Veranstaltungsberichte

Deutsch und Muslim

– Ein Widerspruch?

Vortrag und Diskussion mit Dr. Marwan Abou Taam

Dr. Abou-Taam berichtete, dass sich 3,2 – 4.5 Mio. Menschen in Deutschland als Muslime identifizieren. Dabei existieren in der deutschen Gesellschaft unterschiedliche Positionen, ob Islam ein Teil der deutschen Kultur ist. Deshalb sind laut Abou-Taam kritische Auseinandersetzungen mit dem Islam in Deutschland notwendig. Der Referent stellte die These auf, dass die Integration von Deutschen und Muslimen eine Realität und eine Notwendigkeit ist.

Er stellte dar, dass der Anteil an jungen Menschen mit Migrationshintergrund sehr hoch ist, was bedeutet, dass diese Menschen die Beziehungen auf dem Arbeitsmarkt im großen Maße gestalten werden.

Ferner ging der Referent auf die Frage der islamischen Identität ein. Er berichtete, dass nur 20% der in Deutschland lebenden Muslime Mitglieder der in Deutschland funktionierenden religiösen Organisationen sind. Dabei hat Dr. Abou-Taam unterstrichen, dass die Themen der Integrationspolitik nicht durch religiöse Organisationen gelöst werden können. Der Referent präsentierte kurz die weiteren Charakteristika der islamischen Identität – Kleidungsmodus, Gebetspraxis, islamische Sexualethik, patriarchalische Gesellschaft.

Als Zusammenfassung seines Vortrags stellte Herr Abou-Taam fünf Bedingungen für das friedliche Zusammenleben und die Einigung von Deutschen und Muslimen auf: (1) Tradierte Bestimmungen von einander akzeptieren; (2) Geduldig mit der eigenen Religion umgehen; (3) sich auf die bestimmte Interpretation des muslimischen Denkens einigen; (4) Verständnis seitens der Muslime darüber schaffen, dass sich islamische Identität auf die Dauer schwächen wird; und (5) den Rahmen für die zivilisierte Uneinigkeit bestimmen.

Ansprechpartner

Dr. Karolina Vöge

Portrait Frank Karl Soens

Regionalbeauftragte für Norddeutschland

karolina.voege@kas.de +49 40 21985084 +49 40 2198508-9