Veranstaltungsberichte

Innere Sicherheit in Hamburg

Beispiele aktueller Kriminalitätsphänomene zum 10. Jahrestag des 11. September 2001

Nach der Begrüßung durch Manfred Strack, dem Vorsitzenden des Amerika-Zentrums, der auf den nahenden zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 verwies, führte Dr. Karsten Dümmel in das Thema ein. Er verwies insbesondere auf die 150 weltweiten Kooperationen zwischen der Konrad-Adenauer-Stiftung und den Polizeien und stellte den Referenten des Abends vor, den Hamburger Polizeivizepräsident Reinhard Fallak.

Reinhard Fallak präsentierte zu Beginn seines Vortrages die Arbeit der Polizei Hamburg und bot den Zuhörern die Gelegenheit, einen Einblick in die Struktur, Organisation sowie die Abläufe der Polizeiarbeit zu bekommen. Er machte deutlich, dass die Hamburger Polizei im Jahr knapp 500.000 Einsätze absolviert, also etwa 1.400 Einsätze pro Tag. Mit mehreren Statistiken konnte Reinhard Fallak darlegen, dass die Straftatenentwicklung in Hamburg rückläufig ist, weshalb die Stadt heute nur noch Platz sieben in der Liste der Großstädte mit den meisten Straftaten einnimmt und damit nicht mehr die Verbrechenshauptstadt wie noch 2001 ist.

Im Folgenden ging der Referent auf die Arbeitsschwerpunkte und Brennpunkte der Hamburger Polizeiarbeit ein. Dies sind nach seiner Darstellung die Haus- und Wohnungseinbrüche, die Brandstiftung an KFZ, die Jugendgewalt und die Gewalt im Rahmen von Großveranstaltungen. Da es in den letzten zwei Monaten nahezu keine brennenden Autos in Hamburg mehr gegeben hat, war er zuversichtlich, dass die Strategien der Polizei erfolgreich gewesen sind. Vor allem die „Hausbesuche“ bei potentiellen Brandstiftern hätten dazu geführt, die Brandstiftungen aus purem Vandalismus – zuvor immerhin fast 70 % der Fälle – nahezu zu vermeiden. Entsetzt zeigte er sich über den Trend zu Körperverletzungen bei Jugendlichen, die beim „Happy slapping“ gezielt unbeteiligte und wehrlose Mitbürger angreifen. Auch diesem Phänomen versuche man insbesondere durch die direkte Ansprache zu begrenzen.

Reinhard Fallak nahm die Terroranschläge vom 11. September auf und erzählte, wie er damals als Pressesprecher der Polizei schockiert zur Kenntnis nehmen musste, dass einige der Attentäter aus Hamburg kamen. Auch wen es in Deutschland bisher keinen erfolgreichen Terroranschlag gegeben habe, zeigten die Kölner Kofferbomber oder die Sauerlandgruppe, dass Deutschland weiterhin Anschlagsziel sei. Durch eine Reihe von Maßnahmen, regelmäßigen Übungen und der engen Kooperation mit anderen Sicherheitsbehörden sei man gut aufgestellt. Man habe auch die Anschläge von London und Madrid gründlich ausgewertet und werde in Kürze auch nach Oslo fahren. Reinhard Fallak machte deutlich, dass die Hamburger Polizei dem Ansatz Verstehen – Verbünden – Verbeugen verfolge, um Terrorakte in Hamburg zu vermeiden.

Im Rahmen der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele Zuschauer sehr zufrieden mit der Hamburger Polizei sind und insbesondere auch die Pferdestaffel gutheißen. Gleichwohl gab es in der lebhaften Diskussion auch durchaus kritische Nachfragen, denen sich der Referent offen stellte.