Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Islamismus

Grundsätzliches

Ursprünge, Ideengeschichte, Morphologie, Gewalt

Einführung

In dieser Rubrik gehen wir grundsätzlichen Fragen der Definition nach. Stellt sich zunächst die Frage: Was bedeutet überhaupt „Islamismus“ und wie grenzt sich Islamismus von Islam ab? Nach der Definition des Bundesamtes für Verfassungsschutz heißt es: „Islamismus beginnt dort, wo religiöse islamische Gebote und Normen als verbindliche politische Handlungsanweisungen gedeutet werden. Islamismus ist eine politische Ideologie, die einen universalen Herrschaftsanspruch erhebt und mitunter Gewaltanwendung legitimiert, um als ‚islamisch’ definierte Ziele umzusetzen.” Wichtig ist zudem, dass es das eine Phänomen Islamismus ebenso wenig wie den einen Islam gibt. Auch innerhalb der Begriffsverwendung des Islamismus muss klar differenziert werden. Die wichtigste Unterscheidung besteht zwischen politischen und dschihadistischen Islamisten: Während Vertreter des politischen Islamismus Gewalt ablehnen, sind Dschihadisten bereit, ihre Ziele auch mit Gewalt durchzusetzen.

Zudem wird hier beleuchtet, wie es sich mit der derzeit in Deutschland dynamischsten Strömung radikaler Muslime verhält – dem Salafismus. Was steckt hinter dieser wiederum heterogenen Bewegung? Wo liegen ihre Wurzeln und welche Ziele verfolgen Salafisten? Inwiefern grenzen sie sich von der Glaubenslehre des Wahhabismus ab, der heutigen Staatsideologie Saudi-Arabiens? Und sind überhaupt alle Salafisten Islamisten?

Neben grundsätzlichen Fragen der Begriffsdefinition und ihrer ideengeschichtlichen Einordnung werden auch bestimmte Aspekte innerhalb der politischen Ideologie des Islamismus betrachtet. Welche Rolle spielt etwa Antisemitismus im Islamismus? Und was unterscheidet schiitischen Islamismus, wie er etwa in Iran als Staatsideologie herrscht, von sunnitischem Islamismus? Außerdem: Womit legitimieren gewaltbereite Islamisten ihren sogenannten „Dschihad“?