Claudia Crawford (geb. Wiesemüller, gesch. Nolte)

Elektronikfacharbeiterin, Bundesministerin Dipl. Ing. 7. Februar 1966 Rostock
von Manfred Agethen

Claudia Nolte begann ihre politische Karriere im Kreisvorstand der CDU und der JU in Ilmenau. In der letzten DDR-Volkskammer war sie in der CDU/DA-Fraktion Obfrau für Jugend und Sport. Bei den Bundestagswahlen 1990, 1994 und 1998 war sie Spitzenkandidatin der Thüringer CDU. In ihrer Ministeramtszeit im 5. Kabinett Kohl gelang eine grundlegende Neuregelung des Familienlastenausgleichs mit vermehrten Leistungen des Bundes für Kindergeld und Kinderfreibetrag. Auch setzte Nolte sich mit Erfolg für die Bestrafung von Vergewaltigung in der Ehe und für die Bekämpfung der Kinderpornographie ein. Insgesamt war ihr an einer Stärkung der Rolle der Familie und der Frau in der Gesellschaft und an einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelegen. Auf der Weltfrauenkonferenz in Peking im September 1995 verlangte sie von China die uneingeschränkte Achtung der Menschenrechte.

Lebenslauf

  • Polytechnische Oberschule, Lehre als Elektronikfacharbeiterin, Abitur, Studium der Automatisierungstechnik und Kybernetik an der TH Ilmenau, Engagement in der katholischen Studentengemeinde
  • 1990: Diplom
  • Herbst 1989: „Neues Forum“
  • Februar 1990: CDU
  • 18.03.1990: Mitglied der Volkskammer
  • 1990-2005: MdB
  • 1991–1994: frauen- und jugendpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion und Mitglied im Fraktionsvorstand
  • 1992–1994: Mitglied des Thüringer CDU-Landesvorstands und Vorsitzende des Landesfachausschusses Familienpolitik
  • November 1994–Oktober 1998: Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Oktober 1996–April 2000: Mitglied im Präsidium der Bundes-CDU
  • 2006-2009: Leiterin der serbischen Außenstelle der Konrad-Adenauer-Stiftung in Belgrad
  • 2010-2013: Leiterin des Auslandsbüros in London
  • 2013-2019: Leiterin des Auslandsbürös in Moskau
  • seit 2019: Leiterin des Auslandsbüros in Wien

Literatur

  • H.-G. Merz, in: U. Kempf/H.-G. Merz (Hg.), Kanzler und Minister 1949–1998 (2001)