Seminar

„Die Ordnung hinter den Gesetzen - Die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft“

Am 21.04.2009 organisierte die KAS zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Seminar aus der Reihe „Die Ordnung hinter den Gesetzen - Die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft“.

Details

Das Seminar war für Mitarbeiter des Ministeriums für Wirtschaft und regionale Entwicklung der Republik Serbien und des Ministeriums für Arbeit und Soziales. Es wurden aber auch KAS Stipendiaten und Partnerorganisationen eingeladen.

Frau Crawford eröffnete die Veranstaltung mit einer Erläuterung, warum sich die KAS für einen Ordnungspolitischen Dialog in Serbien engagiert und stellte anschließend die deutschen Referenten vor.

Herr Frank Kohlenberger, der seit 5 Jahren bei der Europäische Kommission in der Generaldirektion für Wirtschaft und Finanzen arbeitet, präsentierte seinen Vortrag zum Thema: “Die Verletzung der ordnungspolitischen Grundlagen als Ursache der Wirtschaftskrise“ und „Herausforderungen für Serbien“. Dabei begann er mit einem kleinen Exkurs in die Entstehungsgeschichte der Prinzipien der Ordnungspolitik, die mit der Weltwirtschafskrise im Jahr 1929 ihren Anfang hatte.

Im weiteren Verlauf machte Herr Kohlenberger deutlich, dass im Wesentlichen durch die Verletzung ordnungspolitischer Grundlagen, die Wirtschaftskrise verursacht wurde. Umso problematischer schätzte er die Reaktionen auf diese Krise ein, da diese ebenfalls größtenteils eine Verletzung der ordnungspolitischen Grundlagen darstellen. Er bezog sich vor allem auf die Frage der Haftung und der Verschuldung. Seine wichtigste These war, dass sich politische Maßnahmen auf Sparprogramme und bessere reale Kreditangebote begrenzen sollten.

Für Serbien empfahl er, den Rechtsaat und die Antimonopolkommision zu stärken, die Privatisierung abzuschließen und langfristig die Bedingungen für die Realwirtschaft zu verbessern.

Der zweite Referent war Herr Karl von Klitzing, der bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (www.ebrd.com) arbeitet und für Serbien zuständig ist. Seine Präsentation umspannte viele finanzielle Aspekte der der EU, der Länder in der Region und ganz speziell Serbiens. Zuerst erläuterte er die Aufgaben und Position der EBRD und schilderte die Investitionen und Planungen in Serbien. Von 42 Mrd Euro Gesamtinvestitionen investierte die EBRD in Serbien bis Ende Januar 2009 etwa 1,42 Mrd. Mehr als 100 Projekte wurden seit 2001 realisiert.

2007 wurden neue Strategien entwickelt und neue Prioritäten gesetzt. So werden große Unternehmen und Privatisierungen unterstützt. Infrastuktur, Transport und Energie sind besonders geförderte Bereiche. Der Finanzsektor wurde bisher mit etwa 333 Millionen Euro unterstützt, vor allem die heimischen Banken.

Die Unterstützung der Industrie, die bislang 413 Millionen Euro betrug, wird durch die Weltwirtschaftkrise sehr getroffen. Ausländische Investitionen werden geringer, große Banken wollen ihr Kapital zurückziehen und der Dinar verlor deutlich an Wert. Vor diesem Hintergrund ist die Stabilisierung des Bankensystems und ein nationales Krisenmenagement von großer Bedeutung.

Die Teilnehmer nahmen intensiv an der sich anschließenden Diskussion teil. Wegen des großen Interesses wurde vereinbart, zu einzelnen Themen ein eigenes Seminar zu veranstalten.

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Veranstaltungsort

Belgrad

Kontakt

Saša Hadžiahmetović

Saša Hadžiahmetović bild

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sasa.hadziahmetovic@kas.de +381 11 4024-163 +381 11 4024-163
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