Veranstaltungsberichte

Soziale Marktwirtschaft - Wirtschaft und Gesellschaft verbinden

von Martha Kontodaimon
Erstes wirtschaftspolitisches Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung Griechenland

Das erste Seminar zum Konzept der Sozialen Marktwirtschaft, das von der Konrad-Adenauer-Stiftung Griechenland organisiert wurde, fand Anfang März 2015 in Nafplio statt. Ziel des Seminars war es, den Teilnehmern Grundkenntnisse des Modells der Sozialen Marktwirtschaft zu vermitteln: wie man sich an ein wirtschaftliches oder gesellschaftliches Problem mit alternativen Betrachtungs- und Analysewegen herantasten kann. Zwanzig Teilnehmer, unter vielen Bewerbern ausgewählt, begaben sich gemeinsam mit einem Team aus Experten zum Thema auf die ordnungspolitische Spurensuche.

Erster Teil: Verstehen

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Einführung in die Theorie und die Grundprinzipien des Modells der Sozialen Marktwirtschaft - vermittelt durch Martha Kontodaimon, wissenschaftliche Mitarbeiterin der KAS Athen. Im Anschluss fand eine Gruppenpräsentation und Diskussion der Teilnehmer statt, die das Modell bewerten und unter anderem auch entscheiden sollten, ob und wie Elemente desselben in ihrem Land eingesetzt werden könnten. Jeder Teilnehmer musste zwei Prinzipien auswählen, die er für sehr wichtig für seine Gesellschaft sowie seine Wirtschaft hält. Der Tag endete mit einem Vortrag von Matthias Schäfer, Leiter des Teams Wirtschaftspolitik der KAS Berlin, über die Ursprünge und Bedeutung der Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft.

Zweiter Teil: Vertiefen und Anwenden

Den zweiten Tag eröffnete ebenfalls Matthias Schäfer, der die vielseitigen Möglichkeiten des Modells der Sozialen Marktwirtschaft für Unternehmer erläuterte, mit einem besonderen Augenmerk auf klein- und mittelständische Unternehmer. Gastredner Nikos Kakavoulis, Entrepreneur, Pionier im digitalen Unternehmertum und Gründer sowie ehemaliger CEO des "Daily Secret", präsentierte sehr anschaulich seine unternehmerischen Erfahrungen: die Macht von Krisen; die Chancen, Talente wieder zu entdecken; Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen. Die Übernahme von persönlicher Verantwortung spielt nach Kakavoulis' Anschauung eine zentrale Rolle, um seine unternehmerischen Ziele zu erreichen - selbst in einer Umgebung dysfunktionaler Institutionen. Der Tag wurde mit der Präsentation von Prof. Dr. Athanasios Pitsoulis, Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftswissenschaften und ihre Didaktik an der Universität Hildesheim, abgeschlossen.

Dritter Teil: Interaktive Gruppenarbeit und intensive Diskussion

Der erste Teil des letzten Seminartages wurde in interaktiver Gruppenarbeit gestaltet: vier Gruppen wurden eingeteilt und entschieden sich jeweils für eine wirtschaftspolitisch relevante Institution, die sie als ineffizient und schlecht funktionierend identifizierten. Im Anschluss wurden die besprochenen Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft auf diese jeweiligen Einrichtungen angewandt, um zu verstehen, wie diese möglicherweise effizienter gestaltet werden können. Der Einfluss der individuellen Handlungen und Motivationen auf Gesellschaft und Wirtschaft wurden auf diesem Wege analysiert – unter Bezugnahme auf eines der zentralen Kriterien des Modell der Sozialen Marktwirtschaft, nämlich der persönlichen Verantwortung. Professor Athanasios Pitsoulis hielt die Schlusspräsentation des wirtschaftspolitischen Seminars, gefolgt von einer intensiven Diskussion der Teilnehmer über Wirtschaftsinstitutionen, Fragen der Marktorientierung und Wettbewerbsfähigkeit. Die Impulse und Ideen waren so zahlreich, dass auch noch während der Rückfahrt nach Athen angeregt debattiert wurde – für die KAS Athen ein Indiz, dass sich die geplante Fortsetzung des Projekts lohnt.

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