Seminar

Über die Ökonomie…

“Landwirtschaft – Problem oder Lösung für Serbien?“

In der Fortsetzung der Gespräche über Ökonomie organisierte der Ökonomische Rat der Demokratischen Partei Serbiens (DSS) mit der KAS in Belgrad vom 27-28. November 2010 die Veranstaltung „Landwirtschaft – Problem oder Lösung für Serbien?“.

Details

Aufgrund der guten Erfahrungen von vorherigen Seminaren wurden nur diejenigen DSS-Mitglieder eingeladen, die sich direkt mit dem Thema befassen oder die auch selber landwirtschaftliche Hersteller sind. Professoren der Fakultät für Landwirtschaft in Belgrad, Prof. Dr. Miladin Ševarlić und Prof. Dr. Zorica Vasiljević, stellten als Experten die gegenwärtige Situation in Serbien auf die richtige Art und Weise dar und boten einige der möglichen Lösungen an.

Im Einführungsteil des Seminars erörterte Dr. Nenad Popović, Vorsitzender des Ökonomischen Rates der DSS, einige der statistischen Angaben in Bezug auf die ländliche Entwicklung Serbiens und den Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinnlandprodukt Serbiens. Er kritisiert den unkontrollierten Import von Nahrungsprodukten in Serbien und warnte vor den Folgen einer solchen Politik. Seiner Meinung zufolge können folgende Vorkommnisse die Agrarpolitik Serbiens langfristig beschädigen: die instabilen Preise, die reduzierten Haushaltsmittel, die gestörte Preisparität, das unentsprechende Anregungssystem, das inadequate Funktio-nieren der Warenreserven und die Möglichkeit, dass ab 2012 auch ausländische Staatsbürger in Serbien Land kaufen können. Polen hat, zum Beispiel, nach dem EU-Beitritt verboten, dass in den nächsten 12 Jahren ausländische Bürger in Polen Land kaufen können.

Angesichts der aktuellen Situation mit der Milchversorgung am Markt und der Übermacht der Monopolisten in dieser Nahrungsindustrie gab die Präsentation von Professor Ševarlić eine sehr gute Einsicht in die Ereignisse in dem Bereich. Doch, ganz am Anfang gab er auch einen allumfassenden Überblick der serbischen Landwirtschaft und äußerte seine Meinung, dass die Landwirtschaft das Potential zum bedeutendsten Wirtschaftszweig Serbiens besitzt. Das Problem sieht er in der Tatsache, dass der Haushalt für die Landwirtschaft um das Zweifache reduziert wurde und dass das Instrument der Heranführungshilfe (IPA) nicht zugänglich ist. Er ist gegen die Gleichsetzung der serbischen mit den europäischen Zollgebühren in den nächsten vier Jahren, genauso wie gegen die schlecht durchge-führten Privatisierungen und die Schließung der großen Landwirtschaftsunternehmen. Wenn die Regierung bestimmte Maßnahmen nicht unternimmt, werden unsere Landwirtschaft, so die Meinung von Professor Ševarlić, und vor allem die Milchindustrie, für die Produktionspolitik der EU nach 2015 nicht vorbereitet sein, die auf den Prinzipien der Konkurrenzfähigkeit, der Produktivität und Wirtschaftlichkeit basieren wird.

Über die “Investitionen in der Landwirtschaft” sprach Prof. Dr. Zorica Vasiljević. Neben der Tatsache, dass sie die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung gewährleistet, ist die landwirtschaftliche Produktion auch die Hauptquelle der Rohstoffe für zahlreiche Industriekapazitäten. Die Haupteigenschaft des privaten Sektors in der serbischen Landwirtschaft ist die Tatsache, dass sie auf vielen, kleinen, traditionellen Landwirtschaftsunternehmen basiert, die dem technischen Fortschritt in der Landwirtschaftsproduktion schwer folgen können und die schwer die notwendigen Investitionen machen können (wegen der beschränkten ökonomischen Kraft, der Schulden usw.). Der Zufluß des notwendigen ausländischen Kapitals (vor allem der direkten ausländischen Investitionen) ist der Regel nach langsam und die potentiellen ausländischen Investoren sind sehr vorsichtig wegen der relativ langsamen Privatisierung, der Instabilität in der Umsetzung bestimmter Systemlösungen, der hohen Inflationsrate, der hohen Arbeitslosigkeit, des mangelnden oder ungenügend entwickelten Kapitalmarkts, der Korruption, der Aussenschuld, der mangelnden und nicht angepassten Rechtsregulative usw. Nachdem Serbien den Kandidatenstatus bekommt, wird es auch mit der Nutzung der Mittel aus dem IPA bzw. dem IPARD Programm rechnen können, das der Unterstützung der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung dient.

Doch die landwirtschaftlichen Hersteller, Institutionen und alle diejenigen, die sich mit der Landwirtschaft befassen, können die Landwirtschaft in Serbien nicht revitalisieren wenn der Staat nicht ernsthaft entschlossen ist in die Ausbildung und die ländliche Entwicklung größere finanzielle Mittel als bisher zu investieren, damit wir beim EU-Beitritt eine Landwirtschaft haben könnten, die auf dem europäischen Markt konkurrenzfähig wäre.

Die Auswahl des Themas, der Redner und Teilnehmer zeigte, dass es Themen gibt, die in den ökonomischen Programmen der politischen Parteien ihren Platz haben, aber die doch sehr oberflächlich behandelt werden und deshalb werden wir uns mit diesem Thema aus einer anderen Perspektive in Zukunft wieder auseinandersetzen.

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Belgrad

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