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Putin 2.0 - Eine neue Eiszeit?

Diskussionsrunde mit Dr. Andreas Schockenhoff MdB

Die zweite Amtszeit Vladimir Putins und Spannungen in den amerikanisch-russischen Beziehungen hinsichtlich der Konflikte in Syrien und Iran haben Russland wieder in den Fokus der internationalen Gemeinschaft gerückt. Vor diesem Hintergrund organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit der Transatlantic Academy und dem German Marshall Fund eine Diskussion mit dem Bundestagesabgeordneten und Koordinator für die deutsch-russische zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit Dr. Andreas Schockenhoff.

An der Diskussionsrunde mit dem Titel „Putin 2.0: Eine neue Eiszeit für die deutschen und US-amerikanische Beziehungen zu Russland?” nahmen außerdem Vertreter der US-Regierung sowie Experten US-amerikanischer Think Tanks und internationaler Organisationen teil.

In seiner einleitenden Rede ging Dr. Schockenhoff, MdB, auf die russischen Präsidentschaftswahlen im Mai diesen Jahres ein, aus denen Putin erneut als Präsident hervorgegangen war. Dr. Schockenhoff, MdB, wies darauf hin, dass die aktuelle Außenpolitik des Landes das Risiko politischer Selbstisolation berge. Weiterhin sei der Mangel an Vielfältigkeit in der russischen Wirtschaft bedenklich, da sich die Haupteinnahmen des russischen Bundeshaushaltes im Wesentlichen auf solche aus Öl und Gas beschränkten, was auf eine politische Systemkrise zurückzuführen sei.

Außerdem müsse Russland weitere Schritte hin zur Modernisierung des Landes einleiten. Fraglich sei allerdings, wie sich der Modernisierungsprozess gestalten werde. Putin strebe ausschließlich eine technokratische Modernisierung an, die von oben nach unten bestimmt werden solle. Dies sei allerdings kein attraktives Vorbild für aufstrebende Staaten. Russlands Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Welt sei gefährdet, so Dr. Schockenhoff, MdB.

Insbesondere in Zeiten von wirtschaftlicher Stagnation und internationaler Isolation liege es in der Verantwortung des Westens, sich um einen stärkeren Dialog mit Russland zu bemühen.

Gerade die USA und Deutschland spielten dabei eine essentielle Rolle, weshalb die Zurückhaltung dieser Länder kontraproduktiv sei. Um sich Russlands Problemen anzunehmen, solle man das Land in einen aktiven Dialog auf verschiedensten Ebenen einbinden.

Die Expertenrunde setzte sich im Anschluss mit einem Themenspektrum auseinander, das von Russlands kritischer demographischer Lage bis hin zur Stellung des Landes als schwächelnde Weltmacht reichte.