Event Reports

Zukünftige Konflikte über Energie und Ressourcen - Die Bedeutung einer europäischen Energiepolitik

by Catja C. Gaebel
Am 8. März 2010 führte die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit dem European Centre for Energy and Resource Security und dem International Centre for the Study of Radicalisation des King’s College London einen Workshop mit Politiker und Experten aus Deutschland und Großbritannien und Nordirland durch. Im Anschluss an den Workshop hielt Dr. Jürgen Großmann,Vorstandsvorsitzender von RWE, einen Vortrag zum Thema „Energiesicherheit für die nächsten Jahrzehnte“.

Internationale Vertreter der Engergiebranche sagen eine wachsende Energienachfrage voraus. Manche prognostizieren einen Anstieg um 40 Prozent bis 2030. Trotz des jährlich sichtbaren Anstiegs erneuerbarer Energien, gibt es Zweifel ob die Rolle fossiler Energieträger ausläuft. Experten sind sich einig, dass Rohöl die wichtigste Energiequelle bleibt. In seinem Buch „Resource Wars“ (2001) prophezeit Michael T. Clair, dass bis 2030 Russland und China für 43 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich sein werden.

Die Abnahme der Gas- und Ölvorräte wird zu stärkerem Wettbewerb besonders zwischen Indien und China führen aufgrund der steigenden Nachfrage als Ergebnis des Bevölkerungswachstums und dem höheren Lebensstandard. Die laufende Suche nach mehr Energiequellen führte bereits zu einem Anstieg militärischer Konflikte auf manchen Teilen der Erde, weshalb ein übertriebener Wettbewerb in einem konfliktreichen Kampf um Energieressourcen enden könnte. Die zentrale Frage die sich diesbezüglich stellt ist wie sich die EU diesen Herausforderungen stellt.

In Anbetracht dieses Hintergrunds fand der Workshop “Future Conflicts over Energy Security and Resources – The Need for a European Energy Policy” statt. Zu den Teilnehmern zählten Professor Friedbert Pflüger und Professor Mervyn Frost vom Institut für War Studies des King’s College London, Dr. Gerhard Wahlers, stellvertretender Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung, Charles Hendry MP und Schattenminister für Energie, Thomas Bareiß MdB, Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Filip Cornelis, Kabinettsleiter der Generaldirektion für Energie und Transport in der EU-Kommission und Dr. Frank Umbach, höherrangiger Mitarbeiter des Centre for European Security Strategies in München. Die Diskussion fand unter der Leitung von Dr. Peter Neumann, Direktor der ICSR statt. Schwerpunkt der Diskussion war die Gefährdung durch drohende Energiekonflikte und wie die Europäische Union diese behandeln könnte und sollte.

Nach dem Workshop, an dem eine ausgewählte Anzahl an Experten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teilgenommen hatten, hielt Dr. Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender von RWE, seine an über 100 Teilnehmer gerichtete Rede zum Thema „Energiesicherheit in den nächsten Jahrzehnten“. Er betonte den Nutzen der verfügbaren alternativen Energiequellen, um die Bedarfsbefriedigung für die Gegenwart und die Zukunft sicherzustellen. Hierbei stellte er fest, dass der Beitrag den alternative Energien leisten in vorhersehbarer Zeit niedrig bleiben wird.

Die Anzahl der Teilnehmer als auch die Teilnahmebereitschaft der hochkarätigen Experten, Vorstandsvorsitzenden und Politiker zeigt, dass man eine dauerhafte Plattform benötigt die das Thema der Energiesicherheit aufgreift und auf die Relevanz in Bezug auf mögliche Konflikte hinweist. Das Ergebnis des Workshops und das positive Feedback der Teilnehmer, von welchen viele Interesse an einer zukünftigen Teilnahme an ähnlichen Veranstaltungen zeigten, macht der Konrad-Adenauer-Stiftung deutlich, dass die Fortführung dieser Veranstaltungsreihe mehr als erwünscht ist.