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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

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Die internationale Fachkonferenz „Zugang zu globalen Energiemärkten zur Verbesserung der lokalen Energiesicherheit: Der Fall Lateinamerika“ fand im Rahmen eines zweitägigen Programmes in Lima/Peru statt. Regionale und internationale Vertreter der Energiepolitik und -wirtschaft tauschten dabei ihre Erfahrungen aus und gaben Denkanstöße für die weitere Entwicklung in der Region.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Herausforderungen der energiepolitischen Integration in Lateinamerika und deren energiesicherheitspolitischen Implikationen organisierten das Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel Lateinamerika der Konrad-Adenauer-Stiftung (EKLA-KAS), das brasilianische Zentrum für internationale Beziehungen (CEBRI) und das Institut für internationale Beziehungen (IDEI), der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru (PUCP) eine gemeinsame internationale Fachkonferenz. Ziel war es führenden Experten und Institutionen auf diesem Gebiet ein Forum zu geben, um Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für die Zukunft zu entwickeln. Zudem fand mit Blick auf die neue peruanische Regierung auch eine öffentliche Diskussion zu den Herausforderungen der peruanischen Energieaußenpolitik statt. Die Konferenz wurde gemeinsam durch Dr. Christian Hübner, Leiter des regionalen Programms EKLA-KAS, Dr. Armando Mariante, Mitglied des CEBRI-Verwaltungsrats und Dr. Fabián Novak, Leiter des IDEI eröffnet und thematisch eingeleitet.

Tag 1: Fachkonferenz

Panel 1: Möglichkeiten einer integrierten Energiepolitik und regionaler Energiesicherheit

Lennys Rivera, OLADE (Ecuador)
Ricardo Raineri, Exminister für Energie und Vorsitzender der IAEE (Chile)
Alberto Sosa, Mitglied des Vorstands von AMERSUR (Argentinien),
Moderation: José Botafogo Goncalves, CEBRI

Zusammenfassung: Es besteht technischer Konsens über die Notwendigkeit der Integration, um die Energiesicherheit Lateinamerikas zu verbessern; doch dieser Konsens wird noch nicht praktisch umgesetzt. Die Herausforderungen für ein kohärentes Regelwerk werden vom Integrationsniveau abhängen. Die Integration muss in kleinem Umfang begonnen werden: bilaterale und trilaterale Vereinbarungen. Das Vertrauen und die Stabilität, um innovative Lösungen in großem Umfang zu entwickeln, fehlen. Es gibt schon Fallstudien aus Lateinamerika, die den Integrationserfolg zeigen.

Panel 2: Lateinamerikanische Energieressourcen und globale Energiemärkte

Isaac Dyner, Universität Jorge Tadeo Lozano (Kolumbien)
Anthony Laub, Direktor von Laub & Quijandría Energy Group (Peru)
Pilar Ostos, UNAM (Mexiko)
Moderation: Henning Suhr, Auslandsmitarbeiter KAS Venezuela

Zusammenfassung: Die wichtigsten Chancen der Region, um eine integrierte Energiematrix zu entwickeln, sind ihre natürlichen Ressourcen: Sonne, Wind und Wasser. Sonnenenergie, Windenergie und Wasserkraft sind Märkte mit Entwicklungspotential, welche die Umwelt nicht belasten. In Lateinamerika ist es nötig, dass Beziehungen zwischen Nachbarländern wiederaufgebaut werden, Misstrauen abgelegt, Vertrauen geschaffen und Stabilität gesucht wird. Ein gutes Beispiel für eine neue Energieintegrationsinitiative ist die Pazifik-Allianz.

Panel 3: Globale Investitionen auf dem Energiemarkt in Lateinamerika

Chen Mo, Normal Universität Beijing (China)
Luis Eduardo García, Geschäftsführer SOWITEC (Peru)
Luis Carlos Peralta, CEO, PECOM S.A. de C.V. (Mexiko)
Moderation: Emma Pérez, Stakeholders

Zusammenfassung: Starke Trend in der Region zum Ausbau der Windenergie und Wasserkraft. Die erneuerbaren Energien könnten in der Zukunft Erdöl und Gas ersetzen, aber es muss im geopolitischen Bereich noch einiges getan werden, um dies zu erreichen. China ist ein führender Akteur bei Energieinvestitionen in Lateinamerika.

Schlusswort: Dr. Hubertus Bardt, IW Köln

Tag 2: Öffentliche Debatte zur Energiepolitik in Lateinamerika und der Energieaußenpolitik Perus

Zu Beginn des zweiten Tages der Konferenz sprach zunächst der peruanische Vizeminister für Energie und Bergbau, Raul Perez-Reyes. Er sprach über die Energiepolitik in Peru und ihre Durchsetzbarkeit in Zusammenhang mit der Verringerung von Armut und der technologischen Innovation. Vor allem die fehlenden Energiezugänge im ländlichen Raum ca. 15% stellen für ihn eine besondere Herausforderung dar. Darüber hinaus stellt er klar, dass die Energiepolitik Perus darauf abzielt, die Energiematrix zu diversifizieren und den erneuerbaren Energien dabei eine besondere Rolle einzuräumen. Darüber hinaus sind der peruanischen Regierung: eine wettbewerbsfähige Energieversorgung mit allgemeinem Zugang, Verbesserung der Effizienz, Erreichung von Selbstversorgung in der Energie, Reduzierung der Umweltbelastung, Förderung der Erdgasindustrie, Aufbau von Institutionen in dem Sektor und Förderung der regionalen Energieintegration, mit Schwerpunkt auf die Vernetzung mit Ecuador und Chile wichtig. Nach dem Impulsvortrag des peruanischen Vizeenergieministers diskutierten Fábio Rosa, IDEAAS (Brasilien), Marco Arróspide, ENAP (Chile); Enrique Portaluppi, Equitatis S.A. (Ecuador); Armando Zamora, Universität Dundee (Kolumbien) und Alfredo Novoa, ehemaliger peruanischer Botschafter in Deutschland (Peru) miteinander über die Energiepolitik. Perus mit seinen Nachbarstaaten. Es moderierte Fabián Novak, IDEI (Peru)

Zusammenfassung: Es existiert nicht die „eine“ zuverlässigste Energiequelle, es werden die Energien ausgebaut und genutzt, die sich am besten an die Realität und die vorhandenen Ressourcen anpassen. Die Abfallerzeugung wird nicht aufhören, vor allem in den Städten, weswegen es notwendig zu überlegen, wie die Abfälle in der Energieerzeugung genutzt werden können. Lateinamerika besitzt das Potential alle Energiequellen durch erneuerbare Energiequellen zu ersetzten. Der Staat sollte keine übertriebene Kontrolle auf dem Energiemarkt ausüben. Die bilaterale Vernetzung sollte gestärkt werden, da sie die Basis für eine zukünftige Energieintegration ist. Es muss an der Entwicklung von Anlagen, Werkstoffe und Fachkräften in der Region gearbeitet werden. Es sollte begonnen werden eigene Fachkräfte auszubilden und Lateinamerika hätte zum Beispiel die Möglichkeit eigene Photovoltaikmodule herzustellen und müsste sie nicht mehr importieren. Der Region fehlt es an Sicherheit, Stabilität, Engagement und Vertrauen (sowohl intern in jedem Land als auch im Verhältnis zu den Nachbarn), um die Investitionen in und den Ausbau von Energien dieser Art zu stärken. Der Übergang von erneuerbaren Energien, Integration und Energiesicherheit, sollte nicht von dem Willen der amtierenden Regierung abhängen. Es ist eine Arbeit, die in Komplementarität erfolgen sollte, Vertrauen schaffend und die eingegangenen Verpflichtungen erfüllend.

Kontakt

AbbildungGiovanni Burga
Projektkoordinator
Tel. +51 1 320 2870
Giovanni.Burga(akas.de


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