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Am 4. und 5. Juni 2026 fand im Auditorium der Rumänischen Akademie in Bukarest eine internationale Konferenz statt, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung Rumänien mitgetragen wurde: „Ce dezvăluim, ce protejăm? / What to Reveal, What to Protect?" – so lautete die programmatische Frage, unter der Expertinnen und Experten aus mehreren europäischen Ländern zusammenkamen.
Veranstaltet wurde die Konferenz vom Nationalen Rat zur Untersuchung der Securitate-Archive (CNSAS) gemeinsam mit dem Europäischen Netzwerk der offiziellen Institutionen, die Akten ehemaliger kommunistischer Geheimpolizeien verwalten. Den Anlass bot der diesjährige Vorsitz der CNSAS in diesem Netzwerk.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Debatte stand eine Frage, die Archivare, Historiker und Juristen gleichermaßen beschäftigt: Wie lässt sich die gesellschaftliche Pflicht zur historischen Aufarbeitung kommunistischer Verbrechen mit den Anforderungen der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Einklang bringen? Denn was für die Nachkommen von Verfolgten ein Recht auf Wahrheit ist, kann für noch lebende Personen – ob Täter, Mitläufer oder zufällig Erwähnte – ein Eingriff in den Datenschutz bedeuten.
Die teilnehmenden Institutionen aus verschiedenen Mitgliedsstaaten des Netzwerks stellten vor, welche länderspezifischen Regelungen sie entwickelt haben: Welche Informationen aus Geheimdienstakten werden bei Anfragen geschwärzt oder geschützt? Welche Dokumente können der Öffentlichkeit zugänglich gemacht oder gar online publiziert werden? Die Konferenz bot damit einen seltenen komparativen Einblick in die unterschiedlichen nationalen Lösungsansätze – von Deutschland über Polen bis in die baltischen Staaten.
Die Eröffnung übernahmen Constantin Buchet, Präsident des CNSAS-Kollegiums, sowie Ilinca Iordache als Programmkoordinatorin der Konrad-Adenauer-Stiftung Rumänien.
Die Konferenz machte deutlich: Die Aufarbeitung totalitärer Vergangenheit ist keine abgeschlossene Aufgabe, sondern ein fortwährender Prozess – der heute auch die rechtlichen Rahmenbedingungen einer modernen europäischen Rechtsordnung zu navigieren hat.