Veranstaltungsberichte

Ethik und Verantwortung in der Sozialen Marktwirtschaft

Deutschlands Rolle in Europa

Vortrag und Diskussion

In Zusammenarbeit mit der Bucerius Law School lud das KAS-Bildungswerk Hamburg am 30. Oktober 2012 zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank AG, Dr. Klaus-Peter Müller, ein.

Herr Dr. Müller begann seinen Vortrag mit der Warnung, die Schuldenkrise in Europa sei eine ernste Bedrohung für die soziale Marktwirtschaft. Er forderte konkrete Schritte, wie beispielsweise die Beschränkung der Haftungssummen der Länder. In diesem Zusammenhang forderte er außerdem eine Stärkung der Exekutive in Brüssel. Die Schuldenkrise betitelte er im weiteren Verlauf des Vortrags auch als „Vertrauenskrise“, womit er die weitverbreitete Skepsis innerhalb der Bevölkerung gegenüber den europäischen Institutionen ansprach. Diese Vertrauenskrise sei aber nicht nur auf die Politik beschränkt, so Dr. Müller. Im Gegenteil, auch das gesamte Wirtschaftssystem habe an Vertrauen eingebüßt. Als grundlegende Pfeiler der sozialen Marktwirtschaft nannte der Referent Freiheit und Verantwortung. Die Freiheit des Einzelnen sowie sein Bestreben nach Gewinnmaximierung dürfe allerdings keinesfalls die Rechte der Anderen verletzen. Er betonte außerdem, dass jeder Einzelne dazu aufgefordert sei, Verantwortung zu übernehmen, denn nicht alles Legale sei auch legitim. Zum Abschluss seines Vortrags richtete Herr Dr. Müller einen Appell an die Teilnehmer: Jeder Einzelne könne die Grundlage für die Erhaltung der Sozialen Marktwirtschaft schaffen, indem Persönlichkeiten gefunden werden, die als Vorbilder dienen.

Ansprechpartner

Elisabeth Bauer

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Leiterin des Auslandsbüros für die Baltischen Staaten

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