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Veranstaltungsberichte

Warum nicht mal was anders machen?

Damián Arabia und Camila Crescimbeni entwerfen an einem Wochenende gemeinsam mit jungen Politikern der Partido Nacional Strategien und Pläne für ihr politisches Handeln.

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Nachwuchspolitiker aus allen Strömungen der Partido Nacional kamen an diesen beiden Tagen im Hauptsitz der Partei in der Altstadt Montevideos zusammen, um Camila Crescimbini, Vorsitzende der Jugendorganisation der argentinischen Regierungspartei PRO, und Damián Arabia, zuständig für die politische Ausbildung der PRO-Jugend, zu begrüßen und mit ihnen zu reflektieren, wie junge Menschen sich wirkungsvoll in politischen Parteien engagieren und dadurch auch Einfluss auf Regierungspolitik gewinnen können.

Die Veranstaltung begann mit einem Workshop zu Führungsfähigkeit und Teamwork. Damián Arabia sprach aus eigener Erfahrung als er feststellte: „Ein Leader muss Ziele erreichen und sich um sein Team kümmern, ohne sich selbst und seine Entwicklung zu vernachlässigen.“ Er müsse Nähe zu seinen Mitarbeitern aufbauen und jedem Einzelnen ein Gefühl der Anerkennung geben. Weitere wichtige Eigenschaften, besonders in der Wahrnehmung durch Andere, sind Kohärenz und Wahrhaftigkeit: „Wir sind immer eine Mischung aus dem, wofür wir uns selbst halten, dem, was die anderen in uns sehen und dem, was wir werden wollen.“

Als nächstes stand Medienkommunikation auf dem Programm. „Ein Interview müsst ihr immer als Chance begreifen, zu den Bürgern zu sprechen“, unterstrich Arabia. Crescimbeni pflichtete ihm bei: „Denkt immer daran: Ihr sprecht zwar mit, aber nicht zum Journalisten! Ihr sprecht zu den Zuschauern! Hört euch die Frage an und nutzt sie als Ausgangspunkt für die Botschaft, die ihr rüberbringen wollt!“ Dies übten die jungen Politiker der Partido Nacional sogleich in der Praxis ein. Jeder von ihnen übernahm die Rolle eines Kandidaten auf ein Regierungsamt – jeder von ihnen mit belastenden Episoden im Lebenslauf, die der Journalist im Interview ausschlachten würde. Durch dieses Rollenspiel konnten die Teilnehmer hervorragend einüben, diese persönliche Vergangenheit vor dem Publikum zu rechtfertigen, einzuordnen und vielleicht sogar zum eigenen Vorteil zu wenden.

Der erste Tag endete mit einer weiteren Gruppensimulation: „Stellt euch vor, ihr kommt heute an die Regierung!“, rief Crescimbeni die Teilnehmer auf, „und ihr habt 50 Millionen Pesos zur Verfügung, um damit Projekte für Jugendliche zu finanzieren.“ Eindringlich machte sie ihren Kollegen von der anderen Seite des Río de la Plata klar, dass man gut vorbereitet und mit konkreten Plänen in der Schublade in eine Regierung starten muss. „Es ist so wichtig, dass ihr schon heute wisst, was ich machen wollt, was ihr ändern wollt und wie ihr es erreichen wollt!“

Am nächsten Morgen ging es gut ausgeruht weiter. Verhandlung und Konfliktlösung standen auf dem Plan. Camila Crescimbeni erklärte, dass es oft Situationen gebe, in denen das wichtigste sei, überhaupt eine Lösung zu finden. Hierzu müsse jeder einzelne an der Verhandlung Beteiligte sich klar machen, wo er Zugeständnisse machen kann und wo nicht. Und ganz wichtig: Verhandlungen scheitern, wenn es nicht um die Sache geht, sondern um Persönliches: „Wir müssen unterscheiden zwischen Interessen und Positionen! Verschiedene Interessen kann man zu einem Ausgleich bringen. Aber wenn alle Akteure nur noch persönliche Positionen vertreten, ist die Verhandlung zum Scheitern verurteilt.“ So brachte es Damián Arabia auf den Punkt.

Zum Abschluss des zweitätigen Workshops teilten Crescimbeni und Arabia persönliche Erfahrungen aus ihrem noch jungen Politikerleben. Arabia berichtete aus seiner Tätigkeit bei der Bekämpfung der Korruption und des Drogenhandels: einem wichtigen Ziel der argentinischen Regierungskoalition Cambiemos. Was beide Jungpolitiker aus Argentinien ihren Partnern aus Uruguay mitgeben wollten: Man muss sich trauen, Fehler zu machen! Die Politik bringt neben schönen Erfahrungen auch viele Enttäuschungen, mit denen man umzugehen lernen muss. Nichts davon könne aber etwas daran ändern, dass das politische Engagement von jungen Menschen einer der wertvollsten Beiträge sei, den sie für ihr Land und ihre Gesellschaft leisten könnten.

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