Veranstaltungsberichte

Studien- und Dialogprogramm für Vertreter von Religionsgemeinschaften und kirchennahen bzw. religiös motivierten NGOs

aus Bosnien und Herzegowina

Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung war in der letzten Woche eine Delegation aus Bosnien und Herzegowina zu einem Besucherprogramm in Berlin und Hamburg. Das Programm wurde vom Team Inlandsprogramme organisiert und wird von unserem Auslandsmitarbeiter in Sarajevo, Dr. Karsten Dümmel, begleitet.

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Bosnien und Herzegowina zeichnet sich durch seine Vielfalt an Volksgruppen, Religionen und Kulturen aus. Der bosnisch‐herzegowinische Staat besteht aus drei so genannten konstitutiven Völkern: Bosniaken, Serben und Kroaten. Die Bosniaken sind mehrheitlich Muslime, die Serben zumeist Angehörige der serbisch‐orthodoxen und die Kroaten vorwiegend der römisch‐katholischen Glaubensgemeinschaft. Es existieren außerdem eine jüdische Gemeinde sowie 17 anerkannte, nationale Minderheiten. Leider ist das Vertrauen zwischen diesen Gruppen durch den Krieg in den 1990er Jahren stark erschüttert worden. Die Unterschiede in den Religionszugehörigkeiten wurden von den politischen Konfliktparteien negativ aufgeladen, um zusätzlich Spannungen im Land zu schüren.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich durch die Förderung des interreligiösen und interethnischen Dialogs dafür ein, die Kriegsvergangenheit offen aufzuarbeiten. Unser Anliegen ist es, neues Vertrauen zwischen den Menschen zu schaffen und einen Beitrag zur Versöhnung zu leisten. Das vorliegende Studien- und Dialogprogramm richtet sich somit an Vertreter aus den traditionellen Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie weitere Vertreter aus kirchennahen bzw. religiös motivierten Organisationen. Eine solche Teilnehmerzusammenstellung wird für sinnvoll gehalten, damit beide Gruppen die Studien- und Dialogreise als Anreiz verstehen, stärker miteinander in den Dialog zu treten. Leider gibt es zwischen ihnen Berührungsängste, obwohl sie in vielen Bereichen ähnliche Anliegen vertreten sowie mit gleichen Problemen, wie etwa mangelnder Finanzierung, zu kämpfen haben. Das Dialogprogramm widmet sich daher inhaltlich dem Thema des gesellschaftlichen Engagements in Deutschland, sowie Strategien, Planung und Finanzierung.

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