Veranstaltungsberichte

Kroatien in der EU – Was bringt die Mitgliedschaft?

Die zweite diesjährige Europa-Konferenz am 3. Okt. in Zagreb von KAS, VERN, CES und ZHDZ mit hochrangigen Vertretern von Regierung, Diplomatie und EU fand großes mediales Interesse.

Die zweite diesjährige Europa-Konferenz am 3. Okt. in Zagreb von KAS, VERN, CES und ZHDZ mit hochrangigen Vertretern von Regierung, Diplomatie und EU fand großes mediales Interesse. Der kroatische Außenminister Gordan Jandroković betonte eingangs, dass die Einhaltung der Grundprinzipien der EU für sein Land äußerst wichtig sei und wies darauf hin, dass der Beitritt die wirtschaftliche und soziale Stabilität in der Region fördern würde. Er erwarte dazu mehr Wirtschaftswachstum und einen höheren Lebensstandard. Die kroatische Regierung sei entschlossen, die Verhandlungen bis Ende 2009 abzuschliessen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich alle darin einig, dass nicht ein festes Datum für den Beitritt wichtig sei, sondern das Tempo und die Qualität der Reformen. Es käme darauf an, mehr Eigeninitiative zu ergreifen, die Arbeit der Ministerien besser zu koordinieren und die Korruption effektiver zu bekämpfen. Es sei vor allem wichtig, die europäischen Ideen und Grundprinzipien der EU in der Bevölkerung durch Regierung und Medien viel breiter zu verankern. Da Kroatien eine Führungsrolle innerhalb des Westbalkans hätte, sollte es Maßstäbe setzen und als Beispiel für die Nachbarländer dienen, da allen Balkanstaaten eine Mitgliedschaft ermöglicht werden müsste. Nur die EU-Perspektive könne Frieden und Sicherheit der gesamten Region garantieren. Die Botschafter aus Tschechien und Ungarn belegten mit eindrucksvollen Zahlen, wie positiv sich der EU-Beitritt in ihren Ländern auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigungszahlen ausgewirkt hätten. Die „Mühen“ des Beitrittssprozesses seien angesichts dieser Erfolgsstory schnell vergessen gewesen.

Diese Konferenz ist Bestandteil einer Veranstaltungsreihe, die zwei Mal im Jahr Probleme der internationalen Politik aufgreift und organisiert wird vom Zentrum für Europäische Studien zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Zagreb, der kroatischen HDZ-Stiftung und der privaten Hochschule Veleučilište VERN.

Neli Yovcheva, KAS Zagreb