Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

Senegal: 10. Parlamentspräsident gewählt

Nach einer Periode starker parlamentarischer Turbulenzen soll der neue Parlamentspräsident Senegals, Mamadou Seck, die Institution wieder in ruhigere Bahnen führen. Der ehemalige Finanzminister und Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Wirtschaft und Finanzen sowie langjähriges Mitglied der Regierungspartei PDS wurde am 16. November zum 10. Parlamentspräsidenten Senegals gewählt. Seine Wahl erfolgte nach einer im Schnellverfahren durchgezogenen Satzungsänderung der Nationalversammlung, im Rahmen derer die Mandatszeit des Vorsitzenden von fünf Jahren auf ein Jahr verkürzt wurde. Secks gleich nach der Wahl verkündeten Grundlinien reflektieren seine Ambition, dem Parlament seine Glaubwürdigkeit zurück zu geben: Ausgewogenheit, Verantwortung, Gewissenhaftigkeit und Loyalität. Im vorigen Jahr war Seck Leiter einer Parlamentarierdelegation, die auf Einladung der KAS Deutschland besucht hat.

Senegal startet Offensive gegen Nahrungsmittelknappheit

Kritiker sind nicht überzeugt

Mit viel Pomp und in Anwesenheit Tausender feierte Präsident Wade am 27. Oktober auf dem Place de l’Indépendance das Erntedankfest und den Erfolg des GOANA-Programms. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Nahrungsmittelknappheit vom Juni durch die reichhaltigen Regenfälle statt durch das staatliche Subventionsprogramm GOANA überwunden wurde.

Energiekrise im Senegal

Zerbrochene Fensterscheiben, zerschlissene Stühle sowie kaputte Arbeitsmaterialien sind das Ergebnis der Unruhen und zeugen vom Ausmaß der Wut und Entschlossenheit der Bürger: In mehreren Vierteln in Dakar äußerte die Bevölkerung am 09. Oktober ihren Unmut über die anhaltende Stromabschaltung. Zwei Agenturen der Senelec, der senegalesischenElektrizitätswerke, wurden beschädigt.

Senegalesisches Oppositionsforum versus Regierung?

Anfang Juni wurde in Dakar medienwirksam und unter internationaler Beteiligung ein Nationales Reflexionskomitee für den Senegal gegründet, das derzeit die politischen Gemüter im Land erregt. Bekannte Persönlichkeiten, Mitglieder der außerparlamentarischen Opposition und zahlreiche Verantwortliche der Zivilgesellschaft sind diesem Reflexionskomitee beigetreten. Doch die sozialen Konflikte in der Gesellschaft spitzen sich immer weiter zu. Die senegalesische Demokratie steht auf dem Prüfstand. Das Land steckt in der Krise.

Der senegalesische Senat

Chronologie einer wiederentdeckten Kammer mit Legitimitätsdefizit

Seit drei Monaten gibt es im Senegal wieder einen Senat. 1999 wurde der senegalesische Senat durch den damaligen Präsidenten Diouf ausgesetzt. Er begründete seine Entscheidung damit, dass der Senat ökonomisch unrentabel sei. Zwei Jahre später hatte sein Nachfolger, Präsident Abdoulaye Wade, als eine seiner ersten Amtshandlungen den Senat mittels eines Referendums als politische Institution vollends aus dem Verfassungstext streichen lassen.

Comics für den König

Konfliktmanagement in der Casamance

„Meine Kraft liegt im Frieden“: Das KAS-Comic, das schon im letzten Jahr in Senegal und der Elfenbeinküste veröffentlicht wurde, gibt es jetzt auch in den Landessprachen der Casamance, Diola und Mandinka. Die Ausgabe zur Friedenserziehung aus der Reihe Afrique Citoyenne wird in allen Schulen und Jugendorganisationen der Region verwendet und erreicht in der landessprachlichen Fassung nun auch die Bevölkerungsteile, die nicht des Französischen mächtig sind.

Revolte der Straßenhändler

Die Innenstadt von Dakar sollte Schauplatz einer genehmigten Gewerkschaftsdemonstration gegen die steigenden Lebenshaltungskosten werden. Jedoch kamen die „fliegenden Händler“ mit ihrer eigenen Revolte den Gewerkschaften zuvor. Diese begannen angrenzende Stadtviertel durch eine perfekt koordinierte Aktion in Aufruhr zu versetzen. Die zumeist jungen Händler äußerten auf diese Weise ihren Unmut über ihre Vertreibung aus der Innenstadt Dakars.

Westafrika gegen Kleinwaffen

KAS-Comics aus Senegal in Abidjan

Die Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS (franz. CEDAO) setzt sich derzeit aus 15 Staaten zusammen; sie stützt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1975 auf acht gemeinsame Institutionen. Eine dieser Institutionen ist die ECOMOG mit der ihr eingegliederten ECOSAP. Innerhalb der Mitgliedsstaaten kommt dieser Institution seit Anfang der neunziger Jahre eine wichtige sicherheitspolitische Rolle zu.

Wahlbüros suchen Wähler – Demokratie auf dem Rückzug?

Die Parlamentswahlen im Senegal haben gezeigt, dass Erneuerung auf allen Ebenen des politischen Lebens Not tut. Alle Parteien müssen sich überlegen, wie sie ihre Basis besser in Entscheidungsprozesse einbeziehen können, um ihre Geschlossenheit zu bewahren.

Senegal: Das Land zwischen drei Wahlen

Die Opposition boykottiert die Parlamentswahlen.

Die Präsidentschaftswahlen im Februar sind vorüber, schon stehen die Parlamentswahlen im Juni vor der Tür. Und für November sind zudem Lokalwahlen anberaumt: das Jahr 2007 ist Wahljahr. Damit reiht sich Senegal in die Kette von fünf westafrikanischen Ländern ein, in denen die Bevölkerung dieses Jahr mehrfach zu den Urnen schreitet.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 110 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den "Länderberichten" bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.