Veranstaltungsberichte

70 Jahre Montanunion - 70 Jahre Europa

von Christian Kutzscher

Veranstaltungsbericht

Welche Rolle spielte eigentlich die Montanunion für die Entstehung einer Europäischen Gemeinschaft, und welche für die Europäische Union, in welcher wir heute leben? Vor 70 Jahren wurde die Montanunion gegründet, damals ein Bündnis für die Vergemeinschaftung der kriegsrelevanten Schlüsselindustrien Kohle und Stahl. Was folgte, war ein beispielloser Prozess der europäischen Integration. Auch 70 Jahre später lohnt es sich, auf dieses entscheidende Ereignis einzugehen. Das Politische Bildungsforum Rheinland-Pfalz der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete mit dem Referenten Ingo Espenschied im DOKULIVE-Format ein Online-Seminar, welches den Teilnehmenden deutlich machen sollte, wo die Anfänge der europäischen Gemeinschaft liegen und welche Implikationen sich daraus für uns heute ergeben.

Historische Meilensteine, Hintergründe, Entwicklungen und Anekdoten zeigten auf, wie viel Kraft, Leidenschaft und Aufbruch am Beginn der Europäischen Gemeinschaft standen. Dieses Momentum, welches bereits vor 70 Jahren zu den ersten Verhandlungen führte, entwickelte sich über viele Jahre zu einer immer engeren Gemeinschaft. Das gemeinsame europäische Projekt brachte Frieden in eine Region, welche Schauplatz zahlreicher verheerender Konflikte gewesen ist. Gerade auch aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Politische Bildung immer wieder daran erinnert, auf welchen Grundpfeilern nachhaltig Frieden konsolidiert werden konnte.

Werte, die sich seit der Gründung der Montanunion gefestigt haben, verbinden weiterhin viele der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die auf den Vortrag folgende Diskussion spiegelte die Debatte wider, auf welche Weise Europa vorangebracht werden könnte und müsste. So wichtig die Montanunion auch war, so sehr muss aktuellen Herausforderungen mit neuen Ideen begegnet werden. Mit den Werten der frühen europäischen Gemeinschaft im Hinterkopf gilt es, aktiv die Zukunft zu gestalten.