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Kriege und Konflikte sind allgegenwärtig und bestimmen seit Jahren immer stärker die internationalen Debatten – nicht erst seit dem russischen Überfall auf die Ukraine und die Rückkehr von Krieg auf den europäischen Kontinent.
Die voranschreitende Globalisierung galt vielen Menschen als Verheißung einer friedlicheren Zukunft, da Kriege in einer Welt der immer verworreneren ökonomischen Verflechtung für alle Seiten nur Verlierer kennen würde. Warum ein Land angreifen, dass doch auch immer Handelspartner ist?
Nunmehr zeichnet sich jedoch verstärkt ab, dass die Globalisierung und der unaufhaltsame Übergang der bipolaren in eine multipolare internationale Ordnung Konflikte eher fördern, zu Krisen- und Kriegstreibern werden. Konflikte um Rohstoffe gewinnen folglich stetig stärker an Bedeutung, da der „Hunger“ nach knappen Ressourcen unaufhaltsam steigt.
Beispiele für solche Konflikte finden sich in allen Teilen der Erden:
- Russland besetzt seit seinem Überfall Gebiete mit beträchtlichen Vorkommen von ukrainischen Ressourcen wie Lithium, Kobalt, Titan und Seltenen Erden.
- Die von Ruanda unterstützten M26-Rebellen haben mit der Übernahme der kongolesischen Regionen Nord- und Süd-Kivu Zugriff auf Kobalt, Kupfer, Zink, Silber, Diamanten und weiteren weltweit nachgefragten Ressourcen.
- In Angola, Indonesien, Kolumbien, Nigeria, Sierra Leone oder dem Sudan toben interne wie externe Konflikte um die Nutzung und Ausbeutung von Rohstoffen.
Für Europa ergeben sich aus diesen Entwicklungen zentrale Zukunftsfragen. Als globaler Akteur, der seine Wirkmacht besonders auf seine wirtschaftliche Stärke begründet, ist Europa auf stabile Lieferketten und einen funktionierenden globalen Handel angewiesen. Kriege um Rohstoffe belasten das machtpolitische Fundament der EU damit unmittelbar.
Wir laden Sie recht herzlich ein, mit uns auf aktuelle Rohstoffkonflikte zu schauen und Fragen zu erörtern, inwieweit Europa und Deutschland aktiver seine wirtschaftspolitischen Interessen sicherstellen kann.