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Man muss nicht Zeitsprünge machen können, um in die Vergangenheit der Erde zu reisen. Dafür reicht
ein überdimensionierter Bohrer. Eisbohrkerne aus der Paläoklimatologie geben Aufschluss über
mehrere 100.000 Jahre der Erdentwicklung. Auch Sedimente und Baumringe, Moore und Stalagmiten,
sogar Korallenriffe lagern im Klimaarchiv längst vergangener Zeiten. Der Mensch muss historische
Klimadaten kennen. Anders wäre es nicht möglich, belastbare Vorhersagen für unsere Erde zu treffen.
Klar ist: Der anthropologische Einfluss ist wissenschaftlich nicht bestreitbar. Doch die Transformation von
Politik und Wirtschaft ist müßig. Es könnte ein Blick in unsere Geschichte helfen. Wie kann historisches
Denken – das Verständnis vergangener geophysikalischer, ökologischer und gesellschaftlicher
Entwicklungen – helfen, die Transformationsprozesse angemessen zu gestalten?
Prima Klima? Seit der Industrialisierung fackeln wir ein gigantisches CO2-Feuerwerk ab und schädigen es. Warum reagieren wir
so spät und so langsam?
Bisher war nicht die Natur verletzlich, sondern der Mensch. Schritt für Schritt musste er sie sich urbar machen und kultivieren. Erst mit Entwicklung der Technik hat er sie sich unterworfen. Jede neue Technik führte aber zu noch größerem Ressourcenverbrauch. Sind wir uns der Verantwortung für die Schöpfung noch bewusst? Ist nicht eine radikale Selbstrücknahme die einzige Möglichkeit, die gestörte Beziehung zur Natur zu retten?
Die Diskussion über den Klimawandel ist eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit unserer Lebensweise und unseren Vorstellungen von einer nachhaltigen Zukunft. Dazu gehören eine faktenbasierte Auseinandersetzung und weniger ideologische Haltungen.