Veranstaltungsberichte

"Die Rolle des Unternehmertums in Südosteuropa"

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) veranstaltete zusammen mit der Kroatischen Wirtschaftskammer (HGK) am 22. Mai 2018 in Zagreb eine Konferenz zum Thema: "Die Rolle des Unternehmertums in Südosteuropa". Unter Beteiligung der kroatischen Assistenzministerin im Wirtschaftsministerium, Ana Mandac und des neuen AHK-Geschäftsführers, Thorsten Potthoff diskutierten Unternehmensvertreter(-innen) aus ganz Südosteuropa über Perspektiven des Unternehmertums in der wirtschaftlichen Entwicklung Kroatiens.

Die Leiterin des Internationalen Netzwerks der Geschäftsfrauen, Ivana Radić, unterstrich in ihrer Begrüßung, dass die Konferenz von großer Bedeutung für das Unternehmertum sei. Sie wies darauf hin, dass die Lage des Frauenunternehmertums in Kroatien etwas besser als im restlichen Südosteuropa sei, aber dass Frauen noch immer nicht genügend Unterstützung seitens der Institutionen und der Familie bekämen. Ihrer Meinung nach sei erforderlich, weiterhin das Frauenunternehmertum zu unterstützen und zu stärken, denn darin verberge sich ein riesiges Entwicklungspotenzial.

Der Leiter des KAS-Auslandsbüros in Kroatien, Dr. Michael Lange, verwies auf die Tatsache, dass Frauen in Kroatien 25% der kleinen und mittleren Unternehmen leiten und dass man hier großes Wachstumspotenzial habe. Von dieser Prozentzahl, hätten 80% dieser Unternehmen in den letzten Jahren eine Wachstumsperiode erlebt und die Anzahl ihrer Mitarbeiter sogar vergrößert.

Die Leiterin des Projekts „Europäisches Unternehmernetzwerk“ der Kroatischen Handelskammer, Vesna Torbarina, sprach über das Projekt, dass Unternehmen und Institutionen aus mehr als 60 Ländern verbände. Sie hob das Unternehmertum als großen Förderer einer gebildeten Gesellschaft und Arbeitskraft hervor und nahm Bezug auf das Modell der dualen Ausbildung, das die Kroatische Handelskammer durch diverse Aktivitäten unterstütze.

Die Assistenzministerin im Wirtschaftsministerium, Ana Mandac, betonte sowohl die Bedeutung der Kommunikation zwischen den Unternehmern und öffentlichen Beamten als auch die Maßnahmen ihres Ministeriums zur finanziellen Unterstützung des Unternehmertums in Kroatien. Der Geschäftsführer der AHK Kroatien, Sven Thorsten Potthoff, sprach über die Unternehmervereine und globale Business-Trends und beschrieb die Bedeutung der Vernetzung der Unternehmerinnen durch Vereine. Der Vorstandsvorsitzende einer bekannten kroatischen Firma für Fahrzeugteile, Ivan Gadže, ging auf die Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Treffen von Entscheidungen ein und betonte wie wichtig es sei, gegen Stereotypen zu kämpfen. Daraufhin folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen und Unternehmertum - wirtschaftlicher Mainstream“. Alle Teilnehmer der Diskussion wünschten sich eine weitere Verbesserung der Lage des Frauenunternehmertums in der Region und wiesen auf die europäischen Fördermittel, als wichtige Voraussetzung solcher Entwicklungen. Darüber hinaus war man sich einig, dass eine regionale Vernetzung nützlich für die Erhöhung des Bewusstseins über Frauenunternehmertum sei.

Im Anschluss an die erste Podiumsdiskussion folgte die zweite über IT Technologien und Projekte, in der die Referenten über die Wachstumspotenziale der Digitalisierung debattierten. Man stellte fest, dass eine Modernisierung der (Aus-)Bildung für die Zukunft erforderlich sei und man versuchte eine Antwort auf die Frage zu geben: „Warum es weniger Frauen als Männer im IT Sektor gebe?“

Einen weiteren Vortrag hielt die Direktorin von Philip Morris Zagreb, Anita Letica. Sie beschrieb den Anwesenden, wie sich ihr Unternehmen mit großen Veränderungen auseinandersetzte. Ihrer Meinung nach müsse man immer zur Änderung des „Mindsets“ bereit sein, wenn sich alte Vorgangsweisen nicht mehr als nützlich erweisen.

In der dritten Podiumsdiskussion zum Thema: „Unternehmertum und persönliche Entwicklung“ sprach man über den Unternehmergeist der Frauen. Man wies auf die Tatsache hin, dass sich Frauen seltener für Unternehmertum entscheiden, wenn sie nicht genügend Unterstützung von der eigenen Familie, aber auch staatlichen Institutionen bekommen. Großen Wert legten die Referenten deshalb auf lokale und regionale Vereine, die Frauen dabei verhelfen, leichter die Unternehmerwelt zu betreten und dort auch erfolgreich zu handeln.