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Veranstaltungsberichte

Freiheit zum Selbstdenken

von Prof. Dr. Michael Braun

Daniela Danz erhält den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2026

Dass „freies, auch kritisches Denken keine Zumutung, sondern eine Voraussetzung“ ist, betonte Daniela Danz im Musikgymnasium Schloss Belvedere. Selbstdenken als Voraussetzung fürs Schreiben und fürs politische Handeln in einer freiheitlichen Demokratie.

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Mit diesen Worten bedankte sich die Schriftstellerin am 14. Juni für den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2026. Über 300 Gäste aus Kultur, Politik, Wissenschaft waren aus nah und fern nach Weimar gekommen, um an der Feierstunde teilzunehmen. Mit dem Preis, der mit 20.000 Euro dotiert ist, zeichnet die Stiftung seit 1993 Autoren und Schriftstellerinnen aus, die der Freiheit das Wort geben. Preisträger der letzten Jahre waren Lutz Seiler, Ulrike Draesner und Iris Wolff.

Die in Eisenach geborene und in Thüringen lebende Autorin nehme sich die „Freiheit zum Selbstdenken“ und teile sie uns als „Herausforderung zum Mitdenken“ mit, sagte die Vorsitzende der Stiftung, die ehemalige Ministerpräsidentin und Bundesministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die den Preis am Sonntag verlieh. „Die Freiheit zum Denken ist Daniela Danz zufolge auch immer verbunden mit einem Sprechen, das ‚offen, vielstimmig und widersprüchlich‘ ist. Und ich finde, Demokratie im besten Sinne des Wortes ist offen, vielstimmig und widersprüchlich.“

Daniela Danz öffne in ihren Gedichten, in ihrer Prosa und in ihren Essays europäische Räume „in Grenzgebieten und Sperrzonen“, sagte der Historiker und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels Karl Schlögel in seiner Laudatio. In diesem Gelände setze die Schriftstellerin neue Zeichen der Freiheit: politische und poetische Signale eines sprachlichen Geländegewinns. Dafür spreche der Titel ihres Essaybandes: „Nichts ersetzt den Blick ins Gelände“.

Großen Anklang fand die Dankrede der Preisträgerin, die in diesem Jahr auch den Bundeswettbewerb „Demokratisch handeln“ für Jugendliche kuratiert. Sie betonte die Nachbarschaft ihres Schreibens zu demokratischem Handeln. Beides brauche „Maß, Urteilskraft, Verantwortungsgefühl und die Fähigkeit, den einzelnen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren“. Und „beides verlangt Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Selbstprüfung und die Bereitschaft, den anderen nicht vorschnell unter Begriffe zu bringen. Wo die Literatur genau hinsieht und dadurch vermag, die Welt in ihrer Vielgestaltigkeit wahrzunehmen und zu vermitteln, bewahrt die demokratische Praxis sie durch beständige Neuschaffung“.

Freiheit, Kunst und Demokratie gehören insofern zusammen. Die Preisträgerin wird am 30. Oktober bei den Berliner Gesprächen der Konrad-Adenauer-Stiftung und Anfang Dezember im Literaturhaus Leipzig, in Kooperation mit dem Bildungsforum Dresden der Stiftung, lesen.

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Prof. Dr. Michael Braun

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Referent Literatur
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