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Veranstaltungsberichte

Was bleibt von der Schlacht um Verdun?

Brennpunkt des Ersten Weltkriegs, Erinnerung und Friedensauftrag

Das Politische Bildungsforum Rheinland-Pfalz der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstrich schon in der Einführung zu Beginn des Online-Seminars die Relevanz der Schlacht von Verdun für das 21. Jahrhundert.
„Verdun“ sei nicht nur der Brennpunkt des Ersten Weltkriegs gewesen, sondern bedeute auch gut 100 Jahre später noch einen Auftrag zur mahnenden Erinnerung und zum Engagement für den Frieden. "Verdun" stehe, gerade an einem 21. Februar und damit exakt 106 Jahre nach dem Ausbruch der Schlacht, symbolisch für das Grauen der Kämpfe des Ersten Weltkrieges, eine als „Knochenmühle“ und „Blutpumpe“ in die Geschichte eingegangene Materialschlacht, die sich „eigentlich“ nie mehr hätte wiederholen dürfen… Begleitet von eindrucksvollen Bildern, Videos, Drohnen-Aufnahmen und virtuellen Rundgängen über verschiedene Schlachtfeldabschnitte schilderte Markus Klauer, Militärhistoriker und Autor, die Ereignisse und Tragödien der bekanntesten Schlacht des Ersten Weltkrieges. Die Teilnehmenden lernten das Schlachtfeld und ehemalige Frontverläufe „live“ auf ihren Bildschirmen kennen, „beschritten“ einstige Schützengräben, „überflogen“ die aufgeforstete „Rote Zone“, „bestiegen“ unterirdische Anlagen, „wanderten“ über das Fort Douaumont und „besuchten“ mehrere Soldatenfriedhöfe.  
Im Anschluss spannte die Online-Veranstaltung den Bogen aus dem Jahr 1916 bis in unsere Tage, beleuchte das nationale Gedenken in Frankreich und Deutschland, den Weg zu einer gemeinsamen Erinnerungs- und Gedenkkultur sowie die 2019 mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung gegründete „Partnerschaft des Friedens“ von Douaumont-Vaux und Rheinbach. Hier berichtete der ehemalige Bürgermeister und Vorsitzender des verantwortlichen Partnerschaftsvereins Stefan Raetz von seinen Erlebnissen in Verdun, den bisher erfolgten deutsch-französischen Zusammenkünften, den gemeinsamen Projekten sowie von zahlreichen analogen und virtuellen Begegnungen von Schülerinnen und Schülern aus Deutschland und Frankreich. Das Online-Seminar vermittelte gebündelte Kenntnisse von der Schlacht um Verdun. Dank zahlreicher Bilder und live kommentierter Videos erhielten die Teilnehmenden einen sehr konkreten Eindruck von Orten und menschlichen Schicksalen. Das Online-Seminar ermöglichte zudem Einblicke in die Partnerschafts- und Friedensarbeit des 21. Jahrhunderts. Es motivierte die Teilnehmenden, sich vor Ort ein Bild zu machen. Schließlich rief es dazu auf, sich individuell für Freiheit, Frieden und Demokratie in Deutschland, Frankreich, Europa und der Welt zu engagieren – ein Appell, der nur wenige Tage nach dem Online-Seminar dramatisch an Aktualität gewinnen sollte.