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Abbau von Vorurteilen zwischen Syrern und Libanesen, Training der Jugendlichen in Konfliktprävention und -management, Menschenrechte inklusive Tourismusförderung: Das waren die Ziele, welche die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Zusammenarbeit mit Dawaer und im Auftrag der Bernhard-Vogel-Stiftung in Al-Qaa, Nord-Bekaa-Ebene, verfolgte. Am 09. und 10. Juni fanden dazu ein abschließender Workshop des Kompetenztrainings der Jugendlichen und ein Community-Programm mit interaktiven Zeichnungen und Malereien statt.

Als Schlusspunkt eines mehrmonatigen Projekts durchgeführt von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Zusammenarbeit mit der NGO Dawaer leiteten die teilnehmenden Jugendlichen ein Konfliktpräventionstraining mit rd. 20 Kindern aus Al-Qaa. Ziel des von der Bernhard-Vogel-Stiftung geförderten Projektes war es, den libanesischen und syrischen Jugendlichen Kompetenzen im Umgang mit Menschenrechten, Konflikten und Rassismus zu vermitteln und gleichzeitig beide Gruppen einander näher zu bringen. Die geschulten Jugendlichen sollen auch in Zukunft als Multiplikatoren dienen, da sie erlernte Inhalte in Eigeninitiative eigenständig weitergeben können.

Spielerisch brachten die libanesischen und syrischen Freiwilligen den Kindern im Grundschulalter Konzepte und Begriffe zur Konfliktprävention und Menschenrechten bei. Dabei verwendeten sie verschiedene didaktische Methoden wie Rollenspiele, Kurzfilme zum Thema Mobbing sowie Pantomime, um den Kindern die Inhalte zu vermitteln. Dabei konnten die Ehrenamtlichen auf Fähigkeiten zurückgreifen, welche sie im Rahmen des Projekts erlernt haben. Dem vorangegangenen waren ein Training der Jugendlichen im Dezember 2017 sowie ein erstmals von ihnen geleiteter Workshop mit rd. 80 Kindern im Februar 2018. Insgesamt wurden bei den Maßnahmen rd. 20 Jugendliche weitergebildet. Nach dem Workshop fand ein Community-Programm mit interaktiven Zeichnungen und Malereien statt. Der Graffiti-Künstler Ahmad Mazloum aus Beirut bemalte im Rahmen der Aktion gemeinsam mit den Jugendlichen fünf (drei große und zwei kleine) Hauswände an öffentlichen Plätzen in Al-Qaa. Dabei beteiligten sich die Jugendlichen nicht nur beim Bemalen, sondern dokumentierten die Arbeit auch mit Videos und Fotos. Im Vorjahr waren sie von der Konrad-Adenauer-Stiftung und der NGO Dawaer im Bereich Medien und Fotografie unterrichtet worden.

Die Motive der Graffitis zeigen dabei eine traditionelle Situation – zwei Frauen backen gemeinsam Brot –, sowie vier interaktive Bilder, bei denen der Betrachter entweder zur Marionette zweier überlebensgroßer Hände wird, sich mit Hilfe zweier Flügel zum Engel verwandelt, eine Pusteblume verwehen lässt oder einen Straus Blumen überreicht bekommt. Das Community-Programm soll u.a. dazu beitragen, Touristen anzuziehen und für Projekte zur Konfliktprävention in den benachbarten Aufnahmeregionen von Flüchtlingen zu werben. Die syrischen Jugendlichen, die zuvor auch schon am Medientraining der KAS teilgenommen hatten, fehlten jedoch bei dem Graffiti-Projekt, da in ihrem Flüchtlingslager eine ansteckende Hautkrankheit ausgebrochen war.

Hintergrund des Engagements in Al-Qaa war eine Serie von Selbstmordanschlägen in der Ortschaft im Sommer 2016, welches das Verhältnis zwischen libanesischen Einwohnern und den dort angesiedelten syrischen Flüchtlingen stark belastet hat. Das Projekt zur Konfliktprävention konnte einen Grundstein zur Überwindung dieser Spannungen legen und Jugendliche als langfristige Vermittler des Friedens ausbilden. Weitere Projekte sind vonnöten, um das sich entwickelnde Vertrauen zwischen den syrischen Flüchtlingen und den libanesischen Jugendlichen langfristig zu stabilisieren.

Kontakt

AbbildungDr. Malte Gaier ›
Leiter des Auslandsbüros Libanon | Kommissarischer Leiter des Auslandsbüros Syrien/Irak
Tel. +961 1 388 095/6
Malte.Gaier(akas.de


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