KAS Algerien

Veranstaltungsberichte

Welche Wachstumsstrategien helfen der algerischen Wirtschaft aus der Covid-19-Krise?

von Nora Beldjoudi

Task Force der Konrad-Adenauer-Stiftung in Algerien und dem Centre de Recherche en Economie Appliquee (CREAD)

Ein Expertenworkshop diskutiert die wichtigsten Stellschrauben zur Stimulierung von Nachfrage und Investion für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung nach Covid-19

Die Covid-19-Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Algerien, das vor allem durch die Einnahmen aus Kohlenwasserstoffen in die internationale Wirtschaft eingebunden ist, bekam während die Auswirkungen der Krise voll zu spüren. Sie erfasste nahezu ausnahmslos alle produktiven Sektoren und führte zu einer Verschlechterung sämtlicher Wirtschaftsdaten.

Über Strategien zur Wiederbelebung des Wachstums der algerischen Wirtschaft diskutierten Experten, Forscher und Hochschullehrer (Ökonomen, Soziologen, Historiker) aus ganz Algerien am 25. und 26. Dezember 2021 in Algier auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Forschungszentrum für angewandte Wirtschaft (CREAD) sowohl in Präsenz als auch online.

Weltweite Erfahrungen sind vergleichbar

Die globale Gesundheitskrise hat sich mit alarmierender Geschwindigkeit ausgebreitet, Millionen von Menschen infiziert und die Wirtschaftstätigkeit praktisch zum Erliegen gebracht. Neben den gesundheitlichen und sozialen Folgen sind vor allem die wirtschaftlichen Schäden eklatant und stellen eine der größten Bewährungsproben der vergangenen Jahrzehnte dar. Auf der Veranstaltung fassten Experten diese Auswirkungen zusammen und gaben Empfehlungen für eine strategische wirtschaftliche Erholung.

Zunächst wurde eine Bestandsaufnahme vorgenommen, die die Folgen umschrieb und die getroffenen Entscheidungen insgesamt als notwendig und auch angemessen beurteilte. Die präventiven Gesundheitsmaßnahmen wurden von den Unternehmen unterschiedlich umgesetzt; einige Unternehmen schlossen ihre Fabriken vollständig oder teilweise, andere Unternehmen mischten Präsenzarbeit mit Telearbeit oder griffen auf Teilzeitarbeit zurück. Im Ergebnis war, wie überall auf der Welt, ein deutlicher Rückgang des Produktionsvolumens zu verzeichnen.

 

Algerien kann lokal agieren und sich global einbringen

Die Entscheidungen der algerischen Regierung zur Stimulierung der Wirtschaft wurden im Anschluß mit internationalen Erfahrungen verglichen. Von besonderer Bedeutung war die Diskussion der richtigen Steuerung der Maßnahmen, die Kommunikation unter den Hautakteuren und der Überleitung auf das nach der Pandemie verfolgte Wachstumsmodell.

Den Experten zufolge können sich - trotz fortbestehender Unsicherheiten - mittelfristig positive Entwicklungen abzeichnen, wenn die Maßnahmen der öffentlichen Hand und ihre Investitionen auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der privaten Akteure abgestimmt werden. Dieser Hebel kann positive Auswirkungen auf die Wiederbelebung des Wachstums haben.

Eine weitere für die wirtschaftliche Erholung bedeutende Dimension ist die Verbindung des algerischen Wachstums mit der Wiederbelebung des Wachstums der Weltwirtschaft. Dabei wurden trotz fortbestehender weltwirtschaftlicher Risiken im Nachgang der Pandemie, wie den gestörten Handels- und Wertschöpfungsketten, auch festgehalten, dass sich die Aussichten für die algerische Wirtschaft vor allem dann verbessern, wenn man sich zumindest schrittweise für die Weltwirtschaft öffnet und seinen eigenen inländischen Wertschöpfungsbeitrag zum globalen Wirtschaftsmodell erhöhen und sich dabei auch schrittweise von der Abhängigkeit von Öl- und Gaseinnahmen lösen kann.

Kontakt

Nora Beldjoudi

Nora Beldjoudi

Projektkoordinatorin

nora.beldjoudi@kas.de +213 - 23 55 55 24 +213 -23 55 58 65

Über diese Reihe

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