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Die erste demokratische Ordnung Deutschlands zwischen 1919 und 1933 ist uns heute auf bemerkenswerte Weise nähergerückt. Sie erscheint als schillerndes Medienereignis im Gewand von „Babylon Berlin“, als spannungsreiches Experimentierfeld der Moderne und zugleich als warnendes Sinnbild für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Kaum eine andere Epoche verdichtet die inneren Gegensätze der modernen Welt so stark wie die Weimarer Republik – ebenso wie jene Herausforderungen, vor denen Demokratien auch heute wieder stehen. Drohen erneut „Weimarer Zustände“? Leben wir in einem neuen Babylon Berlin? Und welche Erfahrungen aus der Weimarer Zeit sind für unsere Gegenwart bedeutsam? Der etwa 60-minütige Vortrag verzichtet bewusst darauf, die Geschichte der Weimarer Republik nochmals chronologisch nachzuerzählen. Stattdessen nimmt er auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands markante Problemfelder der ersten deutschen Demokratie – etwa politische Gewalt oder die Hyperinflation – in den Blick und erläutert sie anschaulich und differenziert. Ohne historische Unterschiede zu verwischen, sucht der Vortrag gezielt nach Verbindungslinien zur Gegenwart und fragt danach, welche Erkenntnisse aus der Weimarer Republik für heutige Demokratien gewonnen werden können.
Dr. Thomas Hertfelder ist Historiker und war Geschäftsführer der Stiftung Bundespräsident-Theodor Heuss-Haus in Stuttgart. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Geschichte des Liberalismus, der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland sowie in der Erforschung der Erinnerungskultur. Zu diesen Themen hat er zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt
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