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Ein Rückblick: Mein Jahr bei der KAS Bremen

de Meret Nitschke
Freiwilliges Politisches Jahr bei der Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen

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Ich bin Meret Nitschke und habe von September 2025 bis August 2026 mein Freiwilliges Politisches Jahr (FPJ) bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Bremen absolviert. Nun, da die letzten Wochen meines Freiwilligendienstes anbrechen, ein Rückblick auf ein Jahr voller neuer Erfahrungen, Herausforderungen und prägender Momente:
 

Als ich mir Gedanken machte, was ich nach meinem Abitur machen möchte, war für mich klar, dass ich nicht direkt ein Studium beginnen möchte. Zum einen fehlte mir eine klare Vorstellung, in welche Richtung ich gehen möchte und zum anderen wollte ich etwas anderes machen, etwas, das sich von meinem bisherigen Schulalltag unterschied. Bereits einige Monate zuvor wurde ich auf die Möglichkeit aufmerksam, ein Freiwilliges Soziales Jahr auch im politischen oder kulturellen Bereich absolvieren zu können. Als ich dann noch sah, dass die KAS Bremen für den Bereich der politischen Bildung eine Stelle anbietet, wusste ich, was ich gerne machen möchte. So konnte ich für ein Jahr erstmals eine Vollzeitbeschäftigung antreten und in das spätere Berufsleben reinschnuppern, was ich für die Zeit zwischen Abitur und Studium für sehr sinnvoll halte.
 

Bereits während meiner Hospitationstage war ich begeistert, wie nah die FSJler in die Arbeit der KAS einbezogen werden und fand die Einblicke in die Projektorganisation, die ich bereits dort sammeln konnte, spannend. Hier ging es zu diesem Zeitpunkt vor allem um den Demokratiebus der Stiftung, der im Sommer 2025 einmal in Bremerhaven und einmal in Bremen auf seiner Demokratiegestalter-Tour Halt machte. Das sprachliche Arbeiten an Pressemitteilungen und Einladungsschreiben machte mir großen Spaß und ich konnte mir ein Jahr bei der KAS gut vorstellen.
 

Mein FPJ startete jedoch erst einmal mit meinem Einführungsseminar und damit außerhalb des Büros. Bei den Seminaren kommen alle Freiwilligendienstleistenden zusammen, die ihren Dienst in den Bereichen Kultur und Politik in Bremen leisten. Über das Jahr verteilt nahmen wir an insgesamt fünf Seminaren und weiteren Treffen teil. Diese boten eine tolle Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und sich über die verschiedenen Freiwilligendienste und Aufgaben innerhalb dieser auszutauschen, wodurch während meines FPJs einige neue Freundschaften entstanden sind. Besonders hervorzuheben ist, dass ich die Möglichkeit hatte, an der Gedenkstättenfahrt nach Polen teilzunehmen. Dies war zwar eine thematisch sehr intensive Fahrt, aber definitiv eine Erfahrung, die in Erinnerung bleiben wird. So besuchten wir in Polen die Stadt Oświęcim, die Lager Auschwitz und Birkenau sowie die Stadt Krakau. Diese Möglichkeit zu bekommen, fand ich besonders wertvoll. Während dieser Seminarfahrt haben wir uns intensiv mit dem Holocaust und insbesondere mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an Polinnen und Polen auseinandergesetzt, wobei der Besuch von Auschwitz und Birkenau die historische Dimension der Ereignisse besonders eindrucksvoll nachvollziehbar gemacht hat.

 

Den größten Anteil meines FPJs machten aber natürlich die Aufgaben und Erfahrungen im Büro der KAS Bremen aus. So begleitete ich gleich an meinem zweiten und dritten Tag Schulgruppen auf Exkursionen zu der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Dort war es meine Aufgabe, Fotos und Notizen für den Veranstaltungsbericht, den ich im Anschluss schrieb und auf der Homepage der KAS veröffentlichte, zu machen. Insgesamt vier NS-Gedenkstätten konnte ich im Rahmen meines FPJs teils sogar mehrfach besuchen. Jedes Mal wurde anhand der Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler deutlich, wie sehr Gedenkstättenbesuche das Geschichtsbewusstsein besonders junger Menschen stärken und die Vergangenheit greifbarer machen. Auch mein eigenes historisches Wissen und Bewusstsein konnte ich bei jedem Besuch erweitern.
 

Besonders spannend war für mich die erste größere Abendveranstaltung, die ich mit vorbereiten und durchführen durfte. Im November waren die beiden DDR-Zeitzeuginnen Gesine Tettenborn und Elke Schlegel zu Gast in Bremen, die über ihre Biografien zu Zeiten der SED-Diktatur sprachen. Einige Tage zuvor hatte ich gemeinsam mit unserem studentischen Praktikanten die DDR-Ausstellung „Der untergegangene Staat“ der Konrad-Adenauer-Stiftung im Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland aufgebaut. Am Veranstaltungsabend wurde diese eröffnet und dem Bürgerhaus für einige Zeit zur Verfügung gestellt. Durch diese Veranstaltung hatte ich die Möglichkeit, mich intensiv mit den Geschichten der beiden Zeitzeuginnen auseinanderzusetzten, was ich sehr bedeutsam fand. Darüber hinaus auch noch mit den beiden persönlich sprechen zu können und aus erster Perspektive mehr über die Schicksale zu erfahren, die hinter dieser untergegangenen Diktatur stecken, war eine einzigartige Möglichkeit. Immer wieder hatte ich die Chance, mich mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in direkten und persönlichen Gesprächen über ihre Lebenswege und Erlebnisse zu unterhalten, gerade wenn ich sie auf dem Weg zu unserem jeweiligen Veranstaltungsort begleitete. Generell war es für mich immer wieder spannend, die Referentinnen und Referenten der verschiedenen Veranstaltungen, die während meines FPJs stattfanden, in ihren unterschiedlichen Expertengebieten sprechen zu hören und die Möglichkeit zu haben, mit ihnen persönlich zu reden.
 

In meinem Jahr bei der KAS durfte ich nicht nur viele unterschiedliche Menschen kennenlernen, sondern konnte Verantwortung übernehmen. Teil eines Teams zu sein, das stets mehrere Projekte parallel planen und durchführen muss, erfordert gute Selbstorganisation und Strukturierung, welche ich in diesem Jahr zusätzlich stärken konnte. Es war immer wieder ein schönes Gefühl nach Schulveranstaltungen, an deren Planung man beteiligt war, von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern positive Rückmeldungen zu erhalten. Spannend war hier vor allem, als ich im April bei zwei Exkursionen zum Bunker Valentin in Bremen Farge bereits selbst als Tagungsleitung fungieren durfte und somit noch mehr Verantwortung bei der Durchführung der Veranstaltungen übernehmen konnte. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass ich ein Jahr die KAS aktiv bei der Arbeit innerhalb der politischen Bildung unterstützen durfte und möchte mich besonders bei Herrn Altenhof, Miriam Albrecht und Marion Wrieden dafür bedanken, dass ich mich zu jedem Zeitpunkt wie ein vollwertiges Mitglied des Teams gefühlt habe. Außerdem bin ich den studentischen Praktikantinnen und Praktikanten sowie den Tagungsleiterinnen und Tagungsleitern dankbar, die meine Zeit zusätzlich bereicherten und neue Erfahrungen und Perspektiven einbrachten.

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