Veranstaltungsberichte

XI. TREFFEN INVESTIGATIVER JOURNALISMUS

Vom 8.-11. November 2018 fand das XI. Treffen zum Thema Investigativer Journalismus in der Universidad Javeriana statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Redaktionsrat CdR - und in diesem Jahr auch in Zusammenarbeit mit der Lateinamerikanischen Konferenz für Investigativen Journalismus COLPIN - organisiert.

Die Präsidentin des CdR, Dora Montero, eröffnete das Treffen und erklärte, dass in diesem Jahr Themen wie Migration in Lateinamerika, Korruption, Pressefreiheit, soziale Netzwerke und das Problem der Fake-News behandelt werden sollen. Generell müsse die Zusammenarbeit im Journalismus stärker gefördert werden; in den folgenden Tagen seien 72 Referenten und 300 Teilnehmer dazu aufgerufen, durch Meinungsaustausch und Diskussionen zu einem besseren Journalismus beizutragen. 

Im Anschluss betonte Angélica Torres von der KAS Kolumbien, dass die Stiftung mit solchen Veranstaltungen den Journalisten die notwendigen Instrumente an die Hand geben wolle, damit ihre Arbeit zu Reflektion anregen und neue Debatten anstoßen könne. Die KAS wolle den investigativen Journalismus in Kolumbien  fördern und best-practice Beispiele in dem Bereich sichtbar machen. Die Dekanin der Fakultät für Kommunikation der Universidad Javeriana, Marisol Cano, forderte die Teilnehmer auf auch weiterhin über die Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu berichten. Abschließend warf sie die Frage auf, wie Verbrechen gegen solche Journalisten untersucht und aufgeklärt werden können, die ihrerseits investigativ tätig waren.

Die Analystin der Weltbank, Adrienne Hathaway, meinte dass durch mehr  Transparenz und den effizienten Einsatz von Informationen die Diskussion über das Thema Menschenrechte gefördert werden könne. Weiterhin bezog sie sich auf die Rolle der Journalisten im Postkonflikt vor allem bei der Konstruktion einer Historischen Erinnerung und der Wahrheitsfindung.

Im Namen von Transparency International referierte Rosalnés Ospina über Korruptionsbekämpfung und die Notwendigkeit weitergehender Untersuchungen in dem Bereich, um so auch den Opfern solcher Praktiken eine Stimme zu verleihen.   Daher müssten Korruptionsopfer für den sozialen Schaden entschädigt werden.  Weiterhin sollten die Journalisten durch die Diskussion über aktuelle Themen zur Konstruktion einer besseren Gesellschaft beitragen.

Den ersten Vortrag hielt der Herausgeber des Proyecto Comprova, Sérgio Ludke, zum Thema “Die Flut von Desinformationen bei den brasilianischen Wahlen”. Dabei analysierte er, wie Fake News in Facebook und WhatsApp einen autoritären Politiker an die Macht bringen konnten. Er habe in seinem Projekt Comprova gemeinsam mit 24 brasilianischen Medien irreführende Informationen während des Wahlkampfs 2018 analysiert.

Dabei habe sich gezeigt, dass viele der Falschinformationen die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden zunächst den Anschein erweckten, von den Web-Seiten bekannter Nachrichtensender oder Zeitungen zu stammen und anschließend durch ein Netzwerk verschiedener Web-Seiten und Profilen verbreitet wurden, die viele Follower hatten und gleichzeitig Werbeeinnahmen garantierten. Andere Fake-News wurden per WhatsApp verschickt und ihr Ursprung war nicht so leicht nachzuvollziehen. Auch wurden oft wahrheitsgemäße Tatsachen mit anderen Informationen verknüpft die gar nichts miteinander zu tun hatten, um so eine Falschmeldung zu bekräftigen oder eine Verschwörungstheorie zu erfinden. Ludke forderte daher eine spezielle Ausbildung für Journalisten damit sie solche Nachrichten leichter erkennen und sich für mehr Transparenz in dem Bereich  einsetzen.