Event Reports

20 Jahre Partnerschaft in Südafrika

by Holger Dix, Marius Glitz

KAS und DDP feiern Jubiläum

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und das Democracy Development Programme (DDP) feierten vom 28. bis zum 30. Oktober in Durban gemeinsam mit 140 Vertretern der südafrikanischen Zivilgesellschaft das zwanzigjährige Jubiläum ihrer Partnerschaft.

20 Jahre Partnerschaft in Südafrika: KAS und DDP feiern Jubiläum

Im Rahmen der Veranstaltung “The politics of public participation: Towards deepening our knowledge and understanding of citizen mobilization – a South African perspective” vom 28. bis 30. Oktober 2013 feierten die KAS und das Democracy Development Programme (DDP) in Durban das zwanzigjährige Jubiläum ihrer Zusammenarbeit. Höhepunkt der Veranstaltung war ein feierliches Abendessen mit Freunden und Partnern von DDP, anlässlich dessen der stellvertretende Generalsekretär der KAS, Dr. Gerhard Wahlers, den Festvortrag hielt.

DDP ging 1993 aus dem ehemaligen Inkatha Institut hervor und war von Beginn an Partner der KAS. In den zwanzig Jahren seit seiner Gründung engagierte sich DDP insbesondere im Bereich der politischen Bildung, der Fortbildung von Lokalpolitikern und Kommunalbeamten und bei der Stärkung der Eigeninitiative zur Lösung lokaler Probleme.

KAS und DDP begingen das zwanzigjährige Bestehen ihrer Partnerschaft mit einer Konferenz zur Bürgerbeteiligung in Südafrika. Rund 140 Vertreter gesellschaftlicher Organisationen diskutierten an drei Veranstaltungstagen in verschiedenen Workshops über die Bedeutung und die Herausforderungen einer aktiven Teilnahme der Bürger am politischen Gestaltungsprozess in Südafrika. Im Anschluss bekamen die Repräsentanten der Zivilgesellschaft Gelegenheit, in Diskussionsrunden ihr Wissen über Bürgerbeteiligung und soziale Bewegungen zu vertiefen.

Der politische Analyst Prof. Samadoda Fikeni wies darauf hin, dass die Südafrikaner ihre Demokratie nicht als Selbstverständlichkeit betrachten sollten, sondern dass jeder Staatsbürger die Pflicht zur aktiven Teilnahme und Kontrolle seiner Regierung habe. Diese Pflicht des aktiven Staatsbürgers betreffe alle Menschen über soziale Schichten und kulturelle Unterschiede hinweg. Die Vertreter gesellschaftlicher Organisationen wiesen auf die Zerstrittenheit der Bürgerbewegungen in Südafrika hin. Zudem nehme die Politikverdrossenheit in Südafrika besonders unter Jugendlichen, die in hohem Maße von Arbeits- und Perspektivlosigkeit betroffen sind, erschreckend zu. Aus diesem Grunde wurde wiederholt auf die Bedeutung einer besseren Koordinierung und Kommunikation der Zivilgesellschaft untereinander hingewiesen, um die Bürger aufzufordern, ihren politischen Unmut nicht mit Gewalt, sondern mit Mitteln der demokratischen Willensäußerung auszudrücken.

Wie dieses geschehen kann, verdeutlichte der emeritierte Münsteraner Professor Paul Kevenhörster in seinem Vortrag über Formen der Bürgermobilisierung in Europa und den USA. Kevenhörster erklärte Funktionsweisen und Wirkungen unterschiedlicher Formen der Bürgerbeteiligung von Wahlen über die Durchführung von Kampagnen, Bürgerinitiativen, Anfragen an politische Entscheidungsträger bis hin zum Protest.

Die dreitägige Veranstaltung endete mit einem feierlichen Abendessen und der Festrede von Dr. Gerhard Wahlers, der viele Gemeinsamkeiten in den Anliegen von DDP und KAS herausstellte und hervorhob, dass DDP und KAS über ein gemeinsames Wertefundament verfügen, welches die Grundlage für die bislang erfolgreiche Zusammenarbeit sei: „Gute Partnerschaften bauen wie gute Ehen auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und gemeinsamen Werten auf.“

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