Veranstaltungsberichte

Grüne oder blaue Ökologie: Wem gehört die Zukunft?

von Laura Naujoks

Online-Abendveranstaltung mit Matthias Horx, Marie-Luise Dött und Dr. Bettina Hoffmann.

Am 09. März 2021 lud die KAS zu einer Abendveranstaltung zum Thema „Grüne oder blaue Ökologie: Wem gehört die Zukunft?" mit Matthias Horx, Marie-Luise Dött und Dr. Bettina Hoffmann ein. Die Moderation übernahm Kora Blanken.

Am 09. März 2021 lud die KAS zu einer Abendveranstaltung zum Thema „Grüne oder blaue Ökologie: Wem gehört die Zukunft?" mit Matthias Horx, Marie-Luise Dött und Dr. Bettina Hoffmann ein. Die Veranstaltung fand online über die Plattform Zoom statt und es nahmen ca. 120 Interessierte teil. Die Moderation übernahm Kora Blanken.

Zu Beginn leitete Ralf Altenhof, Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen, thematisch in die Veranstaltung ein. Jüngst sei bei einer Sitzung der Bremer Enquetekommission zum Klimaschutz von einem grünen Abgeordneten der Vorschlag unterbreitet worden, bei der Gemeinschaftsverpflegung auf vegane Ernährung zu setzen. Heißt: wer in Bremen zukünftig eine Mensa oder Kantine besuche, müsse vegan essen. Altenhof kritisierte, ob Bevormundung statt Selbstbestimmung sei keine Lösung. Außerdem führte er den Vorschlag eines Politikers der Grünen an, die Anzahl von Flügen der Deutschen auf drei zu beschränken. Laut dem Klimaexperten Hans von Storch sei dies gut gemeint, aber wirkungslos. Vielmehr bedürfe es technischer Innovationen.

Anschließend stellte er die Referierenden vor. Marie-Luise Dött ist seit 1998 Mitglied des Bundestages und umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dr. Bettina Hoffmann ist seit 2017 Mitglied des Bundestages und Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit der Bundestagsfraktion des Bündnis 90/Die Grünen. Matthias Horx ist Trend- und Zukunftsforscher sowie Publizist.

Horx veranschaulichte mit Hilfe einer Power Point Präsentation seinen Standpunkt. Seiner Meinung nach denken wir mit dem Bewusstsein für Ökologie der 70er- und 80-er Jahre über die Zukunft nach. Der („bisherige“) Begriff der Ökologie, die grüne Ökologie, wird daher mit Untergangsängsten, Verlust, Verzicht oder auch Knappheit assoziiert. Somit sei es wichtig, das Bewusstsein der Menschen in die Richtung eines neuen Ökologie-Begriffs, der blauen Ökologie, zu wenden, welcher für Fülle, Kreativität, Technik, Kraft und Schönheit steht. Anschließend nannte er Beispiele für die aktuelle Innovationswelle und erklärte das Prinzip der zirkulären Ökonomie und die damit verbundenen Vorteile.

Es folgte eine Podiumsdiskussion mit allen Beteiligten. Durch kritische Fragen der Moderatorin wurden verschiedene Perspektiven zu dem Thema deutlich. Nach Hoffmann ist es beispielsweise nicht hilfreich, durch die Begrifflichkeiten der blauen oder grünen Ökologie in ein Schubladendenken zu verfallen. Vielmehr sei es nötig, beide Aspekte bei der Findung von Lösungen zu berücksichtigen. Frau Dött betonte, dass mit Verzicht und Verboten wir keinen Schritt weiterkommen und dass Kooperationen mit anderen Ländern essenziell für ökologische Lösungen sind und dass die Aspekte Ökonomie und Soziales nicht außer Acht gelassen werden dürfen. 

Das Publikum hatte während der ganzen Veranstaltung die Möglichkeit, Fragen in den Chat zu stellen, welche dann von der Moderatorin aufgegriffen wurden. Das Schlusswort sprach Ralf Altenhof. Als Fazit sei zu betonen, dass 1) Kreativität und Offenheit Fortschritte fördern, 2) Zwänge und Verbote Bürgerinnen und Bürger nicht überzeugen und 3) auch die wirtschaftliche und soziale Komponente bei der Diskussion berücksichtigt werden müssen.

Ansprechpartner

Dr. Ralf Altenhof

Dr

Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Bremen

ralf.altenhof@kas.de +49 421 163009-0 +49 421 163009-9
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