioritäten bei den christdemokratischen Grundsätzen haben. Herr van Bochove unterstrich mit diesen Beispielen, dass die individuelle Kreativität eines jungen Politikers verbunden mit der Orientierung an ideologischen Schlüsselkonzepten, eine besondere Qualität von Jungpolitikern ist. Insgesamt wurden die Beiträge des EFF-Referenten als äußerst erfrischend und interaktiv empfunden. Herr van Bochove trug damit auch zur individuellen, politischen Selbstfindung der jungen Politiker bei.

Am dritten Tag der „Schule der politischen Grundwerte III“ profitierte die Gruppe vom reichen Erfahrungsschatz der ehemaligen Pressesprecherin von G17 PLUS, Frau Ivana Grbic. In ihren Vorträgen „Öffentliches Auftreten“ und „Beziehung zu den Medien und Interview“ unterrichtete sie grundsätzliches über Rhetorik, Auftreten und politische Kommunikation gegenüber den Medien. Sie unterstrich, dass der Journalist nicht als Gegner, sondern als Partner wahrgenommen werden sollte. Politiker und Medienschaffende seien aufeinander angewiesen. Für den Politiker sei die Vorbereitung auf das Interview das A und O. Frau Grbic stellte hierfür verschiedene Vorgehensweisen vor. Die Vorträge wurden aufgelockert mit interaktiven Einlagen, wie Kurzstatements, Fragerunden und Übungen zur Rhetorik und Körperhaltung. Abstrakte Themen erklärte die Referentin mit anschaulichen Beispielen aus ihrer eigenen beruflichen Praxis. Die Gruppenarbeit am Nachmittag bestand darin, als politische Partei eine Pressekonferenz vorzubereiten. Hier konnten die Teilnehmer das am Vormittag vermittelte Wissen praktisch anwenden, und sich der konstruktiven Kritik ihrer Parteikollegen aussetzen. Vor allem aufgrund des hohen Grades an Interaktivität schaffte es Frau Grbic, das Interesse und die Begeisterung der Teilnehmer zu wecken. Dieser Beitrag trug nicht nur zur Fortbildung, sondern auch zum besseren gegenseitigen Kennenlernen innerhalb der Gruppe bei.

Abschließend ist zu unterstreichen, dass die dritte „Schule der politischen Grundwerte“ die beste Veranstaltung aus dieser Serie war. Die aus gemischten Charakteren mit unterschiedlichen Erfahrungswerten bestehende Gruppe zeichnete vor allem großes Interesse und Vorbildung aus. Die zu einem breiten Spektrum an Themen referierenden Gäste überzeugten durch Offenheit und Kritikfähigkeit sowie durch ihre Fähigkeit zur Interaktion und Motivation der Teilnehmer. Aus diesen Gründen ist es aus Sicht der Konrad Adenauer Stiftung Belgrad absolut empfehlenswert, dieses Format fortzusetzen.

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