Vortrag

Die Zukunft der NATO - Von Piratenbekämpfung bis Cyberwar

Vortrag und Diskussion

Ihre einstige Rolle hat die NATO verloren. Die Klarheit über den geopolitischen Front-verlauf ist der NATO abhanden gekommen, weil es den Warschauer Pakt als Gegner nicht mehr gibt.

Details

Die NATO hat es mit einer wesentlich komplizierteren Welt zu tun als früher. Die vormals gemeinsame Wahrnehmung der Bedrohung ist heute durchaus unterschiedlich - und dies belastet das Bündnis. Tatsächlich ist die NATO mittlerweile nicht nur im Kosovo tätig und führt die Afghanistan-Truppe ISAF - sie kümmert sich auch um Piratenbekämpfung im Indischen Ozean, um Erdbebenhilfe in Pakistan, um den Transport afrikanischer Soldaten im Iran und um Computerattacken in Estland. Bedrohungen der Sicherheit, so das Credo des scheidenden Generalsekretärs, seien eben Terrorismus, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, internationaler Drogenhandel, Piraterie und elektronische Kriegsführung.

Die Abwehr von Cyber-Angriffen soll ein wesentlichen Baustein der neuen Bündnis-strategie sein. Unter der Leitung der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Al-bright arbeitet derzeit eine Expertengruppe an dem Papier, das auf dem Gipfeltreffen im November in Lissabon beschlossen werden soll.

Herr Dr. Kamp begann seinen Vortrag, indem er als ersten Punkt die Nuklearwaffen erwähnte und als Einstieg in das komplexe Themengebiet nutzte. Er verwies darauf, dass sich in der NATO selbst viel getan habe und dass eine neue Strategie, auch in Bezug auf die Piraterie und den Cyberwar, dringend nötig sei.

Seinen Vortrag gliederte er in verschiedene Themengebiete, die sich alle mit der neuen Strategie befassten, jedoch vier verschiedene Fragestellungen behandelten.

Der Referent erläuterte zunächst, was das Neue an der zukünftigen NATO-Strategie sein wird. Dabei ging er auf die Globalisierung, die militärischen Operationen und deren Rechtfertigungen, auf die öffentliche Unterstützung, die finanziellen Einbußen und auf das transatlantische Verhältnis zu anderen Staaten ein.

Sein zweiter Punkt bezog sich auf die Art und Weise der Strategieformulierung. Dabei erklärte er den Teilnehmern, dass das zukünftige NATO-Strategiepapier auf Öffentlichkeit und Transparenz setzen möchte. Ein Expertenbericht wird zwar als Grundlage der neuen Strategie dienen, jedoch soll das Dokument anders gestaltet werden als die bisherigen Politikdokumente. Das soll dadurch erreicht werden, dass man Seminare mit Journalisten und jungen Leuten veranstaltet, um deren Meinungen und Vorschläge zu hören und einzubeziehen.

Der dritte Punkt des Vortrages befasste sich mit den „Fallstricken“. Der Referent erläuterte die Meinungsverschiedenheiten und die Anforderungen, die an die neue Strategie gestellt werden. Er führte in seinem Vortrag näher aus, dass es wichtig sei Aufgaben und Ziele neu zu definieren, den Bündnisgeist zu beleben und klare Richtlinien zu setzen. Man müsse sich auch klar darüber werden, welche Art von Bündnis angestrebt werden soll. Dabei sei es nach Kamp sehr wichtig zunächst die Grundfragen zu klären und Antworten zu finden. Mögliche Fragestellungen seien zum Beispiel, welche Rolle die NATO zukünftig einnehmen und was für Aufgabenbereiche sie abdecken wird. Man müsse sich aber auch international Gedanken darüber machen, wie man in Zukunft mit Ländern wie Russland umgeht.

In seinem vierten und letzten Punkt des Vortrages gab Herr Dr. Kamp Ausblicke für die Zukunft. Dieser Vortragspunkt beschäftigte sich mit realistischen Erwartungen und Hoffnungen. Der Referent betonte wie wichtig es sei eigene Positionen vor den Ländern zu definieren und Ziele publik zu machen. In seinem Schlusswort gab Herr Dr. Kamp zu bedenken, dass man sich nicht mit dem neuen Strategiepapier zufrieden geben dürfe. Die Arbeit finge danach erst an.

Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit Fragen zu stellen und mit dem Referenten in ein Gespräch zu kommen. Die Fragen befassten sich inhaltlich u.a. mit der Piratenbekämpfung, dem Afghanistan-Einsatz und der Abschaffung der Wehrpflicht.

Dr. Karl-Heinz Kamp, geb. 1957, studierte Geschichte und Politische Wissenschaf-tern in Bonn. 1985 beendete er seine Magisterarbeit über die Rolle der konventionel-len Streitkräfte der NATO. Er erhielt einen Ph.D. von der Universität der Deutschen Bundeswehr Hamburg mit einer Dissertation NATO nuklearen Planungsverfahren. Im Jahr 1986 bekam er ein Stipendium der Volkswagen-Stiftung für Forschung zur Si-cherheitspolitik. 1988 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Science and Internationa lAffairs (CSIA), John F. Kennedy School of Government, Harvard University, USA. Von 1992 bis 2003 war er als Leiter der Außen- und Sicherheitspoli-tik International Planing der Konrad-Adenauer-Stiftung tätig.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung Hamburg lädt herzlich zu dieser Vortrags- und Diskus-sionsveranstaltung ein.

Zum Kalender hinzufügen

Veranstaltungsort

Hotel Stegenberger, Heiligengeistbrücke 4

Referenten

  • Dr. Karl-Heinz Kamp
    • Director
      • Research Division NATO Defense College
        • Rom
          Kontakt

          Dr. Karsten Dümmel

          Dr

          Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Saarland

          Karsten.Duemmel@kas.de +49 (0) 681 - 927988 0 +49 (0) 681 - 927988 9
          Die Zukunft der NATO - Von Piratenbekämpfung bis Cyberwar