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KAS-Newsletter Äthiopien

Juli 2022

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KAS-Newsletter Äthiopien

EDITORIAL

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn es eine gute Nachricht aus Äthiopien in dieser Woche gab, dann folgende:

Premierminister Abiy Ahmed und der sudanesische Militärführer, General Abdel Fattah, erklärten, sie hätten eine Lösung gefunden, die Spannungen zwischen ihren beiden Ländern friedlich beizulegen. Dies war das Ergebnis von Gesprächen am Rande eines Treffens der Regionalen Wirtschaftsgemeinschaft IGAD in Nairobi.

Ende Juni hatte Sudan Äthiopien beschuldigt, sieben sudanesische Soldaten und einen Zivilisten in der Grenzregion Al-Fashaqa getötet zu haben. Bewohner beider Länder beanspruchen die Region für sich. Vor einer Woche hatte AU-Kommissionspräsident Moussa Fakhi die Nachbarländer dazu aufgerufen, keine Waffen gegeneinander zu erheben.

Die allgemeine Lage in Äthiopien ist jedoch höchst besorgniserregend. Am Montag wurde ein Massaker im nördlichen Teil der Oromia-Region bekannt, das mutmaßlich insbesondere Mitglieder der Volksgruppe der Amhara zum Ziel hatte. Die genaue Opferzahl ist noch nicht bekannt. Premierminister Abiy machte die Rebellengruppe der „Oromo Liberation Army“ (OLA) verantwortlich. Das äthiopische Parlament bildete einen Untersuchungsausschuss. Erst vor zwei Wochen wurden bei einem Massaker im gleichen Landesteil schätzungsweise 300 Zivilisten getötet. Abermals sollen gezielt Amharen angegriffen worden sein. Die OLA wies jegliche Vorwürfe zurück. Die Ereignisse haben Trauer, Schmerz und Wut in weiten Teilen der äthiopischen Bevölkerung ausgelöst. Viele Menschen sind fassungslos.

Eine weitere Verschärfung der Lage im Land mit noch ungekannten Folgen trat am Dienstag ein, als die Regierung die Subventionen auf Spritpreise aufhob, wonach sich der Preis für einen Liter Benzin um nahezu ein Drittel erhöhte. Der Liter Diesel stieg um mehr als ein Drittel. Von der Erhöhung soll der öffentliche Nahverkehr ausgenommen sein. Dies kann jedoch nicht verhindern, dass die drastisch gestiegenen Spritpreise zu einer weiteren Verteuerung des Lebens in Äthiopien führen werden. Die Folgen des Ukraine-Kriegs sind seit Wochen spürbar. Lebensmittelpreise haben sich verteuert. Viele Menschen haben große Schwierigkeiten, mitzuhalten.

Wir würden uns freuen, wenn diese Newsletter-Ausgabe wieder auf Ihr Interesse stieße.

 

Mit freundlichen Grüßen,
Benno Müchler

KAS-Büroleiter Äthiopien/AU

 

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Veranstaltungskalender

Bleiben Sie über die Veranstaltungen unseres Auslandsbüros informiert. Auf unserer Homepage informieren wir regelmäßig über unser Veranstaltungsprogramm. Kommende Woche stellen wir u.a. eine Studie über die Förderung des Privatsektors im Zehn-Jahres-Plan der äthiopischen Regierung vor.

 

Nachrichten aus Äthiopien

WaltaInfo: PP Passes Decision to End War in Northern Ethiopia Through Peaceful Talks
Quartz: Inflation in Ethiopia has remained above 25% for a year
The Reporter: Solomon, Lemicha to lead Ethiopia in World Athletics Championship

 

Nachrichten aus Deutschland

Reuters: Germany's Scholz revives 1960s-style meets with unions, bosses on inflation
Deutsche Welle: European Parliament backs listing nuclear energy, gas as 'green'
The Guardian: Women’s Euro 2022 team guide No 7: Germany

 

Neues aus der Stiftung

Ein neuer Sammelband, unterstützt durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, analysiert die jüngsten Beziehungen zwischen China und Russland. Der Band steht am Ende einer zweijährigen Recherche und setzt am Wendepunkt der Krimkrise 2014 an. Sie können die englisch-sprachige Publikation kostenfrei auf der Homepage der KAS herunterladen.

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