Seminar

3. Thematische Medienschule mit Workshops für Studenten des Journalismus

I. Teil

Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Serbien (KAS) veranstaltete im Rahmen des Regionalen Medienprogramms für Südosteuropa bereits die dritte „Thematische Medienschule mit Workshops für Studenten des Journalismus“.

Details

Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Serbien (KAS) veranstaltete im Rahmen des Regionalen Medienprogramms für Südosteuropa (MSP SOE) gemeinsam mit dem Zentrum zur Unterstützung Demokratischer Initiativen (CPDI) und mit Unterstützung der Fakultät für Politikwissenschaften in Belgrad (FPN) bereits die dritte „Thematische Medienschule mit Workshops“. Die zweiteilige Thematische Medienschule diente den Journalismusstudenten vor allem dazu, praktische Kenntnisse zu sammeln.

Von fundamentaler Bedeutung für den journalistischen Beruf ist Professionalität. Diese gewinnt man durch ständige Weiterbildung und Praxis. Allerdings sollte schon in der Ausbildung ein solides Fundament gelegt werden. Dem vom Lehrstuhl für Journalismus und Kommunikation der Fakultät für Politikwissenschaften angebotenen traditionellen Journalismusstudiengang mangelt es an Fachpersonal, praxisbezogenen Komponenten und Möglichkeiten zu selbstständiger Studentenarbeit. Um eine neue Generation professioneller, mit beruflichen Fertigkeiten ausgerüsteter Journalisten heranwachsen zu lassen, haben die KAS und das CPDI eine Reihe von Bildungsseminaren mit Workshops für insgesamt mehr als 200 Journalismusstudenten aus Belgrad durchgeführt.

Ziel der Thematischen Medienschule war es, die Journalismusstudenten für die praktische Seite der Berufstätigkeit auszubilden. Ihnen wurde angeboten, journalistische Produkte (Aufsätz, Radio- und Fernsehsendungen) eigenständig zu erstellen.

Jeden Samstag vom 3. März bis zum 12. Mai 2009 wurden für jeweils drei Gruppen von Journalismusstudenten thematische Seminare mit Workshops organisiert, an denen renomierte Redakteure, Journalisten und Fachleute aus Deutschland, Kroatien und Serbien zu spezifischen Themen, als Referenten teilnahmen.

Als Schwerpunkte für ihre Recherche und Berichterstattung wurden den Studenten ausgewählte Themen angeboten, die in der aktuellen serbischen Berichterstattung trotz ihrer gesellschaftlichen Bedeutung nur mangelhaft behandelt werden:

  • Medien und Wirtschaft (Wirtschafts- und PR-Journalismus)

  • Kommunale Selbstverwaltung und ihre Funktionen

  • Vertretung der nationalen Minderheiten im politischen Leben

  • Vergangenheitsaufarbeitung

  • Parlamentarismus und Verhaltensweise von politischen Akteuren in Serbien.

Für zwei dieser Themen wurden rein professionelle thematische Workshops mit exklusiven Gästen angeboten: „Medien und Wirtschaft (Wirtschafts- und PR-Journalismus)“ mit Herrn Dr. Dirk Förger, Leiter des Medienprogramms der KAS für SOE und „Vergangenheitsaufarbeitung“ mit Herrn Drago Hedl, einem renommierten Journalisten aus Kroatien.

Insgesamt acht Seminare wurden durchgeführt, die alle aus Vorträgen und Workshops bestanden. Nach jedem thematischen Seminar wurde für die Studenten ein Workshop mit Mentoren organisiert, bei denen sie, eingeteilt in Gruppen für Radio-, Print-, und Fernsehjournalismus, praktische Aspekte ihres zukünftigen Berufes üben konnten. Diese Workshops fanden in den Räumen der Medienabteilung der Fakultät der Politikwissenschaften, im PC-Zentrum, Radio- oder Fernsehstudio statt.

Bei dieser Thematischen Medienschule wurde noch ein weiterer Nachteil der traditionellen journalistischen Ausbildung beseitigt: Während ihres Studiums haben künftige Journalisten derzeit keine Gelegenheit, mit Tonmeistern, Kammeramännern u.ä. zusammenzuarbeiten, da diese ihre Berufe an anderen Fakultäten erlernen. Diese Seminarreihe hat demgegenüber ein kontinuierliches Zusammenwirken der Nachwuchsjournalisten mit den erfahrenen technischen Fachkräften aus dem Medienbereich ermöglicht.

Die eingesetzten Referenten, Redakteure und Journalisten, sowie Professoren als Mentoren arbeiteten mit den Studenten interaktiv in einem offenen und konstruktiven Dialog. Während des regulären Unterrichtes geschieht dies aus Zeitmangel kaum.

Die Ergebnisse dieser Thematischen Medienschule sind hervorragend. Der Unterricht mit einem großen Praxisanteil, hervorragenden Referenten und Mentoren trug u. a. dazu bei, dass an einige Teilnehmer Preise bei einheimischen Medienfestivals verliehen wurden: Fünf Studentinnen erhielten den „Borivoje Mirković-Preis“, für die besten studentischen Beiträge im Radio-, Fernseh- und Print-Journalismus: Milka Domanović, Maja Ivanković, Tamara Zlajić, Nataša Krsmanović und Bojana Ranković. Die Qualität der journalistischen Beiträge unserer Studenten wurde u. a. dadurch bewiesen, dass sie bei dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender Serbiens (RTS) und beim Sender der Hauptstadt Belgrad (STUDIO B) ausgestrahlt wurden:

  • bei RTS, im Ersten Programm: Eine Reportage über die Arbeit der KAS in Sebien sowie über ihren Beitrag zur Ausbildung der Journalismusstudenten, einschließlich eines Interviews mit Frau Claudia Crawford, Leiterin des Auslandsbüros der KAS für Serbien; eine weitere Reportage über die publizistischen Grundsätze und den Leitfaden des serbischen Journalistenkodexes (Hrsg.: Konrad Adenauer Stiftung, Belgrad, „Journalistenkodex Serbiens. Publizistische Grundsätze und Leitfaden“, ISBN 978-86-86661-21-0) einschließlich eines Interviews mit Frau Tamara Skrozza, KAS-erprobte Medienreferentin und Mitautorin der o.g. Publikation.

  • bei „STUDIO B“ lief acht Wochen lang jeweils um 18:00 Uhr die live Radio-Sendung „Hörsaal 6", die unsere Studenten gestalteten und führten.

  • In der Tageszeitung „Danas“ wurden insgesamt drei ausgewählte Aufsätze („Journalismus und PR. Jetzt ist die Frage: Geht es getrennt?“ von Bojan Cvejić, Journalismusstudent, „Wirkung der kommunistischen Parteien in Serbien heute. Liebe Genossinnen und Genossen!“ von Vesna Velkić, Journalismusstudentin und Bojan Cvejić, sowie „Schornsteinfegerin: Eine Frau in Schwarz bringt Glück“, von Bojan Cvejić) veröffentlicht.

Die Journalismusstudenten sahen diese Bildungsseminare als einen direkten, aber wie schon in den beiden vorigen Jahren leider noch immer einzigen Beitrag zu ihrem eigenen Kapazitätenaufbau. Entsprechend den Stellungnahmen der Journalismusstudenten und Professoren ist zu empfehlen, solche Seminare ergänzend zu den obligatorsichen Fächern im Studium regulär anzubieten. Da aber derzeit die Fakultät der Politikwissenschaften keine Möglichkeiten hat, ihre personellen, finanziellen und programmatischen Bildungskapazitäten auszuweiten, dienen solche Programme, die die Betonung auf die praktische Komponente der journalistischen Arbeit legen, ganz sicher der Entstehung einer neuen Generation professioneller Journalisten.

Beim zweiten Teil dieser „3. Thematischen Medienschule mit Workshops“ werden fünf ausgewählte Journalismusstudenten Gelegenheit bekommen, am zweiwöchigen regionalen Medienkurs an der Sarajevo Media Plan Hochschule für Journalismus teilnehmen. Sie werden auch das Lehrbuch „Mediensysteme in Serbien“ von Prof. Dr. Rade Veljanovski, Projektkoordinator dieser Schule, erhalten. Vorgesehener Herausgeber dieses Werks, welches erstmals die Entwicklung der Medienlandschaft in Serbien in systematischer Weise darlegen wird, ist die KAS.

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Fakultät der Politikwissenschaftten, Belgrad

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