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Deutsch-Türkischer Kommunaldialog zu Migrationsmanagement und Good Governance in Gaziantep
Kommunaler Erfahrungsaustausch zu Migration, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt
Vom 30. September bis 3. Oktober 2026 organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Türkiye gemeinsam mit Association for Social Development and Aid Mobilization (ASAM) einen deutsch-türkischen Kommunaldialog zu Migrationsmanagement und Good Governance in Gaziantep. Vertreter deutscher Kommunen tauschten sich mit türkischen kommunalen und staatlichen Stellen sowie Akteuren aus Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen, Wissenschaft und Privatwirtschaft über Erfahrungen, Herausforderungen und Kooperationsmöglichkeiten im kommunalen Umgang mit Migration aus.
Kommunale Perspektiven zusammenbringen
Sowohl deutsche Kommunen als auch die türkische Stadt Gaziantep verfügen über umfangreiche Erfahrungen bei der Aufnahme und Integration von Geflüchteten. Seit Beginn der Syrienkrise hat Gaziantep vielfältige Kooperationsstrukturen zwischen öffentlichen Institutionen, internationalen Organisationen, zivilgesellschaftlichen Akteuren, Wissenschaft und Privatwirtschaft entwickelt. Auch deutsche Kommunen haben insbesondere seit 2015/2016 wichtige Erfahrungen bei der Aufnahme und Integration von Geflüchteten gesammelt.
Vor diesem Hintergrund bot der dreitägige Dialog eine Plattform, um unterschiedliche kommunale Ansätze kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und Möglichkeiten für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen deutschen und türkischen Kommunen auszuloten.
Migration, Integration und resiliente Kommunalstrukturen
Das Programm verband Fachgespräche mit Einblicken in die kommunale Praxis vor Ort. Im Mittelpunkt standen das kommunale Migrationsmanagement, die Integration und Arbeitsmarktintegration, freiwillige Rückkehr und Reintegration sowie die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und resilienter kommunaler Strukturen.
Bei Gesprächen mit der Stadtverwaltung Gaziantep und weiteren lokalen Akteuren erhielten die Teilnehmenden Einblicke in kommunale Strategien und Kooperationsmodelle. Ein Besuch bei ASAM in Gaziantep gab Gelegenheit, das dort entwickelte gemeindebasierte integrierte Sozialdienstmodell für Geflüchtete kennenzulernen. Darüber hinaus bot der Besuch des Reintegration and Support Centre Einblicke in ein Multi-Stakeholder-Modell zur Unterstützung von Syrerinnen und Syrern, die eine freiwillige Rückkehr nach Syrien erwägen. Im Mittelpunkt standen die Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie die Zusammenarbeit verschiedener Akteure bei der Vorbereitung einer Rückkehr und der Reintegration in Syrien.
Auch die Rolle des Privatsektors bei der Arbeitsmarktintegration wurde thematisiert. Der Besuch eines lokalen Unternehmens und der Austausch mit der Industrie- und Handelskammer Gaziantep verdeutlichten die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und Wirtschaft. Gespräche mit Wissenschaftlern der Universität Gaziantep sowie mit syrischen Studierenden ergänzten die kommunalen Perspektiven um wissenschaftliche Erkenntnisse und persönliche Erfahrungen.
Ein weiterer Programmpunkt war die Teilnahme am Unique Summit Gaziantep 2026, einem internationalen Gipfeltreffen, das öffentliche Akteure, Start-ups, Unternehmen, Investoren und Institutionen zusammenbringt, um Innovationen zu fördern, neue Kooperationen anzustoßen und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.
Austausch als Grundlage für zukünftige Kooperation
Der Kommunaldialog verdeutlichte den Mehrwert des internationalen Erfahrungsaustauschs für die kommunale Praxis. Die Begegnungen ermöglichten es, unterschiedliche Lösungsansätze zu vergleichen, bestehende Netzwerke zu vertiefen und neue Kontakte zwischen deutschen und türkischen Akteuren zu knüpfen.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung Türkiye und ASAM setzen sich mit diesem Dialog für die Stärkung der deutsch-türkischen Zusammenarbeit und den fachlichen Austausch zu Fragen des kommunalen Migrationsmanagements und Good Governance ein. Ziel ist es, gemeinsame Herausforderungen besser zu verstehen und Perspektiven für zukünftige kommunale Kooperationen zu entwickeln.