Für die Flüchtlinge würden beispielsweise „rießige Mengen von Wasser“ zusätzlich benötigt. Dabei zähle Jordanien zu den wasserärmsten Ländern der Welt, so Oehring. Auch für das Gesundheits- und Bildungssystem des 6,5 Millionen Einwohner zählenden Landes stellten die Flüchtlinge eine starke Belastung dar. Die Mehrzahl der Syrer lebe in Jordanien außerhalb der Flüchtlingslager. Unabhängig davon stelle das Flüchtlingscamp Zaatari im Norden Jordaniens mit rund 130.000 Bewohnern mittlerweile die fünftgrößte „Stadt“ des Landes dar.
Gerade die Ansiedelung ärmerer syrischer Flüchtlinge in den ländlichen Gebieten Jordaniens birge Konfliktpotential, betonte Oehring. Vor allem dann, wenn die syrischen Neuankömmlinge durch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) unterstützt würden, die ebenfalls armen Einheimischen aber nicht. Das UNHCR schätze, dass eine Milliarde US-Dollar für die syrischen Flüchtlinge aufgebracht werden müssen. Bisher seien aber erst rund 350 Millionen an Hilfen eingegangen. Zudem gingen viele Flüchtlinge, um zu überleben, illegal arbeiten. „Sie arbeiten dann natürlich zu Löhnen, für die kein Jordanier arbeiten würde“, sagte Oehring. Aufgrund dieses Lohndumpings würden viele Jordanier ihren Arbeitsplatz verlieren.
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