Veranstaltungsberichte

Salemata auf dem Weg zum ersten ökologischen Bezirk Senegals

von Ute Gierczynski-Bocandé

Symposium in einem « grünen » Konferenzsaal

"Die Bedeutung der Umwelt für eine nachhaltige Entwicklung in Grenzregionen" war das Thema des Symposiums, das KAS und ADPBS (Association zur Entwicklung des Bassarilandes in Senegal) am letzten Wochenende in Salemata initiierten. Mehr als 100 Teilnehmer waren aus dem gesamten Bezirk angereist: Gemeinderatsvorsitzende, Bürgermeister, Mitglieder der Umweltausschüsse, die Vorsitzenden der 56 Frauengruppen und der zivilgesellschaftlichen Organisationen des Bezirks Salemata.In dem „grünsten Konferenzsaal Senegals“ analysierten die engagierten Teilnehmer die Umweltprobleme ihres Landesteils.

Salemata auf dem Weg zum ersten ökologischen Bezirk Senegals

Symposium in einem « grünen » Konferenzsaal

„Die Bedeutung der Umwelt für eine nachhaltige Entwicklung in Grenzregionen » war das Thema des Symposiums, das KAS und ADPBS (Association zur Entwicklung des Bassarilandes in Senegal) am letzten Wochenende in Salemata initiierten. Mehr als 100 Teilnehmer waren aus dem gesamten Bezirk angereist: Gemeinderatsvorsitzende, Bürgermeister, Mitglieder der Umweltausschüsse, die Vorsitzenden der 56 Frauengruppen und der zivilgesellschaftlichen Organisationen des Bezirks Salemata. In dem „grünsten Konferenzsaal Senegals“, nämlich auf dem von Mangobäumen bestandenen Innenhof des Fortbildungszentrums Salemata, analysierten die engagierten Teilnehmer die Umweltprobleme ihres Landesteils, der zwischen Guinea und Gambia malerisch in einer ehemals grünen Hügellandschaft gelegen ist – die Berghänge um Salemata waren jedoch am Vortag durch ein Feuer noch nicht aufgeklärter Herkunft verbrannt und boten einen Anblick der Verwüstung.

Der Vortrag des Forstexperten Simon Diedhiou wurde mit höchstem Interesse aufgenommen, denn er erklärte u. a. Wege und Mittel des Kampfes gegen unkontrollierte Waldbrände und Abholzmethoden. Der Experte für Fauna und Wildparks Ousmane Djitte äußerte sich über das Leben am Rande und im Nationalpark Niokolo Koba und ging auf die damit einhergehenden Probleme ein, wie Wilderei, Honig- und Palmweinernte. Andere Umweltspezialisten behandelten Themen wie klimaschonendes Bauen, ökologisch vertretbarer Städtebau und Müllentsorgung. In den Diskussionen in Arbeitsgruppen und im Plenum wurden die Themen analysiert, diskutiert und versucht, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ein besonders wichtiger Ansatz ist der Beitrag der traditionellen Werte und Handlungsweisen für die Lösung der Umweltprobleme des Bezirks Salemata. Die Kosmogonie und traditionellen Religionen der Bassari, aber auch der Peul und Diakhanké bieten bei näherem Hinsehen eine Reihe von Elementen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der Um-welt fordern. Durch das Aufeinandertreffen von traditioneller und moderner Lebensweise wurden diese wertvollen Quellen der Tradition häufig vergessen und die Verantwortungs-träger aus Politik und Zivilgesellschaft haben sich zur Aufgabe gesetzt, hier einen Schwerpunkt einzurichten und die traditionellen Maßgaben und Werte besser für die aktuelle Ent-wicklung einzusetzen.

In den Gruppen wurden auch Sketche erarbeitet, die besonders die Probleme der Entwaldung durch Rodung und Waldbrände und die Wilderei in Szene setzten. In den anschließenden Diskussionen konnten weitere Probleme angesprochen und thematisiert werden, wie beispielsweise die Bestechlichkeit mancher Forstbeamter, die ein Hindernis für eine effiziente Betreuung der Umwelt durch die Forstämter darstellt.

Die von KAS und Universität Dakar veröffnentlichte Umweltcharta für Senegal wurde in den Arbeitsgruppen eingehend diskutiert. Jede der drei Gruppen konnte mehrere Paragraphen auf ihre Tätigkeiten anwenden, die Politiker beispielsweise die Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und umweltschonende Entwicklung, die Frauenpräsidentinnen nahmen sich der energiesparenden Kochmethoden an und die jungen Entwicklungsakteure der Umwelterziehung in Schulen und Vereinen. Jede Gruppe erstellte einen Katalog mit Engagements, die sie versprachen, einzuhalten und durchzuführen. Im nächsten Jahr wird überprüft, ob alle ihre „Aufgaben erfüllt“ haben.

Die Zeremonie der Diplomübergabe wurde dieses Mal dadurch erweitert, dass alle Empfänger gleichzeitig die Umweltcharta unterzeichneten und so ihrem Engagement offiziell Ausdruck verliehen.

Der Kommunikationsminister Moustapha Guirassy äußerte seine Hoffnung, dass Salemata bald die erste ökologische Stadt Senegals würde, worauf der Vorsitzende der Association zur Entwicklung des Bassarilandes, Pierre Boubane, antwortete, nicht nur die Stadt, sondern der ganze Bezirk würde in Bälde der erste ökologische Bezirk Senegals und durch die zwischen allen Akteuren abgestimmten Aktionen einen Modellcharakter für nachhaltige und klimabewusste Entwicklung darstellen. Boubane kündigte die Devise der Champions Cup in Salemata im April an: „Die Jugend engagiert sich für die Umwelt“. Dieses Thema wird auch im Zentrum der ADPBS Kulturtage Mitte Mai stehen. Sport und Kultur sind in Salemata wie im Rest der Welt eminent wirksame Instrumente für eine Sensibilisie-rung und Mobilisierung der Bevölkerung. Der Minister wünschte der Bevölkerung und den Entscheidungsträgern Salematas das notwendige Durchhaltevermögen für ihr ambitioniertes Vorhaben.

Einzeltitel
3. März 2012
Umweltcharta Senegal
Junge Teilnehmer bocandé