Veranstaltungsberichte

Junge Repräsentation und Partizipation im bundesrepublikanischen 21. Jahrhundert (Verfasserin: Annika Meinking)

Interview und Diskussion mit Finn Wandhoff, dem Bundesvorsitzenden der Schüler Union Deutschlands, über die Zukunft junger politischer Partizipation und die Modernisierung der bundesrepublikanischen Parteiendemokratie. Eine Maßnahme der digitalen Politischen Bildung der KAS Hamburg zum stiftungsweiten Kernthema Repräsentation und Partizipation.

Am Abend des 26.06.2020 organisierte das Politische Bildungsforum Hamburg einen Podcast, in dem der Bundesvorsitzende der Schüler Union, Finn Wandhoff, mit Tom Laurids Lotz in rege Diskussion trat.

Finn Wandhoff berichtet von der Arbeit und Zielsetzung der Schüler Union, der Zusammenarbeit der Generationen in den Parteien und die zukünftige Entwicklung der Parteien in Bezug auf die Partizipation von Mitgliedern, mit besonderem Fokus auf die Generation Z.

Seit der Gündung von „Fridays for Future“ im August 2018 wird häufig davon gesprochen, wie politisch engagiert die junge Generation sei, da sie jeden Freitag auf die Straße geht, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen und zu demonstrieren. Finn Wandhoff sieht das etwas kritischer. Laut ihm vermittle „Fridays for Future“ ein falsches Bild vom Engagement junger Menschen. So sei nicht jeder, der demonstrieren geht auch gleichzeitig übermäßig politisch engagiert. Vielmehr würde das Individuum in der großen Sache neutralisiert und verliere somit an einzelnem Einfluss.

Um den fallenden parteilichen Mitgliederzahlen entgegen zu wirken, sollen die Mitglieder mehr in interne Entscheidungen eingebunden werden. Finn Wandhoff sieht dies positiv, aber als noch nicht ausreichend an. Neben der Präsenz nach Außen solle der Fokus vermehrt auf die inhaltliche Debatte gelegt werden. Zum Beispiel der „Jungen Union“ fehle es an Mut, tiefgründige inhaltliche Diskussionen zu führen und sich klar zu positionieren wie beispielsweise zu Themen wie der europäischen Integration. Der Referent kritisiert, dass junge Menschen, die in die CDU oder „Junge Union“ eintreten, ohne vorher der „Schüler Union“ angehört zu haben, ihre Meinung häufig nicht klar äußern, sondern sich vielmehr der allgemeinen Position anpassen, um so dem vermeintlichen „Parteien-Mainstream“ zu entsprechen. Zwischen dem Referenten und Interviewer fand ein reger Austausch und eine gelungene Diskussion statt.

Ansprechpartner

Grit Mäder

Grit Mäder bild

Sekretärin/Sachbearbeiterin Politisches Bildungsforum Hamburg

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