Veranstaltungsberichte

Berlin ist Sehnsuchtsort von vielen Menschen

von Christian Schleicher

Friedrichshain-Kreuzberger Gespräch

„Nicht das Denken, sondern das Tun ist wichtig!“ Mit diesem Satz leitete Dr. Volker Hassemer, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Zukunft Berlin, in das Friedrichshain-Kreuzberger Gespräch ein, das unter dem Motto „Wachsende Stadt Berlin – Herausforderungen und Chancen“ stand. Der Experte, der bereits zweimal Senator für Stadtentwicklung gewesen ist, führte aus, dass eine zentrale Herausforderung der Zukunft für Berlin darin bestehe, die Stadt und ihre Infrastruktur den Ansprüchen und Bedürfnissen der schnell wachsenden Bevölkerung anzupassen.

Dabei dürfe es aus seiner Sicht nicht nur um das Bauen an sich gehen, sondern vielmehr darum, die Stadt nach einem konkreten Plan zu entwickeln. Er sprach sich dafür aus, bei größeren Projekten verstärkt die Kompetenz und die Erfahrungen der Bürger zu nutzen, wobei für ihn als Verfechter der repräsentativen Demokratie feststeht, dass die Entscheidungsgewalt bei der Politik verbleiben muss. Der Referent erwähnte nicht ohne Stolz, dass Berlin eine attraktive Stadt sei, die für viele Menschen einen Sehnsuchtsort darstelle. Viele positive Entwicklungen im wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichem Bereich würden speziell von dem neuen Mittelstand geprägt, den es bereits seit mehreren Jahren nach Berlin ziehe. Eines seiner zentralen Anliegen lautete, dass es den politischen Parteien wieder gelingen müsse, ihre Rolle und ihren Ruf entscheidend zu verbessern. „Der vorpolitische Raum muss Lehrraum für die Politik gegenüber der Gesellschaft werden.“ Hassemer sprach sich für ein zukunftsweisendes Stadtmanagement aus. „Der Umgang der Verwaltung mit der Stadt und den Menschen muss revolutioniert werden.“ Der Ex-Senator machte deutlich, dass die Sicherheit ein existenzielles Bedürfnis der Menschen sei und daher von der Politik nicht außer Acht gelassen werden sollte. Er gab Herrn Wansner die Empfehlung, dass sich die CDU dieses Themas noch stärker als bisher annehmen solle.

Der Politiker Kurt Wansner bezeichnete den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg als seine Heimat und ging kurz auf die Genese der Zusammenlegung der beiden alten Bezirke zu einem neuen Bezirk ein, wovon nach seiner Überzeugung beide Seiten deutlich profitiert hätten. Er machte deutlich, dass trotz des erforderlichen Baus vieler neuer Wohnungen, der Bezirk mit seinen vielen Kiezen erhalten bleiben müsse und sein Gesicht nicht völlig verändern dürfe. Wansner führte aus, dass die Bürgerbeteiligung für ihn der richtige Ansatz sei und dass die Politik verstärkt das Gespräch mit den Bürgern zu suchen und auf deren Wünsche einzugehen habe. Überdies sprach er das Themenfeld Sicherheit an, indem er besonders auf die Probleme auf dem RAW-Gelände, am Cottbusser Tor und im Görlitzer Park einging. Hier sei man seitens der Politik mit Justiz und Polizei im ständigen Austausch, um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen.

Aus dem Kreis des Auditoriums wurden die Themenfelder Direktwahl des Regierenden Bürgermeisters, Vertrauensverlust der Politik, Gefahren durch Populismus, Wohnungsbau, Sicherheit, Verkehr, Bildungspolitik und Mieten angesprochen.