Ausstellung

Die Ausstellung „Mauer, eine Grenze durch Deutschland“

prezentácia výstavy v rámci projektu Nenápadní hrdinovia

Auch in diesem Jahr fahren wir fort mit der Präsentation der Ausstellung in den slowakischen Städten und Gemeinden. Die Zuhörer, meist junge Menschen, Studenten, über die Zeiten der kommunistischen Diktatur in der ehemaligen DDR und in der Slowakei.

Details

Die Mauer als Symbol

František Mikloško

Eröffnung der Ausstellung „Mauer, eine Grenze durch Deutschland“

Sehr geehrtes Publikum, liebe Gäste!

Die Mauer ist ein gewaltiges Symbol, ein religiöses, künstlerisches, politisches, gesellschaftliches.

In Jesaja 49,16 steht: „ ... deine Mauern sind immer vor mir.“

So ist der Weg des Menschen, der Gott folgt. Er muss Mauern der Angst, des Egoismus, der Kleingläubigkeit, des Leidens überschreiten ...

Der tschechische Dichter Vladimír Holan schrieb die Gedichtsammlung Mauern, welche in der Gesamtausgabe seiner Gedichte mit einem Auszug aus dem Gedicht Nacht mit Hamlet Ausdruck findet:

Beim Übergang aus Natur in die Mauern,

sind diese gar nicht behaglich,

Mauern von Talenten bepinkelt, Mauern bespuckt

durch Aufruhr der Eunuchen gegen den Geist, Mauern um nichts kleiner,

falls sie vielleicht bis jetzt nicht geboren,

doch Mauern die schon Früchte tragen ...*

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Und da kommt das Symbol der Berliner Mauer und tausende kleinerer und größerer Mauern, die uns 40 Jahre begleiteten, die nicht so lange her sind.

Die Berliner Mauer wurde 1961 erbaut, als letzte Möglichkeit, die Massenflucht der DDR-Bürger nach Westberlin und von dort weiter zu verhindern. Die Berliner Mauer wurde zum Symbol des ganzen kommunistischen Europa und als im Herbst 1989 der nächste dramatische Exodus der Ostdeutschen über Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn in den Westen begann, setzte der Fall der Berliner Mauer und die Einigung Deutschlands dem 40-jährigen Wandern durch die kommunistische Öde für alle Länder des Ostblocks ein Ende.

Aber wie ich schon sagte, schon vorher wuchsen hir tausende kleinere und viel größere Mauern. In der Slowakei wurden während der kommunistischen Ära über 71 000 Bürger zu mehr als 83 000 Jahre Haft verurteilt. Sie alle könnten erzählen, was es bedeutet, jahrelang die große Gefängnismauer von innen zu betrachten und zu wissen, wie ihre Nächsten in Armut, Angst und Erniedrigung dahinter leben.

In der Zeit des Kommunismus, von 1948 bis 1989 brachte das politische Regime mindestens 705 unserer Bürger um ihr Leben.

Auch sie mussten die letzten Augenblicke ihre Lebens mit dem Blick auf die einsame Gefängnismauer vor der Hinrichtung oder auf die Mauer – jene aus Stacheldraht und mit Strom geladen, verbringen.

Das kommunistische Regime verschleppte über 15 000 Opfer aus ihren Heimen. Sie verbrachten mehr als sechstausend Jahre in der Verbannung, wo sie entweder auf die eisigen Mauern Sibiriens oder die Mauern von Ställen und ähnlichen Unterkünften, wo sie verbracht wurden, blicken mussten.

Und auch in den Zwangsarbeitslagern in der Slowakei waren über 13 000 Bürger inhaftiert, welche in diesen bewachten Bereichen mehr als 9 000 Jahre verbrachten. Und dazu, wie schon gesagt, deren Familien und die Nächsten, die diese Mauern zwar von der freien Seite aus blickten, jedoch voller Leid darüber dass dort dahinter ein Stück von ihnen ist.

Und zu diesen gehörten gleichermaßen Leute, denen es gelang, in den Westen zu kommen. Bis 1967 waren über 1700 Leute über die „grüne Grenze“ gegangen. Über 22 000 slowakische Bürger verließen unerlaubt die Republik, wofür sie in Abwesenheit verurteilt wurden. Sie alle blickten dann auf die Grenzmauer von der freien Seite aus, aber mit dem Bewusstsein, dass sie vielleicht ihre Nächsten, die Orte ihres früheren Lebens und die Gräber ihrer Familienmitglieder nie mehr sehen werden.

Diese Zahlen müssen wir immer wiederholen, damit wir uns wieder ins Bewusstsein führen, was alles hinter diesem traurigen Symbol der politischen Wand gestanden war.

Im Buch: Hoffnung für Europa? schreibt Kardinal Josef Ratzinger (der heutige Papst Benedikt XVI.) folgendes: „Erlauben Sie mir, meine Überlegungen über die Lage unseres Kontinents mit einem Bild zu beginnen. In der Geschichte Israels erscheint der Fall der Mauern von Jericho zuerst als Symbol der geschichtschreibenden Macht Gottes, dann jedoch als Zeichen dessen, dass das Land dem Volke übergeben wurde, welches aus der Fremde kam und vierzig Jahre lang durch die Wüste wanderte. Es war keine Militärmacht, die die Mauern zum Einsturz brachte; sie fielen durch die Macht des Gottesvolkes mit Gottes Arche des Vertrags und durch die Macht der Musik, die das Gottesvolk begleitete. Die Triumphalität dieses Augenblicks der über alle Jahrhunderte hindurch inmitten unzähliger Leiden ein Zeichen der Hoffnung blieb, war jedoch im weiteren geschichtlichen Verlauf nahezu verloren gegangen: Im neuen, bereits erworbenen Land blieb das Leben ohne Schutz und gefährdet. Der innere Zerfall verlieh äußeren Feinden immer neue Macht und die Tatsache, dass Jericho sich wieder emporschwang war ein Vorzeichen einer neuen Auflösung; nur ein klares Anzeichen, dass die geistigen Fundamente der Freiheit schon vorher zu bröckeln begannen.“ Kardinal Ratzinger sagt weiter: „... Aber jetzt haben zwar nicht etwas Identisches, sondern im gewissen Sinne Ähnliches erlebt: Eine ideologische Mauer, die nicht nur Europa sondern auf unsichtbare Weise und überall die ganze Welt teilte, steht nicht mehr wie früher. Und diese wurde nicht durch Waffen eingerissen, sicher auch nicht nur durch Gebete, sondern durch den Aufschwung des Geistes, durch die Mengen die für Freiheit demonstrierten, die schlussendlich stärker waren als Stacheldraht und Beton ...“ Der Kardinal fügt jedoch gleich hinzu: „... Wir können auch nicht außer Acht lassen, was die Geschichte Israels über das weitere Geschehen nach dem Fall der Mauern erzählt: Dass die Freude über die Freiheit und das gemeinsame Land sich schnell in den Sorgen des Alltags auflöste; dass das Leben in diesem gemeinsamen Land den Staat nicht automatisch zusammenhalten konnte und dass die Gottvergessenheit als auch die egoistische Verkennung der Freiheit zum inneren Zerfall führte, an dessen Ende die Freiheit wieder verloren ging ...“

Verehrte Freunde!

Die Slowakei ist bereits 22 Jahre frei. In unseren ganzen Geschichte hatten wir noch nie solche ruhigen 22 Jahre – zwar mit vielerlei Sorgen und Problemen, aber ohne bedrohlichen Druck von außen her, ohne Kriege. Wir müssen ständig jener Zeit gedenken, als wir durch eine undurchlässige Mauer von der restlichen Welt getrennt waren. Zugleich sollten wir an die Worte von Kardinal Josef Ratzinger aus dem gleichen Buch denken, dass „ ... die Freiheit anspruchsvoll ist; sie hält sich nicht von selbst, sie endet gerade dann, wenn sie versucht, grenzenlos zu sein. Anders gesagt: Der Zerfall des Marxismus führt von selbst aus zu keinem freien Staat und gesunder Gesellschaft. Der bildliche Spruch Jesu, dass statt eines verjagten unreinen Geistes sieben viel Schlimmere kämen, wenn sie das haus leer und verlassen finden (Mt. 10, 43-45) wiederholt sich in der Geschichte immer von neuem ... „

Liebe Freunde, die Ausstellung Berliner Mauer, die wir heute eröffnen, sollte eine solches Gedenken an die Vergangenheit sein, zugleich aber auch Herausforderung für die heutigen Tage, in denen der Optimismus und Hoffnungen auf unserem alten Kontinent ein wenig erschüttert werden.

Wenn wir aber nicht vergessen, wer Stütze war in den vergangenen Zeiten, gibt es keinen Grund für Angst, auch nicht heutzutage.

Dr.František Mikloško, Parlamentsvorsitzender a.D.

Berliner Mauer und Mauern in der Slowakei

František Neupauer

Eröffnung der Ausstellung „Mauer, eine Grenze durch Deutschland“

Mauer und Unfreiheit

Man schrieb das Jahr 1952. Die innerdeutsche Grenze war mit Stacheldraht umzäunt, die Wachen wurden verstärkt. Lediglich die Stadt Berlin bot Möglichkeiten zur erfolgversprechenden Flucht. Mehrere U-Bahn und S-Bahnlinien verkehrten auch über die Sektorengrenzen hindurch. Näherte sich aber jemand der Grenze mit größerer Gepäckmenge, hatte er ein Problem. Die Wächter „Ostdeutschlands“ überprüften ihn und hinderten ihn am Übergang in die westliche Zone Berlins. 1959 erreichte die Anzahl der Flüchtliche aus der DDR monatlich 12 000 Personen! Im Sommer1961 brachen täglich 2 400 Männer, Frauen und Kinder nach Westberlin auf, um einen Neubeginn im Westen zu versuchen. Können wir uns überhaupt vorstellen, was die Zahl 2400 pro Tag bedeutet? Bei so einer Flüchtlingszahl würde das in unseren Bedingungen die Auswanderung aller Bewohner der Slowakei innerhalb von fünf Jahren bedeuten.

Es gibt keine bessere Lösung als eine Mauer zu bauen. Eine Mauer, welche die Stadt teilte. Eine Mauer, welche die Bewohner Westberlins einkreiste. Eine Mauer, welche Menschenleben forderte.

Von einer ähnlichen Mauer waren auch wir, die Bewohner der Tschechoslowakei betroffen. Auch in Bratislava hörten wir das Schießen der Grenzsoldaten oder das Gebelle der Wachhunde der Grenzsoldaten nahe Devín, jener Hunde, welche die Körper der Flüchtlinge zerissen. Es war jedoch nicht nur die Grenze zu Österreich oder Westdeutschland, welche die Bewohner unserer Heimat auf dem Weg in die Freiheit überschritten. Das war auch die Grenze zwischen Jugoslawien und Österreich. Beim Überqueren des Grenzflusses ertrankt ein kleines Mädchen... ihr Vater, Mutter und Bruder erreichten „die andere Seite“. Sie nicht.

Die Mitnahme religiöser Literatur über die Grenze nach Poland wurde drei 20-jährigen jungen Männern zum Verhängnis. Einer von ihnen, Braňo Borovský, heute Vater von acht Kindern, landete für drei Monate in Einzelhaft (in den 80-er Jahren!). Zu Silvester zielte ein betrunkener Wärter mit einer Pistole auf sein Kopf... Und wir könnten noch weitere ähnliche Fälle nennen.

Die Totalität braucht nicht die umliegende Welt, sie genügt sich selbst. Sie braucht feste Grenzen und Mauern, innerhalb derer sie ihre Mündel „diszipliniert“. Die Totalität möchte alles total beherrschen. Politische Macht reicht ihr nicht, sie möchte über Vereine, Medien, Kirchen, über jeden Einzelnen herrschen. Und sie möchte nicht, dass sich jemand aus ihren Zwängen befreien, Grenzen und Mauern überschreiten will. Auf solche Verräter wird gnadenlos geschossen. Und diejenigen, die sie nicht erschießt, werden von ihr verurteilt. Jene, denen die Flucht über die Grenzen gelingt, werden in Abwesenheit veurteilt und werden an ihrer Rückkehr gehindert. Sie werden zu Verrätern und Spionen erklärt.

...

In was für einer Zeit lebten wir? Was bewog viele Leute zur Flucht? War das Leben in Ostberlin oder in der Slowakei „so schrecklich“? Davon könnten frühere politische Häftlinge viel erzählen. Ich fragte Leute jenseits der Grenzen, warum sie Flucht dem Leben in der Slowakei vorzogen. Es waren nicht nur politische und religiöse Gründe. Pán Gigacz aus Šumiac, der 1947/48 dienstlich in den USA gewesen war, wurde nach seiner Rückkehr in die Tschechoslowakei gezwungen, alles Schlimme über die USA zu erzählen. Er sagte sich: „Ich kann nicht in einem Land leben, wo ich gezwungen werde zu lügen.“ Beim dritten Mal gelang ihm die Flucht. Sein Freund, der sich der neuen Lage anpasste, machte eine gewaltige Karriere in der KPC, er wurde sogar Mitglied des Zentralkommittees der KPC.

Wer herrschte hier über uns? In Australien erfuhr ich von der Geschichte eines Mannes, der Marathons lief. In seinem Fall genossen die Kommunisten z.B. das Erteilen der sog. Ausreisebewilligung. Nach London durfte er erst zwei Wochen nach Ende des Marathons reisen. Erst in Australien baute Karol Ligetti aus Košice ein einzigartiges Kleinflugzeug, das mit Radar nicht zu erkennen war. Ein Flugzeug, an dem später auch die NASA interessiert war. „In der Tschechoslowakei hatte ich ein schlechtes politisches Profil, daher wurde mir nicht gestattet, mich dieser Tätigkeit zu widmen.“ schrieb er in einem Artikel.

So könnten wir so weiter erzählen und schreiben oder über jene sprechen, die die Mauer der Unfreiheit in Berlin oder in der Slowakei überschritten. Ihre Geschichten wären in vielerlei Hinsicht ähnlich. Aber welche Geschichten würden die Schöpfer der kommunistischen Diktatur schreiben? Die ideologischen Väter der totalen Isolation! Diejenigen, deren Hände blutverschmiert sind! Ist deren Schicksal anders? Nicht erfassbar, im Unterschied zu den Schicksalen ihrer Opfer? Sind das Leute ohne Namen? Ohne Verantwortung? Puppen in Händen einer unsichtbaren Kraft?

Freiheit und Reflexion

Anton Neuwirt, dessen Familie im 2. Weltkrieg fast vollständig massakriert wurde, vertrat den Gedanken: „Das Böse durch Liebe heilen!“ Sicher, der Weg der Versöhnung ist ungemein wichtig. Davon, dass das Böse tatsächlich durch Liebe geheilt werden kann, zeugt der Wandel von Staatsanwalt Paul Corbuly, der hinter grausigen Justizmorden der 50er Jahre stand. Die Verurteilten beteten für ihn. Der Verfolger der Kirche wurde zum Gläubigen, er bereute, was er tat und tat Buße. Auch heute sind noch seine in Stein gemeißelten Worte bei der Lourdenhöhle auf der Hlboká Straße zu lesen. Dort steht in Ungarisch: „Maria hilft immer!“ Paul Corbuly..

Das Böse zu benennen, das geschieht oder das geschah, ist eine Frage der Gerechtigkeit und des gesunden menschlichen Urteilsvermögens. Wenn wir es nicht benennen können, dann haben wir nichts zu heilen, weil in diesem Fall das Böse nicht existiert.

Wenn wir vergeben wollen, müssen wir auch jenen vor sich haben, der um Vergebung bittet. Ein politischer Häftling sagte mir: „Von den 100 Wächtern kam nur einer zu mir um sich zu entschuldigen.“ Ein weiterer Inhaftierter, der nach 1990 eine gerichtliche Rehabilitation von einer Richterin überreicht bekam, die ihn vor 40 Jahren verurteilt hattere, lehnte es ab, dieses Dokument über gerichtliche Rehabilitation entgegenzunehmen. Wie ist es möglich, dass ihn dieselbe Richterin rehabilitierte? Der Staatsanwalt, der junge Männer in Haft schickte, welche religiöse Literatur über die polnische Grenze trugen, arbeitet heute bei der Spezialstaatsanwaltschaft. Ein grausamer Scherz, der bei uns Wirklichkeit ist. Warum ist das so? Im Zentralkommittee der KP der Slowakei erklangen im Dezember 1989 die folgenden Worte: „Tatsache ist, dass sich die Massen auf den Straßen in Bewegung gesetzt haben, ob wir wollen oder nicht. Wir müssen es schaffen, sich an die Spitze des Ganzen zu stellen, was in dieser Bewegung sozialistisch ist, Genossinen und Genossen. Sobald wir daneben sind, verlieren wir alles, es wird schwer, aber wir müssen an die Spitze. Wir dürfen uns nicht isolieren, weil es ein mächtiger Strom ist, eine große Kraft. Im Interesse der Partei und unserer kommenden Entwicklung ist das wirklich eine Schlüsselfrage.“

Keine Reflexion und kein Rückzug in die Ecke, im Gegenteil, Offensive war angesagt.

Blick auf die Berliner Mauer

Beim Blick auf die Berliner Mauer und die Ausstellung im November im Haus Quo vadis, die bisher auf Grund- und Mittelschulen in der Slowakei gezeigt wurde (gesehen von über 6 000 Schülern) sehen wir klare Tatsachen und Unterschiede zwischen der Slowakei und der Welt (z.B. Deutschland). Junge Leute lernen bei uns über Euphorie und die sanfte Revolution. Keine Strafen, kein Beschuldigter. D as ist ein riesiges Pamphlet der Straflosigkeit ganz im Unterschied zu Deutschland, wo noch bis 1997 Prozesse in Sachen Schießerei auf diejenigen, die Ostdeutschland verlassen wollten, geführt wurden (über 2 000 Untersuchungsverfahren). Etwa 300 Personen wurden rechtskräftig verurteilt, 30 Täter mussten den Strafvollzug antreten.

Wie war es, oder wie ist das in der Slowakei? Dutzende Fälle dokumentierter Straftaten gegen die Menschlichkeit liegen noch immer unberührt bei der Staatsanwaltschaft.

Beim Blick auf die Berliner Mauer vernehmen wir die klaren Worte der Reflexion der deutschen Gesellschaft. „Es gab hier irgendeine Bande, die eigene Gesetze schuf und nach diesen Unschldige richtete. Die gesamte Gesetzgebung war gegen den Menschen gerichtet und ihre Akteure tragen einen erheblichen Teil der Verantwortung.“ Bei uns hören wir zynische Reaktionen von Richtern auf ehemalige politische Gefangene: „Wir haben Sie ja nach Gesetzen gerichtet, die damals galten. Sie sind schuld, dass Sie sie nicht einhielten!“

Beim Blick auf die Berliner Mauer sehen wir eine Ausstellung aus Deutschland und dutzende von Institutionen, die die Vergangenheit in vielen postkommunistischen Ländern beleuchten. Und die Slowakei? Sie ist der einzige „weiße Flecken“ wo es kein Museum des Verbrechen des Kommunismus gibt.

Beim Blick auf die Ausstellung über die Berliner Mauer sehen wir das Bestreben, Informationen in Richtung Schulen zu bewegen, in der Slowakei begegnet man aber auch Reaktionen wie die eines stellvertretenden Schuldirektors, der sagt: „... den Kommunismus gab es hier nicht einmal.“

Unauffällige Helden

So könnten wir skeptisch betrachten und vergleichen. Einfach sagen: „wir können es aber nicht beeinflussen“, „dazu sind andere da“. Was für ein trügerisches Bild der Mauer der Unfreiheit, das uns seit den Zeiten des Kommunismus verfolgt. Vielleicht sind wir nicht diejenigen, die Gesetze ändern, für Richter entscheiden, diktieren können was öffentlich-rechtliche Medien senden sollen. Bis zum gewissen Grad dürfen wir das denken, obwohl es nicht stimmt.

Jeder von uns kann aber Anerkennung und Respekt jenen Leuten gegenüber zeigen, die uns durch ihre Haltungen die Freiheit gebracht haben. Die Geschichte des unauffälligen Helden festzuhalten und ihn somit unsterblich machen. Auf menschliche Art danke zu sagen.

Ich denke, dass Dankbarkeit für Freiheit von der Dankbarkeit gegenüber Leuten abgeleitet ist, welche sie uns wieder gebracht haben. Sie beruht auf Verantwortung und der Einforderung kompetenter Entscheidungen von jenen, die Wächter von Freiheit und Demokratie sein sollen. Der Weg der Dankbarkeit und Reflexion ist der Weg freier Menschen.

Mgr. František Neupauer, PhD. Historiker, Vorsitzender des Bürgervereins Nenápadní hrdinovia – Unauffällige Helden (www.november89.eu)

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Veranstaltungsort

Prešov, Košice, Stropkov, Kurima, Nitra, Kremnica Bratislava

Referenten

  • Mgr. František Neupauer
    • PhD. Historiker
      • Vorsitzender des Bürgervereins Nenápadní hrdinovia – Unauffällige Helden (www.november89.eu)

        Publikation

        DIE MAUER: Die Mauer als Symbol; Berliner Mauer und Mauern in der Slowakei: Prednášky „Múr ako symbol“ a “Berlínsky múr a múry na Slovensku“
        Jetzt lesen
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        5. März 2012
        DIE MAUER

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