Event Reports

Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz

by Werner Böhler

Südafrikanische Experten informieren sich über Zukunftskonzepte in Deutschland

Zwei Monate stand Südafrika im Mittelpunkt des Weltinteresses. Die erste Fußballweltmeisterschaft in Afrika rückte die gesamte Region in den Fokus der Medien. Als Gastgeber konnte Südafrika eindrucksvoll beweisen, dass diese aufstrebende Region den Anschluss an die weltweiten Entwicklungen sucht. Das gilt auch für Vorhaben der nachhaltigen Entwicklung und des Klimaschutzes. Von den negativen Auswirkungen einer weiteren Erwärmung der Erde wären die afrikanischen Küstenregionen mit am Meisten betroffen. Wasserknappheit hingegen wäre das Überlebensproblem der kontinentalen Staaten.

Das KAS-Büro in Johannesburg beteiligte sich an der Entwicklung von Konzepten zur Reduzierung negativer Umwelteffekte im Kontext mit der WM 2010. In Zusammenarbeit mit der Provinz Western Cape und WM-Stadt Kapstadt wurde ein „Green Goal Action Plan 2010 Host City Cape Town“ entwickelt. Dieses Pilotprojekt enthielt 41 umsetzbare Projekte zur Reduzierung der Umwelteinwirkungen, wobei der Nachhaltigkeit der Maßnahmen eine besondere Beachtung zukam. Wesentliche Teile des Programms beinhalten jedoch auch die Herausbildung eines veränderten Bewusstseins hinsichtlich ökologischer Fragestellungen bei den Menschen als langfristiger Auftrag. Jenseits der Klimagipfel und Weltumweltforen handelte es sich bei dieser Projektkonstellation um eine Initiative von der lokalen und Provinzebene im Sinne eines „bottom up“ Anspruchs.

In Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaftsorganisation Impumelelo wurde zusätzlich ein Nachhaltigkeitspreis ausgeschrieben. Dieser „2010 Sustainability Award“, der sich in zwölf Kategorien von Green Governance über Green Tourism & Hospitality bis hin zu Green Science and Technology aufteilte, wurde vom Vorsitzenden des lokalen Organisationskommittees der FIFA Weltmeisterschaft 2010, Dr. Daniel „Danny“ Jordaan, prominent unterstützt. Von insgesamt 30 Preisträgern wählte die KAS fünf Projekte aus, die ein großes Zukunftspotential für nachhaltige Entwicklung in Südafrika haben.

Es handelt sich dabei um folgende Projekte:

  • Kuyasa Clean Development Mechanism (CDM) Pilot Project, Khayelitsha Township, das die Reduzierung des Energieverbrauchs in Low Cost Houses durch die Aufwertung der Bausubstanz der Häuser und Warmwasser Gewinnung durch Solarenergie zum Ziel hat.
  • Landfill Gas to Electricity Project, Durban, das umweltschädliches Methangas von Mülldeponien in Strom umwandelt.
  • Violence Prevention through Urban Upgrading, Khayelitsha Township, das von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt wird und insbesondere die Reduzierung von Jugendkriminalität durch soziale und sportliche Aktivitäten zum Ziel hat sowie das soziale Gemeinwesen im Township fördert.
  • 2010 Host City Cape Town Green Goal Action Plan, Kapstadt, der 41 realisierbare, nachhaltige Projekte enthält mit dem Ziel, die Fußball-Weltmeisterschaft exemplarisch in der Provinz Western Cape und dem Gastgeber Kapstadt nachhaltiger zu gestalten. Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Sustainable Energy Africa (SAE) durchgeführt und von der KAS unterstützt.
  • Orange Bag Domestic Recycling Project, e`Tekwini Municipality, das sich auf Mülltrennung und Recycling spezialisiert hat. Einbezogen in das Projekt ist eine Behindertenstätte.
Gemeinsam mit der Leiterin von Impumelelo lud die KAS Vertreter dieser Projekte zu einem Studien- und Dialogprogramm nach Deutschland ein. Zielsetzung des Programms war es, einen inhaltlichen Austausch zwischen den südafrikanischen und deutschen Experten zu ermöglichen. Einbezogen waren von deutscher Seite wissenschaftliche Fachinstitute und Forschungseinrichtungen sowie der CSO-Sektor im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit. Weiterhin wurde die Gelegenheit geboten, einen Dialog mit Politikern und Vertretern nationaler und internationaler Facheinrichtungen zu führen. Zum Abschluss besuchten die Gäste aus Südafrika die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Hier wurden sie vom stellv. Generalsekretär der Stiftung, Dr. Gerhard Wahlers, zu einem politischen Gedankenaustausch empfangen.

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