Veranstaltungsberichte

Extremismus in Brandenburg

Ein Veranstaltungsbericht von Raphael Kraume

Am Donnerstag, den 07.11.2019 fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gespräche an der Nordbahn“ auf Einladung des Politischen Bildungsforums Brandenburg der Konrad Adenauer Stiftung und des Neuen Gymnasiums Glienicke eine Veranstaltung zum Thema Extremismus statt. Auf dem Podium referierten dabei die Experten des brandenburgischen Verfassungsschutzes Axel Heidrich und Linnart Holtermann zu den Themen Rechtsextremismus und Islamismus.

Herr Heidrich, Leiter der Abteilung des Referats Auswertung politischer Extremismus, referierte zum derzeitigen Sachstand in der Auswertung des Rechtsextremismus. Thematisch wurden dabei insbesondere die Entwicklungen rechtsextremer, aber auch rechtspopulistischer Parteien und Vereinigungen analysiert und dem interessierten Publikum wiedergegeben. Zum Einstieg verlas Herr Heidrich Zitate aus rechtsextremistischen Schriften wie auch Publikationen und ließ die Gäste raten, wann eben jene ausgesprochen wurden. Sichtlich erstaunt waren die Zuhörer über die Ergebnisse. Nur die wenigsten hätten erwartet, dass Zitate, die heute rechtspopulistischen Kreisen zugeordnet und von diesen ausgesprochen werden, bereits jahrzehntelang in rechtsextremistischen Kreisen kursieren. Heute probieren rechtspopulistische Akteure diese Zitate durch kontinuierliche Aussprache wieder salonfähig zu machen, ohne dass die Zitate als rechtsextrem wahrgenommen werden.

Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Heidrich sprach Herr Holtermann zum Thema Islamismus in Brandenburg. Der Islamismusspezialist mit Schwerpunkt Gefährdungssachverhalte im Auswertungsreferat bezog sich dabei nicht auf die medial präsenten Vereinigungen und Zusammenschlüsse, sondern bezog sich dabei bewusst auf die lokalen Gefahren in Brandenburg und wie der islamistische Extremismus in Brandenburg in der Vergangenheit ohne Erfolg versuchte Fuß zu fassen.

Zum Abschluss erhielten die Schüler und Gäste das Wort. Dabei durfte das Publikum die Referenten mit allerlei Fragen löchern, die sich bspw. auf die jüngere Geschichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz, aber auch die Finanzierung islamistischen Extremismus in Deutschland.

Für positives Aufsehen sorgte Carlo Weber, ehemaliger Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz, der sich im Rahmen einer Frage zu erkennen gab und mit seiner Expertise der Veranstaltung nochmal eine besondere Note verlieh.