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Wege aus der Finanzmarktkrise

In der Zeit vom 21.-24. September 2010 fand auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung ein zweitägiges Expertengespräch zum Thema „Wege aus der Finanzmarktkrise“ statt. 20 Vertreter aus Politik, Bankensektor und Aufsichtsbehörden setzten sich mit den Folgen der Finanzmarktkrise auseinander und fasten wichtige Empfehlungen zusammen.

In den letzten zwei Jahren war die Welt mit der schwerwiegendsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren kon-frontiert, deren Auswirkungen Schockwellen in Europa und darüber hinaus auslöste. Kreditausfälle und Immobilienblasen zeigten die Vernetztheit und Komplexität von Krediten zwischen den Finanzinstituten der Welt. In Folge der Vertiefung der Krise und der wachsenden zögerlichen Kreditvergabe unter den Finanzinstitutionen, fiel das System in sich wie ein Kartenhaus zusammen mit dem Kollaps von Lehman-Brothers als Höhepunkt. Aus der Finanzkrise erwuchs eine Wirtschaftskrise mit einem seit dem Ende des 2. Weltkriegs unbekannten Absinken der Wachstumsraten der Wirtschaft. Darüber hinaus zeigte sich die Schwäche nationaler Wirtschaften in einer überbordenden Staatsverschuldung. Der Anstieg der Risikoaufschläge bei Staatsanleihen und die damit einhergehende Verteuerung der Refinanzierungskosten der Staaten zeigt die Verwundbarkeit hoch verschuldeter Staaten.

Vor diesem Hintergrund fand das Expertengespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung am 21. – 24. September 2010 statt. In mehreren Diskussionsrunden haben Experten aus Politik, Banken, Aufsichtsgremien, der Finanzwirtschaft und dem Mittelstand aus Deutschland, Großbritannien und Irland sich mit folgenden Schwerpunkten auseinandergesetzt:

a) Bisherige Maßnahmen im Kampf gegen die Finanzmarktkrise sowie weitere Planungen;

b) die Staatsschulden der EU-Länder und die daraus resultierende Bedrohung für die Euro-Währung, einschließlich der Reaktionen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB);

c) die neuen notwendigen Finanzmarktregeln für den europäischen und den globalen Finanzmarkt und ihre Durchsetzbarkeit.

In den Diskussionen zeigten sich die unterschiedlichen Sichtweisen und Verantwortlichkeiten der Experten, die stellvertretend für ihr jeweiliges Gebiet (Politik, Banken, Regulierung, Mittelstand) sprachen. Umso höher ist zu bewerten, dass am Ende der Beratungen ein Papier entwickelt werden konnte, das wichtige Punkte für die Zukunft zur Vermeidung ähnlicher Krisen zusam-menfasst. Das Ergebnispapier ist ebenfalls der Homepage der KAS London zu entnehmen.

Zudem war das Gespräch ein Beleg für die Notwendigkeit des gegenseitigen Austauschs zu diesen Fragen zwischen allen denjenigen, die in irgendeiner Weise in Finanzmarktfragen involviert sind, angefangen vom Gesetzgeber über Bank und Hedge Fond Manager bis hin zu Regulatoren.

Dies war das zweite Finanzmarktgespräch, das die KAS-London mit viel Erfolg initiiert hat. Eine Fortsetzung dieses Dialoges für 2011 wird in die Jahresplanung aufgenommen.