Veranstaltungsberichte

Die Bundeswehr in Afrika

Vortrag und Diskussion

Dr. Axel Krohn spricht über die Bundeswehreinsätze auf dem afrikanischen Kontinent.

Herr Krohn begann seinen Vortrag mit dem Statement, dass Afrika kein einheitlicher Kontinent ist. Hier gibt es Krieg und Frieden, „failed states“ und Demokratien.

Das deutsche Engagement in Afrika ist laut Krohn wertebasiert. Unsere Außen- und Sicherheitspolitik beruht auf den Werten Demokratie, Menschenrechtsschutz und Rechtsstaatlichkeit, so der Referent.

Laut Krohn verfolgt die Bundeswehr drei wichtige Ziele in Afrika: Unterstützung der Friedens- und Sicherheitsarchitektur, Unterstützung der Polizeiarbeit und Bekämpfung der Konfliktursachen. Dabei engagiert sich Deutschland in Afrika nur multilateral, d.h. im internationalen Rahmen, und nimmt an folgenden internationalen Initiativen teil: UN-Missionen, G8, EU-Afrika Strategie, NATO. Bei der Teilnahme an multilateralen Initiativen in Afrika stehen zwei Ziele im Vordergrund: die Entwicklung afrikanischer Fähigkeiten zur Konfliktbewältigung und -vorbeugung (African Peace and Security Architecture) und die Stärkung von Subregionalorganisationen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Unterstützung der Afrikanischen Union, die noch viele strukturelle und finanzielle Defizite aufweist.

Zu den wichtigsten Instrumenten zur Verwirklichung der genannten Ziele gehören die Militärdiplomatie (Arbeit von Verteidigungsattaches), Militärpolitik, Militärische Ausbildungshilfe (zur Zeit in 37 afrikanischen Staaten), die Arbeit der Militärberater, Militärische Operationen und Missionen sowie die Ausstattungshilfe.

Zurzeit nimmt Deutschland an drei EU Friedens- und Sicherheitsmissionen (EU NAVFOR ATALANTA, EUSEC, EUTM (UGA)), an einer Mission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union in Darfur (UN-AU HYBRID Mission UNAMID), an einer Mission der Vereinten Nationen im Sudan (UNMIS) und an drei Polizeimissionen in Afrika teil. Ende 2010 waren ca. 7000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sowie rund 300 Polizeibeamte in Afrika eingesetzt.

Am Beispiel der Deutschen Beratungsgruppe SENEGAL hat Herr Krohn über die Arbeit der deutschen Berater in Afrika berichtet.

Der Referent nannte außerdem die „großen Player“ in Afrika: Frankreich, Großbritannien, China, Russland, Indien und die USA. Dabei hat er betont, dass Deutschland, trotz der möglichen politischen und wirtschaftlichen Konkurrenz, sein entwicklungspolitisches Engagement in Afrika fortsetzen wird. Nach Meinung des Referenten könnte die deutsche Entwicklungspolitik stärker durch militärpolitisches Engagement flankiert werden.

Ansprechpartner

Dr. Karolina Vöge

Portrait Frank Karl Soens

Regionalbeauftragte für Norddeutschland

karolina.voege@kas.de +49 40 21985084 +49 40 2198508-9